2018-11-18 – Residenzia – HolyHalla – Blitzversuche

2018-11-18 – Residenzia – HolyHalla – Blitzversuche

°descriptio°:

Ich kann keine Pilze mehr sehen.

Gestern war der letzte Versuch für mich, ein paar Spezies der Dritten Art ansehnlich als Trophäen in die hiesige Sammlung einzureihen. Vorher hatte ich mich über das Belichten mit Kunstlicht nochmal ausgiebig schlau gemacht, weil ich den Fotografien mal einen anderen Look verpassen wollte. Allerdings habe ich aber sträflicherweise den Bedienungsanleitungen des eigens dafür mitgeschlörrten Lichtequickmänts keine weitere Beachtung geschenkt. Man kennt sich ja schließlich mit seinem Klüngel bestens aus.

Das Desaster von gestern nahm ich zum Anlass, die heutige Vertrauensfrage des Schatzis, wohin uns denn wohl heute die Reise führen möge und ob ich Interesse am Besuch des NSG Brinksknapp hätte, aufgrund meiner persönlichen Problembewältigung erstmal nicht beantwortet hatte um dann – nachdem mir mit der intensiven Beschäftigung mit der Bedienungsanleitung des Metz HighTech-Austeckblitzgeräts selbst ein Licht aufging – die Frage aufgrund meiner gesteigerten Lustlosigkeit auf Pilze und den Begleitumständen diese zu finden um sie dann in Dauerkrampfhaltung mühselig in den Kasten zu bekommen, mit einem herzhaften und wahrhaft ehrlichen „nein“ beantwortet habe.

Eigentlich ist das nicht meine Art, ihr irgendeinen Wunsch nicht zu erfüllen. Sowas führt allgemein zu Komplikationen. Aber heute war ich mir selbst der Nächste. Ich hatte vorsichtshalber auch mit den ungünstigen Witterungsbedingungen argumentiert. Der eisige Ostwind ließ nämlich keine lustvolle Natursuchstimmung aufkommen.

Das passte wohl auch in das Plankonzept des Schatzis und sie bereitete ein herzaft köstliches Sonntagsessen: zart gegarte Röhrennudeln in deftiger Spinat-Knoblauchsauce und als proteinhaltige Beilage knusprig gebratene Hähnchenschnitzel. Das war lecker.

Sie beschäftigte sich sodann mit dem Mikroskop.

Und ich mich mit der Technik des Blitzens und der damit herausfordernden Aufgabe, diese Art des fotografischen Genres für den Betrachter des Bildes möglichst unsichtbar zu halten. Leichter gesagt als getan. Theoretisch soll das ja grundsätzlich machbar sein. Aber dazu gehört einerseits entsprechendes Zusatzequickmänt (wie z. B. ein Lichtzelt oder große Studioreflektoren oder sonstwie professionelles Gelumpe) sowie andererseits die einschlägig umfassende handwerkliche fotografische Ausbildung und dann auch noch haufenweise Erfahrung. Vom passenden Motiv mal ganz abgesehen.

Hab ich nicht. Werde ich wohl auch nicht bekommen. Was aber meiner heutigen Nachmitagsbeschäftigung keinen Abbruch bescheren sollte. Und so machte ich mich auf, mein Werkzeug mal genauer in Augenschein zu nehmen und es dann auch mal auf Herz & Nieren zu testen um es ggfs. für meine heutigen und auch zukünftigen Bedürfnisse zu modifizieren. Machen andere auch.

Das Schatzi zog am Mikroskop mit mir gleich. Sie machte dann später die enttäuschende Entdeckung, dass sich keine Insekten betrachten lassen würden. Und wenn man die denn mal mit reichlich Tricks auf dem Objektträger mit dem eigentlich doch schon präzise einzustellenden Kreuzsschlitten so positioniert hat, dass auch was erkennbar wird, das fast eindeutig als Facettenauge identifiziert werden kann, dann spielt die eingebaute Kamera doof und belichtet die Bilder schlicht und ergreifend nur über. Und das auch noch mit einem Rauschanteil, der die Facetten des Auges kaum noch als solche erkennen lässt. Die extreme Randunschärfe der Optik erstreckt sich zudem bis fast ins Znetrum des Bildes. Aber nur fast. Zur No kann man das Bild zurechtschneiden. Dann bleibt aber nicht mehr viel zum Auge machen übrig. Schade eigentlich. Ich hatte mir persönlich doch netwas mehr von dem Teil versprochen. Zumal man ja weiß, was selbst ein einfaches Mikroskop für knapp 50 Taler können müssen darf.

Die Firma BRESSER hat sich mit ihrem Mikroguckdings also nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert.


°loco°

Hier in Residenzia, in den Heiligen Hallen. Draußen ist nämlich zu windigkalt …


°ego sententiam°

Technik ist ja meistens ganz hilfreich. Gut, dass es die gibt. Und wenn man sich mit dem Scheiß auch noch gut auskennt, kann man einen angemessenen und vor allem zufriedenstellenden Nutzen daraus ziehen. Aber wehe, die Technik ist noch nicht ausgereift. Oder einfach nur billig. Dann nützen einem auch die einfallsreichsten Tricks nichts mehr.

Und wenn die Akkus alle sind (und die Technik nicht in der Lage ist, den Ladestand zuverlässig anzuzeigen), is‘ auch doof.

Allerdings kann (und sollte) man (gelegentlich) auf Technik gerne mal verzichten. Die Fotos haben einen rein dokumentarischen Wert und sind deshalb nicht mit Bilbearbeitungssoftware aufgehübscht und nachgefummelt worden. Die kommen diesmal ausnahmsweise tatsächlich so wie sie hier sind aus der Kamera.

Manchmal wundere ich mich über mich selbst …


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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