2017-11-28 – Hüttenwerk Schalker Verein

2017-11-28 – Hüttenwerk Schalker Verein

°descriptio°:

Ich habe das Gelände des Schalker Vereins etwas anders in Erinnerung: eine riesige schmutzige Industriebebauung mit hohen düsteren Gebäuden, mannshochdicken Rohren, Schwefelgestank und ohrenbetäubendem Krach.

Heute ist da Ruhe. In Gelsenkirchen sowieso. Eigentlich überall da, wo füher Schwerindustrie war.

Die einzigen hier noch verbliebenen Zeugen der Vergangenheit sind das aus Backstein errichtete Gebäude der ehemaligen Energiezentrale und die aus Beton gegossene gigantische Erzverladestation, welche jetzt nur noch als stabiler und dauerhaft haltbarer Ständer für die darauf montierte Sonnenenergie-Gewinnungsanlage und für staunende Touris ihr unumstößliches und vermutlich 1000jähriges Dasein fristen wird.

Und ein aus der ehemaligen Industriefläche gewonnener Parkplatz für türkische Fahrschulen und aus dem gleichen Club stammenden Drogendealer. Letztgenannte allerdings sind keine und haben keine Zeugen …

Die Erzverladeanlage ist aufgrund ihrer üppigen Ausmaße schon ziemlich beeindruckend. Und wirkt bei Dämmerlicht doch etwas unheimlich, fast surreal. Man könnte meinen, das Ding stammt aus einem Science-Fiction-Film.


°loco°


°ego sententiam°

Ein weiteres unkompliziert und einfach erreichbares Ziel unserer

Expeditionen in die Vergangenheit.

Allerdings werde ich hier keinesfalls Geschichtsforschung betreiben wollen.

Ich möchte einfach nur ein paar nett anzuschauende Fotos machen. Selbstverständlich lese ich dann auch schon mehr oder weniger intensiv über die Geschichte des von uns besuchten Ortes. Und interessant dabei ist ja auch, dass man die Orte in der Vergangenheit in ihrer Urspünglichkeit und Bedeutung kannte. Allerdings hatte ich damals nie den Wunsch gehabt, jemals so ein riesiges Industrieungetüm mal zu betreten.

Heute sind die Bauten alle abgerissen. Die industrielle Epoche der Schwerindustie hatte gerade mal vielleicht höchstens 50 Jahre hier angedauert. Steinkohle-Bergwerke sind schon nach einer viel kürzeren Lebensdauer wieder geschlossen worden.

Die Industriebrachen bzw. die riesigen Flächen, wo in Glanzzeiten jeweils mehrere tausend Menschen den Lebensunterhalt ihrer Familien verdienen konnten, sind bis auf wenige Ruinen leergefegt. Es entstehen dort nach und nach neue Ansiedlungen anderer und vor allem „sauberer“ Branchen mit ähnlichen Ausmaßen.

Aber die toten und derzeit ungenutzten Flächen sind für den „normalen“ Beobachter tabu. Da kommt man so ohne weiteres nicht dran. Es sei denn, man riskiert eine Strafanzeige wegen Haus- oder Landfriedensbruch.

Wir beschränken uns deshalb auf das erlaubte Sichtbare …


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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