°descriptio°:
Der Plan war, heute direkt um 8:00 Uhr in RE zu sein, um Blut zapfen und das EKG erstellen zu lassen. Also ohne Kaffee und ohne zu kacken schon um 7:30 Uhr die Heiligen Hallen verlassen um dann auf der Hinfahrt in die Stadt festzustellen, dass der Verkehrsfluß in ALLEN Richtungen aufgrund der wahnwitzigen Verkehrsplanung des dekadenten hiesigen Rathauses zum Erliegen gekommen ist. Die Autobahnbaustelle ist zunächst mal der Hauptgrund. Das hätten die Planungsidioten hier mal berücksichtigen sollen, um den Verkehr sauber abfließen zu lassen. Statt dessen richten die Vollpfosten auf 4-spurigen Straßen noch mal eben schnell 30er Zonen ein, um sich über mobile Radarfallen ein nettes Taschengeld von den ohnehin zumeist existenzgefährdeten Verkehrsteilnehmern abgreifen zu können. Altersschwache Rentner fahren eh bedächtiger. Die halten sowieso den Verkehr auf jedem Streckenabschnitt zu jeder Tageszeit auf. Und wenn dann noch unsinnig und unangepasste „Verkehrsberuhigung“ den ansonsten und mittlerweile auch nur mäßig fließenden Verkehr zum Erliegen bringt, wird’s für so manchen – und ganz besonders für mich – ärgerlich. Und schlußendlich in jeglicher Hinsicht teuer. Wenn man sich nicht an den um sich greifenden Irrsinn anpasst. Anscheinend sollen die innerstädtischen Verkehrsteilnehmer wirsch gemacht werden. Wie lange das noch ohne einen kriegerischen Aufstand gut gehen wird, will die verantwortliche Obrigkeit wohl ausreizen. In Frankreich kam es in der Vergangenheit wegen solch dauerhafter Volksverarschung ja schon mal zur Revolution, bei der der olle King Luis schlußendlich sein gekröntes Haupt verloren hatte. Der sah ohne Kopf gar nicht mehr so erhaben und Ehrfurcht einflössend aus. Und hier rechnen die im Rathaus rumschleimenden Verwaltungspenner nicht damit? Wohl weil’s dem braven Deutschen nicht liegt, sich gegen die Schmach von Vollpfosten aufzulehnen. Dann müssense eben als Stau herhalten. Das Radio hätte ja sonst auch nix zu tun …
Weil ich gestern damit begonnen hatte, das 55-300 nebst vogeschalteter Brennweitenverlängerung von 1,4-fach und mit Hilfe der aufgesetzten RAYNOX-Linse mit Vergrößerungsfaktor 1,5 auf eine nominale Brennweite (inkl. Sensorcop von 1,5-fach) von sensationellen 945 mm zu pimpen, machte ich dann auch die passenden Entdeckungen, um die Kombi mal auszureizen. Den SIGMA-Ringblitz musste ich mit 4 zusätzlichen Step-Up-Ringen an das Filtergewinde des Objektivs anpassen, was das lange Ende schwer wie Blei werden ließ. Knipsen mit nur einer Hand scheidet damit aus.
Der Rest ist reine Einstellungssache.
Die Kamera macht’s mit. Die Kombi rockt. Die Abbildungsleistung ist mehr als zufriedenstellend. Allerdings kann ich bei DER Brennweite die Tüte keinesfalls mehr aus der Hand – bzw. in diesem Fall: den Händen – abfeuern. Stativ – oder besser noch: ein Betonfundament – ist definitiv Pflicht. Bei kürzeren Brennweiten – also bei eingefahrenem Tubus – stellt sich die Frage nicht mehr.
Mich freut’s dass das 55-300 auch bei Blende 32 noch hinreichend scharf abbildet, ohne nennenswerte Beugungsunschärfe zu produzieren. Bei maximaler Blende 54 sehen die Insektenmotive aber dann doch schon ziemlich matschig aus. Zur Not geht aber auch das, wenn Tiefenschärfe nicht mit gemütlichem Stacking sondern zwangsläufig aus Zeitgründen nur mit einer Blitz-Aufnahme realisiert werden muss.
Ziel ist es gewesen, das lange Rohr nebst bewährtem Zubehör für’s Feld einsatzbereit zu bekommen. Ich würde sagen: die Kombi hat den Test bestanden.
So dachte auch der Nachbar von gegenüber im 3. OG. Der hatte heute mal pauschal seine vorweihnachtliche Balkoninnenundaussenverstrahlung in Betrieb genommen. Natürlich hatte er auch vorsorglich vorher seine Fensterrollladen runtergelassen, um die aufdringliche Kirmesbeleuchtung, die zu unserer Freude (noch) nicht nervtötend geflackert hat, nicht selbst in seinem Wohnzimmer ertragen zu müssen. Dann stand er in den Abendstunden irgendwann ehrfürchtig vor seinem Werk und schien sichtlich zufrieden damit.
Der Typ muss offensichtlich LED gefressen haben.
Und wenn ER völlig dicht und hoffnungslos verstrahlt mit sich zufrieden sein kann, dann werden das die Nachbarn von gegenüber wohl auch sein. Zumindest hat er diesen Eindruck hinterlassen, als er von dannen torkelte.
Wir haben uns über den uns frei Haus gebotenen Schwachsinn köstlich amüsiert. Woanders müsste man für so eine exzellent unterhaltsame Abend-Show teuer Eintritt zahlen. Er hat deshalb sicher angenommen, dass wir uns über seine „Bescherung“ gefreut haben. DER kann jetzt ruhig schlafen …
Borstenwürmer schlafen tagsüber. Nur weil wir die mit dem Mulm aus dem Aquarium abgesaugt und in einem Trinkglas temporär auf der Mikrowelle in möglichst nicht unbedarft erreichbare Höhe zwischengelagert haben, sind die heute ziemlich aktiv in der Wasserprobe unterm Mikroskop unterwegs gewesen. Anfänglich waren Amöben, Sonnentierchen und andere Mikroorganismen die Objekte der Betrachtungsbegierde. Diese winzigen, hilflosen und schwachen Geschöpfe wurden allerdings von riesigen Würmern ständig aus dem Sichtfeld des Mikroskops ge- und verdrängt. So dass das Schatzi dann die dicken Dinger mal näher zu inspizieren versuchte. Die passten aber aufgrund ihrer gigantischen Größe von knapp etwas unter 1000 µm nicht in ihrer vollen Pracht und Herrlichkeit auf den Bildschirm.
Somit waren die dann aber schon wieder groß genug, um die mit der Knipskistenkombi einzufangen.
Klingt verrückt?
Isses auch …
°loco°
ReSidenzia – zumeist im Wohnzimmer, eine ganze Weile lang im Esszimmer und einmal auch auf’m BallKong …
°ego sententiam°
Rumprobieren und Trockenübungen zu veranstalten lohnt sich tatsächlich. So weiss ich, was in der nächsten Saison – die hoffentlich im Ergebnis etwas reichhaltiger ausfallen wird – auf mich zukommt. Die Makrofotografie macht mir nämlich – immer noch – richtig Spaß. Und wenn’s denn klappt und die Ergebnisse ansehnlich sind, isses für mich umso erfreulicher.
Das Schatzi hat auch rumprobiert. Wir werden aufgrund der erfolgreichen wisenschaftlichen Forschungen bei nächster Gelegenheit mal Wasserproben an geeigneten Örtlichkeiten zapfen, um diese auf Mikroorganismen zu untersuchen.
Der weltbekannten, hochwohldotierten und zudem weitreichend künstlerisch ambitionierten Wissenschaftswissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Dr. hc. Charlotte von Filtringen wird das ja wohl uneingeschränkt gestattet sein …
°illustrationen°:
°movere imaginibus°
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …

























