°descriptio°:
Hatte ich schon erwähnt, dass Pilze nix für mich sind? Also als Nahrungsmittel ja schon. Und dann der Sicherheit halber auch nur aus der Dose. Aber als Motiv sind die wirklich schwierig in den Kasten zu bekommen. Weil die naturgemäß fast ausschließlich aus dem Boden schießen. So sagt man ja auch …
Aufnahmen mit Bodenkontakt der gesamten Körperfläche (einschließlich Kinn) bin ich eigentlich gewöhnt. Obwohl mir diese spezielle Haltung auf die Dauer auch schon unbequem und das Aufrichten in die Lotrechte dann mühselig wird. Ist ja zwar ab und an gemütlich, mal da so rumzuliegen, wenn’s sonnig warm und trocken ist. Aber Pilze haben da so ganz spezielle Lebensräume, die ich mehr so in den Bereich der tropischen Feuchtgebiete einordnen würde. Was dem Pilz gut tut, macht meine Buxe feucht im Schritt. Oder bestenfalls nur die Knie. Und beide Stellen sehen nach getaner Arbeit dann auch nicht wirklich mehr salonfähig aus.
Wenn man denn so’n Pilzhut auch mal von unten – also seine Hutlamellen – sehen möchte, dann muss man ganz tief runter. Und selbst dann ist noch nicht sicher, ob man das, was man will, auch wirklich fotografieren kann: denn entweder ist die Kamera zu groß und unhandlich oder der Pilz ist schlichtweg zu klein für sowas. Oder steht genau da, wo man nicht dran kommt. Und wenn ja, dann den Schauplatz entweder mit von Brennnesseln malträtierten Händen und Unterarmen und von Brombeersträuchern zerfetzten Kleidungsstücken verlässt. Da sind die Kletten an den Textilien noch harmlos. Die klauen einem nur Lebenszeit beim Abknibbeln.
Erfolgreiche und befriedigende Pilzfotografie ist also maßgeblich geprägt von:
- begünstigender Wetterlage
- möglichst noch halbwegs trockenem Fundort
- risikolosen Umgebungsbedingungen
- perfekt ausgewogenen Lichtverhältnissen
- persönlicher Ausdauer und
- Mut zum überdurchschnittlich häufigen Bodenkontakt mit
- akrobatischen Körperhaltungen
- Geduld und ein gewisses Maß an Gleichgültigkeit bei der abschließenden EBB (die erfahrungsgemäß mindestens doppelt so lange dauert wie das eigentliche rumknipsen im Wald und auf der Heidi …)
- Geduld und ein – nur bei Pilzen – ebenfalls gründliches Maß an Gleichgültigkeit bei der Recherche nach den gefundenen Art(en).
Meistens lassen sich die Pilze gar nicht bestimmen. Aber Hauptsache ist, die sehen gut aus.
Und genau DA liegt der Hase im Pfeffer …
°loco°
°ego sententiam°
Genau genommen waren wir heute nicht im NSG Oelbachtal, sondern vielmehr in dem das NSG umschließende Berghofer Holz. Wir hatten den Panzer wie üblich da abgestellt und sind keine 50 Meter in dem vom Forstwirt aufgeräumten Waldstück hängen geblieben. Dort gab es Pilze. Sogar viel Pilze gab es da. Und die waren auch nicht alle gleich. Was mir hoffnungslos Pilzunkundigem hinschtlich der Tatsache, dass ich mich mit der Spezies namentlich nicht so sehr sondern viel eher nur mit deren Beschaffenheit beschäftigen wollte, eigentlich Recht war.
Ausserdem war es wegen der gefühlten Vielfalt der dort lebenden Pilze auch viel interessanter und abwechslungsreicher bei der Motivfindung.
Hier konnte ich nach Herzenslust mal tüchtig üben.
Was allerdings auch so sein musste. Denn man kann den Bildern durchaus keinen anderen Eindruck abgewinnen …
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …















































































