°descriptio°:
Und wieder an die Lippe. Zum Eisvogel. Logggisch. Aber selbst Geduld ist irgendwann mal erschöpft. Und das Suchen nach dem Kollegen scheidet aus, weil man nur ungern die Idylle stören mochte.
Bleibt also nur: abwarten.
Das macht man aber auch nicht wirklich lange.
In der Zwischenzeit hatte ich mal die 800er Fotga-Billgmonsterröhre auf einen weit entfernten Heißluftballon gerichtet. Und dann, als der Ballon an mir vorbeiflog, die Bildqualität mal mit dem zuvor eingesetzten 100er Makro zu vergleichen versucht.
Die letzte Nah-Aufnahme ist mit dem 800er gemacht. Der Ballon hatte sich derweil schon wieder reichlich entfernt. Ausgelöst hatte ich aus der Hand mit 1/400 sec, ISO 400 und bei fixer Blende f/16 am langen Ende (800 mm + 1,4x Brennweitenverlängerung = 1.120 mm zuzügl. Sensercrop 1,5 = 1.680 mm – das ist fast schon ein Astro-Teleskop und eigentlich gar nicht mehr aus der Hand zu halten – eigentlich …!!). Bis auf lila Farbsäume ist das Ergebnis aus meiner Sicht schon sensationell.
Leider kann ich große Entfernungen nicht so gut schätzen. Schon gar nicht von unten nach oben. Aber ich denke mal vorsichtig, dass der Ballon zum Zeitpunkt der Aufnahme vielleicht so um die 300 Meter entfernt gewesen war.
Als der Ballon unaufhaltsam weiterzog, brach ich an der Lippe ab. Hat ja keinen Sinn, nur auf Ballons zu warten.
Und da fiel mir das NSG Borgenberge ein. Ein ehemaliges Truppenübeungsgelände, dass die Engländer oder wer auch immer als Schießplatz genutzt hatten. Die Gegend soll angeblich verseucht sein von den Munitionshinterlassenschaften und das Betreten ist strengstens verboten, weil dor Lebensgefahr droht.
Ja klar. Die Waldarbeiter dort haben sicher Minenspürhunde und Metalldetektoren dabei, damit die nicht in 1.000 Teile gesprengt werden. So’n Quatsch. Die Gegend gibt es her, die Natur mal von den ganzen Schwachmaten freizuhalten, die mit Fahrrädern oder anderen rollenden Untersätzen das Gelände durchpflügen. Die Panzer von damals würden sich vor Neid auf dem Schrottplatz umdrehen.
Also hat man die Gegend mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum allergrößten Teil geräumt aber trotzdem als lebensgefährlich erklärt und das Betreten unter Strafe gestellt. Das wirkt. Ob das riesige Gelände tatsächlich kontrolliert wird, wage ich zu bezweilfen. Aber ich möchte das auch nicht unbedingt ausprobieren. Denn wenn die GeStaPo mich erwischt, kann ich mich direkt mal warm anziehen. Also guck ich lieber nur mal so als Zaungast. Is‘ auch schön.
°loco°
°ego sententiam°
Ich hatte mich abseits des Weges in die Büsche geschlagen und befand mich im NSG Gagelbruch. Kam aber nicht sehr weit, weil die Gegend für menschliche Kreaturen nur bedingt begehbar ist. Zum Glück. sonst würden sich wahrscheinlich noch mehr Idioten wie ich sich hier tummeln. Und das wäre fatal für die hiesigen Bewohner. Die Begegnung mit den dortigen Pilzen ließ den Plan aufkommen, mal woanders auf die Suche zu gehen. Da, wo man nicht wirklich stört …
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


























