°descriptio°:
Ich hatte ernsthaft vorgehabt, den gesamten Verlauf des heutigen Experiments penibel und akribisch zu notieren.
Ich hab’s nicht getan. Leider.
Ich erwähne hier nur, dass ich die Tropfenfotos alle von Hand – also ohne irgenwelche Automaten und Messgeräte und so’n Gedönskrams – ausgelöst habe. Meine Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration lässt also trotz meines methusalemischen Alters noch nicht ganz zu wünschen übrig.
Im entscheidenden Moment abdrücken geht also noch. Ich schaffe es sogar, die Motive annähernd zu reproduzieren. Wenn ich ’n Krönchen will, dann mach ich ’n Krönchen. Und wenn die Säule hoch aufsteigen soll, lass ich die hoch aufsteigen.
Und das alles mit einem lächerlich erscheinenden Aufbau.
Eine Plastik-Tupper-Wanne aus dem Küchenschrank, ein Infosionsbesteck aus dem Krankenhaus, ein neuer (ich-konnte-nicht-wiederstehen) Metz M400 Systemblitz (der MB 58 AF-2 ist wegen Displayfehler derzeit noch in Garantiereparatur), ein Stativ für den Wassersack, ein Tischstativ für die Kamera, ein paar verschiedenfarbige Folienkartons sowie Kleenex und Handtücher zum Aufwischen und natürlich die K-7 mit dem 100er Makro. Die K-7 hatte ich mit Kabelfernauslöser gezündet.
Anfangs -also bis zum Ende des zweiten Versuchs – aber noch den irrwitzigen Fehler gemacht, die Belichtungszeit in der Kamera auf 1/8000stel Sekunde einzustellen. Das ist Quatsch. Dann gibt’s durch die enorme Verschlußgeschwindigkeit häßliche Streifen im Bild, die vom Verschlußvorhang verursacht werden, weil der Blitz gar nicht so schnell abbrennt. Die normale Blitzsynchronzeit von 1/180stel Sek. reicht völlig aus.
Weil die Abbrennzeit des Blitzes entscheidend ist, damit die extrem schnelle Bewegung des Wassertropfens „eingefroren“ werden kann. Dazu wird das Blitzgerät im manuellen Betriebsmodus auf vorzugsweise geringste Abbrennleistung eingestellt (max. 1/32, besser 1/64, 1/128 ist top, 1/256 kann nicht jeder Blitz …). Je größer der Wert desto geringer ist die Abbrennleistung und desto geringer auch die Leuchtkraft des Blitzlichts. Da muss man bei Blende 16 mit dem Blitzgerät schon heftig nah dran und dann aufpassen, dass der kein Wasser abbekommt.
Nur mit den „Tropfen-auf-Tropfen“ muss ich noch tüchtig üben. Zumal ich im Moment keine Ahnung habe, wie schnell die hintereinander fallen müssen, um auch genau auf’m Punkt zu kollidieren. Soll heißen: wenn der erste Tropfen aufschlägt und wieder als Säule aufsteigt, muss der zweite nachfolgende Tropfen den Zenitpunkt des ersten Tropfens treffen und dort mit dem ersten kollidieren. Dann erst gibt’s das nette Schirmchen.
Ich hab es heute – während des dritten Experiment-Durchlaufs – gerade nur zweimal schaffen können. Den ersten TaT habe ich deshalb auch als Beitragsbild gesetzt.
Man sagt, dass ein guter TaT-Macher (von Hand) etwa 20 Versuche braucht, um einen TaT zu bekommen.
Ich stelle mich der Herausforderung.
OHNE Magnetventile, Lichtschranke und all den Schnickschnack…
°loco°
Die gesamten HolyHallas in Beschlag genommen …
°ego sententiam°
Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht so konsequent war, alle meine Ideen und Visionen und gewonnenen Erkenntnisse, die ich vor, während und nach dem Experiment hatte, zu notieren.
Ich ärgere mich deshalb darüber, weil ich tendenziell sowieso dazu neige, alles wieder zu vergessen. Und es dann ganz nett gewesen wäre, wenn ich nach geraumer Zeit dann mal wieder hier hätte reingucken können und mir dann nicht nur ’n Licht aufgeht …
°supplementum°
Ich schätze mal ganz dringend, dass das heute nicht das letzte Experiment in dieser Richtung war…
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …













































































































































































