°descriptio°:
Neulich flog der Vermieter mit seinem HiWiHumpelKumpel hier ein. Herbert hatte sich nämlich – wie immer um diese Jahreszeit – zur Aufgabe gemacht, den Garagenhof und den Rest des unbebauten Grundstücks von derzeit uns hoffnungsvoll erscheinendes aber leider von ihm unerwünschtes Leben zu befreien.
Und Herbert macht keine halben Sachen. Auch wenn er schlecht gucken kann, so ist der doch echt gründlich und vor allem in dieser Richtung sehr zuverlässig. Und trotz seines Alters immer noch flink dabei. Hoffentlich bleibt der Gute uns noch lange erhalten. Wenn sein Junior die Bude irgendwann mal übernehmen sollte, wird hier wahrscheinlich erst mal alles betoniert und grün gestrichen, damit der bisherige Pflegeaufwand entfällt und sich auch ja kein Ungeziefer und Unkraut hier mehr breit machen können.
Als Häbbätt dann einflog, stand aber mein Panzer noch vor der Garage. Ich hatte am Vortag auf der Straße mal wieder keinen Parkplatz gefunden. Die Parkraumsituation wird hier nämlich immer schlimmer. Und weil der Panzer dicht am Zaun geparkt war, konnten Häbbätt und sein HiWiKumpel dann auch nicht da dran längs gehen mit Sense, Kratzer, Spaten, Unkrautzupfer oder was auch immer die zum klassischen schnell wirkenden Pflanzenvernichten nehmen. Unkrautvernichtungsmittel haben wir – zumindest den beiden – schon vorletztes Jahr behutsam aber mit Nachdruck abgewöhnt. Häbbatt hat dran gewöhnt. Ausserdem gibt’s hier ja nicht mehr viel zu vernichten
Mehr durch Zufall wurde sie also von mir gerettet, die noch unbekannte Lebensform. Mittlerweile hat sie eine stolze Höhe erreicht und sie fängt an zu blühen. Ich hatte gerade noch versucht, die zu bestimmen.
Fehlanzeige. Die kennt keiner. Noch nicht.
Wahrscheinlich kennt die deswegen keiner, weil sie in der Regel da wo sie wachsen würde, gar nicht erst dazu kommen kann, weil sie von übereifrig aufräumwütigen HobbyGärtnern direkt als Keimling rausgerissen wird.
Für mich völlig unverständlich und zienlich schräg: die Leute kaufen für ein Vermögen irgendwelche Zuchtformen aus den Gartencentern. Diese Sorten vertragen meistens gar nix und müssen mit einem Heidenaufwand gehegt und gepflegt werden. Nicht zu vergessen sind die Folgekosten für künstliche Bewässerung aus der Trinkwasserleitung (den Pflenzen solls ja mindestens genauso gut gehen wie dem Hobbygärtner) und dann brauchen die aber auch noch teure Pflanzenschutzmittel und haufenweise Dünger, damit die überhaupt das Jahr überleben.
Nicht so dieser Wildwuchs. Kommt von irgendwoher angeweht. lässt sich da nieder wo’s gerade passt, keimt, wächst, wird nicht krank und blüht. Und füttert auch noch andere mit durch. Und das alles kostenlos und ohne menschliches Zutun. Weil das so ist, wird sie vernichtet. Will nämlich keiner haben, so’n unnützes schäbbiges Unkraut. Schon gar nicht so’n hohes …
Dabei sieht die echt toll aus.
Ich versteh‘ die Logik der Leute nicht mehr …
Die Pflanze hat natürlich auch Bewohner.
Ein Pärchen sich paarender Rüsselkäfer (die machen erfahrungsgemäß nix anderes …) sind derzeit auf der (noch) unbekannten Pflanze eingezogen. Die Käfer kennt aber auch keiner. Wahrscheinlich deshalb, weil die Pflanze nirgendwo erst gar nicht so weit kommt, als dass der Rüsselkäfer die als Wohnung nehmen kann.
Selbst Andreas Haselböck hat in seinem Fundus kein derartiges Exemplar zu bieten. Und der hat schon echt viele Rüsselkäfer. Aber keiner von seinen stimmt mit den Merkmalen der Käfer hier überein: etwa 5-6 mm lang, rote Beine, langer dunkler Rüssel, graumeliertes „Fell“, schwarze Binde hinter den Augen und eine weitere scharze Binde, die optisch den Kopf vom Rumpf trennt.
Viel Spaß beim Suchen …
°loco°
Residenzia – im Hof am Zaun an meiner Garage…
°ego sententiam°
Die Bilder sind heute nur zufällig entstanden.
Ich hatte eigentlich vorgehabt, die gestern begonnenen Experimente mit meinem Selbstbauhochstativ unter Realbedingungen fortzuführen und dabei den Optimierungtsbedarf rauszukitzeln.
Dier ersten Ergebnisse auf dem Hof und dem Balkon waren für mich ziemlich verblüffend. Ich kann das Baumarkt-Teleskoprohr soweit ausfahren, dass die Eintrittspupille auf knapp 4,80 Meter liegt. Das ergibt schon eine ganz andere Sichtweise der Dinge. Ich komme damit zwar nicht so hoch wie mit ’ner Drohne. Aber knapp 5 Meter über Grund sind schon mal was. Und das dann als Kugelpano …
Das muss geübt werden. Die Angelegenheit ist nämlich ziemlich schwankend. Aber man kann damit arbeiten. Ausserdem hat mich das Material für den Spaß weniger als 50 Taler gekostet. Da kann man nicht viel verlangen. Nach oben ist natürlich keine Grenze. Ich hatte von Hochstativen gelesen, die manuell bis auf 13 Meter gehen können, dann aber auch nur noch mit zwei Mann bedient werden sollten.
Höher heht auch. Mit hydraulisch angetriebenen Teleskoprohren, ferngesteuertem Pano-Motorkopf und Kamera sowieso ferngesteuert. Also alles Vollautomatisch. Damit überlässt der Profi dann auch nichts mehr dem Zufall.
Zu teuer. Zu langweilig.
Meine billige AluTeleskopSäule wollte ich mal auf Durchbiegung und das ganze System insgesamt auf zuverlässigen Halt testen und hatte dann in horizontaler Lage mit montiertem Kopf und Kamera dann auf volle Länge ausgezogen. Die Kamera hielt ich dabei vorsorglich über die Couch.
Da fiel mir auf, dass die kleine Pentax am langen Ende dann plötzlich 11 Kilogramm wiegt !!
Die Rohre haben sich in der horizontalen Lage trotz dem Kopfgewicht tatsächlich aber nur sehr wenig durchgebogen. Und wenn man nicht auf volle Länge auszieht, ist die Stange sogar noch einigermaßen im Griff zu behalten und die Durchbiegung auch nicht mehr ganz so wild. Durchbrechen wird da nix. Und das Alurohr ist ziemlich elastisch und bleibt auch nach der von mir provozierten Durchbiegung nicht krumm.
Die horizontale Lage der Stange wird interessant für Standorte, die man eigentlich gar nicht betreten kann. Z. B. die Fließrinne der Emscher: reinstellen in das Kloakenbett kann man sich definitiv nicht, aber die Stange drüberhalten geht. Das gibt dann schon den einen oder anderen verblüffenden Effekt …
Ich wollte also eigentlich heute auf die Suche nach passenden Hochstativ-Motiven gehen und hatte meinen ganzen Plunder zusammengepackt, war mit dem zufällig überlebenden Zaunblümchen und seinen Rüsselkäferbewohnern gerade fertig und stand schon abfahrbereit in der Einfahrt, da bimmelte die Bimmel …
°supplementum°
Hier ist nix mehr hinzuzufügen. Der nächste Beitrag wirkt ergänzend.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …






