°descriptio°:
Tja. Da bin ich dann heute mal alleine unterwegs gewesen. Fühlt sich merkwürdig an. Man muss nur auf sich selbst aufpassen, weil keiner auf einen aufpasst. Das ist ungewohnt. Und sollte eigentlich auch nicht zur Gewohnheit werden. Aber wenn’s denn heute mal so ist, dann ist das eben so. Wäre ich zuhause geblieben, wäre mir nicht nur die Decke auf’n Schädel gerumst. Dann ist das so schon besser.
Allerdings musste ich mich auch hart umgewöhnen. Normalerweise werden mir die Trophäen vom Schatzi auf den Präsentierteller gelegt. Weil ich alles was kleiner als mein Daumennagel ist, doch so schlecht sehen und finden kann.
Egal. Augen zu und durch (ändert aber auch nix an der eigentlichen Behinderung).Ich musste also selbst ran und mit möglichst offen Augen suchen. Allerdings nur die großen Bewohner. Die braucht man eigentlich auch nicht suchen, weil die mit bloßem Auge erkenbar sind. Wenn sie denn da wären. Und da kommt dann wieder die Geduld ins Spiel. Damit bin ich unter gewissen Umständen nicht gerade üppig ausgestattet. So auch heute. Aber das war ’ne gute Übung zum Runterfahren. Bis zum nächsten Mal.
Es gibt nämlich immer eine Wiederholung von etwas, von dem man glaubt, es wäre einmalig.
So auch das Treffen mit dem Moschusbock im NSG Braucksenke. Weil das Areal mittlerweile kein NSG mehr ist und dem Käfer und allen anderen Bewohnern der Lebensraum wegplaniert und zubetoniert wurde, nahm ich an, dass der jetzt hier in unserer Gegend aussterben wird. Aber Insekten sind anscheinend zähe Überlebenskünstler und passen sich schnell dem menschlichen Wahnsinn an. Das schafft der Mensch nicht. Also ich nicht. Zumindet nicht so schnell. Und ich will das auch gar nicht. Sonst werde ICH auch noch wahnsinnig. Einer reicht doch …
Und der war hier. Mitten im Gestrüpp hat was großes Schwarzes gezappelt. Und kam dann hervor. Quasi um mich zu begrüßen? Schön wär’s ja gewesen. In meiner Aufregung hab ich die ersten Aufnahmen am Busch komplett versemmelt. Um den dann endgültig und vernünftig abzulichten räumte ich vorsichtig die Zweige beiseite. Das fand der prima und hopste auf meine Hand. Ja und wie jetzt? Wie bitte soll ich mit einer Hand jetzt ’n Portrait von dem machen? Das wird genauso wenig was wie mit ohne richtige Belichtungszeit und so!
Der Käfer war völlig tiefenentspannt und untersuchte meine Hand. Ich hingegen hab mir beinahe in die Hose gepisst. Nicht weil ich aufgeregt war. Sondern weil ich pissen musste.
Nachdem der Käfer gemerkt hatte, dass er bei mir kein Leckerli bekommt, ist er wie so’n Sikorsky-Transporthubschrauber abgehoben und hat sich in für mich unerreichbare Gefilde begeben.
Die Bilder von dem sind definitiv scheiße geworden. Mit einer Hand das Besteck und mit der anderen den Käfer halten macht sich nicht wirklich erfolgreich bemerkbar. Aber gut zu wissen, dass der in den Lippewiesen ein neues Zuhause gefunden hat.
°loco°
°ego sententiam°
Irgendwie auch wieder komisch: den Moschusbock finde nur ich. Nicht, dass ch mir jetzt irgendwas einbilde. Aber das ist jetzt schon das zweite Mal. Naja, dafür finde ich andere Trophäen nicht.
Und Libellen zu finden ist kein großes Ding. Das große Ding kommt erst, wenn man zuhause die lieben Kleinen benennen möchte und sich ’n Wolf sucht. Isses denn getz wohl ’ne Azurjungfer oder isses doch eher ’ne Pokaljungfer?
Ich kann die kleinen Hubschrauber nicht unterscheiden. Für mich sind das alles Kleinlibellen. Und die kann ich von den großen Libellen unterscheiden. Und das muss auch reichen.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …





































































