°descriptio°:
Neue (alte) Kamera, neues (altes) Glück. Mit Erhalt des japanischen Modells der Pentax K-01 und der anfänglichen Eingewöhnungsphase hatte ich nun vorgehabt, den Türstopper mal auf seine Lichtempfindlichkeit hin zu testen. Bei den vorangegangenen Experimenten blieb mir stellenweise schon echt die Spucke weg, weil die Abbildungleistung des Sensors den der K-7 schon deutlich überflügelt. Was ja kein Kunststück ist, weil die K-7 bereits als technische Oma gilt. Die trotz allem immer noch bei mir ihre unbeschränkte Berechtigung genießt, weil die K-01 viele Dinge NICHT kann, die die K-7 mal eben so macht. Nur die Sensorleistung der K-7 ist bei schwachem Licht und dem damit verbundenen Rauschverhalten natürlich nicht auf der Höhe der K-01. Die K-01 hat dafür sehr viele andere Schwächen. Zu viele, um der K-7 den Rang der uneingeschränkten Gebrauchstauglichkeit abringen zu können. Somit bleibt die K-01 für mich nur ein Mittel zum Zweck, wenn die K-7 mal gerade nicht kann …
Und der heutige Zweck sollte sein, Sternspuren zu erzeugen.
Auf dem BallKong kam mir gestern abend der Blitz dazu, als ich verblüfft festgestellt hatte, dass die Bildaufnahmen bei Nacht tatsächlich da Sterne zeigen, wo auch welche sind. Und nicht überwiegend überheblich übertriebenes Bildrauschen, dass die Betrachtung von Sternenbildern fast schon ungenießbar werden lässt.
Weil ich also hier, mitten auf der Landebahn des nächtlich hell erleuchteten Musems der Republik, in der Lage war, einen insgesamt schwach sichtbaren Sternenhimmel, dessen Sternbilder ich aufgrund der unsäglichen Lichtverschmutzung selbst mit blossem Auge nicht richtig identifizieren konnte, mit der K-01 sichtbar zu machen, beratschlagte ich ich mich zwecks passender Standortwahl mit dem Schatzi. Sie erinnerte sich, dass die Halde Rheinelbe doch so’ne mittelgroße Skulptur auf die Kuppe aufgepflanzt bekommen hatte, und der ansonsten uselige Betonklotz mit dem verführerischen Namen „Himmelsleiter“ sich bestimmt ganz nett in das geplante Projekt „Sternspuren“ einfügen lässt.
Wenn ich zudem heute noch etwas zeitiger die Schuhe scharf machen würde, könnte ich mich auf den dort angelegten Haldengängen dann auch noch vorher mit ’ner MoTiLa beschäftigen.
Ich bin aber zu spät und doch zu früh dahin gefahren. Zu spät deshalb, weil es schon zu dunkel für MoTiLa war und ich dabei mit der manuellen Anpeilung des Ziels vermutlich nicht mehr wirklich zurecht gekommen wäre. Zu früh deshalb, weil die Skulptur und der Schutthaufen an sich aufgrund der Wetterlage von Menschen beschlagnahmt wurden, die sich zwar insoweit noch moderat verhalten hatten, mir aber bei meinem Vorhaben lästig erschienen und ich nach einiger Wartezeit dann auch zuerst noch aus der Ferne die ersten Testaufnahmen machen wollte/konnte.
Dann kamen zwischendurch noch mehr Menschen und brachten ihre verschissenen Spielzeugdrohnen mit, um sie dort fliegen zu lassen. Die Störung dauerte aber nur einen gefühlt kurzen Zeitraum, weil die Spielzeuge bei einem Aufstieg und Flug soviel Saft aus ihrem Akku ziehen, dass der Pilot das Ding etwa 5 bis max.10 Minuten in der Luft halten kann und mit 4 Akkuwechseln etwa ’ne halbe bis dreiviertel Stunde Spass hat.
Allzu hoch sind die da auch nicht geflogen. Mit der Luftpumpe hätte ich hilfreich den Landevorgang noch vorzeitiger einleiten können. Beim nächsten Mal nehm ich die auch mit.
Als ich dann endlich soweit war, dass ich die erste Sequenz feuern konnte/wollte, wurden die Flutlichter des im Tal gelegenen Lorheidestadions ausgeknipst und meine Vordergrundbeleuchtung des Betontrümmers ist direkt am Anfang der Sequenz im Keim erstickt worden.
Soviel Glück kann auch nur ich haben.
°loco°
°ego sententiam°
Was an dem Betontrümmer eine Leiter und dann auch noch himmlisch sein soll, entzieht sich meiner Vorstellungskraft und ich fühlte mich direkt wieder gedanklich zurückkatapultiert in die 80er Jahre. Da war in Sachen „Kunst“ dann auch wirklich ALLES erlaubt. Das „Kind“ des Künstlers brauchte nur einen fantasie- und klangvollen Namen, um über die mit der Namensgebung erwirkten assoziativen Halluzinationen aus Scheiße dann Gold werden zu lassen.
Hinsichtlich der neumodernen Drohnenscheiße steht mein Entschluß aufgrund der heute gemachte Erfahrung fundamental fest: so ein bescheuertes Fluggerät werde ich mir trotz allem nicht zulegen wollen. Zumal ich gespannt bin, wann der Unsinn wieder verboten wird, weil sich Meldungen häufen, die inhaltlich Drohnenflüge bekanntgeben, die mittlerweile die Arbeiten von Rettungs- und Bergungseinsätzen behindern.
Dafür liebäugel ich mit der KP. Die mir aber noch viel zu teuer ist. Ein gebrauchtes Modell wäre mir wohl durchaus genehm, ist aber – je nach Zustand – immer noch unerschwinglich.
°supplementum°
Die K-01 hat den Test bestanden. Damit kann man erstmal weitermachen.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …




















