°descriptio°:
Seit Monaten hat sich keine bewegende Bewegung bewegt. Was nicht nur am Pseudowinter gelegen hat. Sondern vielmehr an den umständlichen Umständen, die mir auf widerlichste Weise widerfahren sind.
Gerade hab ich den Befund der von mir angestrengten Blutuntersuchung mitgeteilt bekommen. Das große Blutbild ist top. Besser geht nicht. Bis auf den Umstand, dass der Körper sich gegen eine Entzündung wehrt, die den CRT-Wert nach oben schießen lässt. Dass ich ’ne Entzündung im Balg habe merke ich auch. Da kann selbst Physio-Ruudi mit seinen geschickten spitzen Fingern nix machen. Wobei die Physiotherapie anfangs richtig gut geholfen hat hat und einen Großteil der Blockaden aus Fahrgestell und Flügeln eliminieren konnte. Was jetzt noch zwickt, kann aber nicht ursächlich festgestellt werden. Und weil der Verdacht naheliegt, dass eine Borreliose die Symptome verursachen könnte, hab ich dann auch den Borreliose-Bluttest machen lassen.
Der hat ernüchternd ergeben, dass eine Infektion nicht auszuschließen sei und deswegen in 14 Tagen der gleiche Test nochmal angesagt ist.
Die Drexviecher hatten mich in der Vergangenheit oft genug gepiesackt. Und ich vermute stark, dass die Zecken aus dem Harz die Übeltäter sind. Die Gegend gibt es her. Da sind die Zecken stärker mit dem Virus infiziert als hierzulande, so sagt man.
Nur gut, dass Mauerbienen dem Menschen gegenüber friedlicher geneigt sind. Aber unter ihren Artgenossen findet derzeit am Insektenhotel ein heftiger Streit um das hübscheste Mädchen statt. Die Brutröhren werden bei dem gerade halbwegs sonnigen Wetter von den Jungs belagert und die bekämpfen sich gegenseitig um die besten Plätze. Die Mädchen lassen noch auf sich warten. Die stecken zwischendurch mal den Kopf aus ihrer Röhre und verschwinden dann auch direkt wieder, weil denen die Unruhe der Jungs voll auf den Wempel geht.
Und sobald die Mädchen aus ihrer Röhre geschlüpft sind, werden die direkt von den Jungs überfallen. Ein ziemlich schauerliches Schauspiel, weil das schon fast an Kinderpornographie grenzt. Das kann man sich auch nicht mit der Beobachtung, dass die Jungs ja kleiner sind, schön reden. Dafür sind die umso hartnäckiger und lassen noch nicht mal los, wenn das Mädchen hoffnungslos entkräftet in einen Wassereimer fällt und beide zu ertrinken drohen …
°loco°
Auf dem residenzialischen Freusitz.
°ego sententiam°
Die ersten Brutröhren wurden schon Anfang Februar von den Jungs verlassen, wei die dachten, dass die nun dran sind. Dann kam aber wieder ein grauenhafter Kälteeinbruch. Der den kleinen Brummsummseln aber anscheinend nichts anhaben konnte.
Robust sindse ja.
Die schwimmen sogar. Obwohl die gar nicht schwimmen können. Ich habe mittlerweile 7 oder 8 von denen einzeln oder als zusammengeklettetes Pärchen aus den Gießeimern gefischt. Zum Glück alle lebend. Die wurden dann auf einem ZEWA getrocknet und konnten nach ’ner kurzen Aufwärmphase in der flachen Hand wieder weiter toben.
Auch die Bruchpiloten hab ich vom Boden aufgesammelt und in der Hand gewärmt. Kälte können die genauswenig gut ab wie ich.
°supplementum°
Im nächsten Jahr geht’s wieder von vorne los, so hoffe ich.
°illustrationen°:
°movere imaginibus°
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …
























