2018-11-01 – NSG Klöppersberg Castrop-Rauxel

2018-11-01 – NSG Klöppersberg Castrop-Rauxel

°descriptio°:

Auf der Suche nach NaturSuchGebieten führte mein Finger mich auf der virtuellen Google-Landkarte in das NSG Klöppersberg. Übersichtlich und beschaulich scheint es dem ersten Eindruck nach zu sein. Zumindest auf dem Monitor. Und weil Herbst ist und wir mittlerweile unsere Ansprüche an die zu findenden Trophäen auf ein deutlich reduziertes Maß heruntergeschraubt haben, ließen wir uns – wie immer in neu zu erkundenden Gefilden – einfach mal überraschen.

Hier ist es auch nicht anders als sonstwo. Also da, wo ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet an von Menschen zersiedelte Flächen grenzt und den massenhaft vorkommenden fußläufigen Hundehaltern und deren insgesamt nutzlosen vierbeinigen Frolicscheißern als Köterklo dient. Nirgendwo – auch nicht hier – werden die stinkenden Scheißhaufen weggeräumt. Obwohl das ja mittlerweile strafbewehrte Pflicht eines Hundehalters ist. Die Größe des Köters spielt dabei auch keine Rolle. Erst dann, wenn so ein halber Esel seinen Haufen gerne am Wegrand zu den anderen ablegt. Bis die braune Masse allerdings verrottet ist, ist schon wieder Frühling. Aber täglich werden – Freßnapf sei Dank – neue Tretminen ausgeklinkt. Die dem geneigten Spaziergänger dann als Slalomhütchen dienen. Passt man nicht auf (weil der Schiss von Blättern überweht wurde oder durch Pilze bereits eine perfekte Tarnfarbe bekommen hat), trägt man unversehens das Eigentum anderer Leute mit sich rum und fühlt sich deshalb selbst dabei schon fast wie ein Verbrecher.

Scheiße klebt am Schuh wie Pattex. Die bekommt man nur mit warmem Wasser aus dem Sohlenprofil. Und wenn die kalte Scheiße beim Reinigen des Schuhwerks aufgewärmt wird und man den Brei aus fremdem Gedärm dann auch noch anfassen muss, dann könnte man direkt in die eigenen Schuhe kotzen.

Nun denn. Also viele Trophäen haben wir nicht erwartet. Es ging sich ja eigentlich auch der Jahreszeit entsprechend wieder mal nur um Pilze.

Pilze zu fotografieren liegt mir nicht sonderlich. Ich bin fast sicher, das an anderer Stelle bereits beiläufig erwähnt zu haben. Die Bilder sehen nämlich immer irgendwie so „dokumentarisch“ aus. Das muss wohl daran liegen, dass man sich mit einem Pilz, der da so rumsteht und nix macht, auseinandersetzen muss. Von wegen Hintergrund, Beiwerk, Position und all den ganzen Einflüssen, die die Bildwirkung beeinflussen können, wenn man sich denn damit intensiv beschäftigt.

Da hat man das mit den Insekten dann schon einfacher. Nicht weil die sich mehrheitlich bewegen. Sondern weil deren Erscheinung durch die Körperform und deren Anhängsel irgendwie dynamischer als ein Pilz wirkt. Ausserdem sind Insekten fast schon eher mal zu bestimmen als Pilze.

Ich war froh, dass ich – wieder mal so zufällig – dann doch das eine und andere Krabbeltierchen zwischen den Pilzen lokalisieren konnte.


°loco°


°ego sententiam°

Man möchte wohl schon die Wirkung des einen oder anderen Motivs, das man so am Wegesrand findet, ästhetisch in Szene setzen. Dazu gehören auch die allgegenwärtigen Hundescheißehaufen.

Aber nur Scheiße zu fotografieren wird auf die Dauer auch langeweilerich.


°illustrationen°:


°movere imaginibus°

2018-11-01 – NSG Klöppersberg – Hundescheißhaufen im Tarnpilzpelz


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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