°descriptio°:
Anlässlich der heutigen Erscheinung mal schnell ’ne Bestandsaufnahme.
Es tummeln sich hier derweil (in alphabetischer Reihenfolge genannt, viele aber nur temporär und einige im weiteren Umfeld):
- Amsel
- Distelfink
- Elster
- Fledermaus
- Gartenbaumläufer
- Grünfink
- Grünspecht
- Haussperling
- Kohlmeise
- Rabenkrähe
- Mauersegler
- Rotkehlchen
- Ringeltaube
- Türkentaube
- Zaunkönig
und seit heute auch ein Päärchen Hausrotschwänze 🙂 .
Eichhörnchen, Frösche, Igel, Marder und Maus natürlich auch.
Und – im Moment noch – eine gefühlte Hand voll Insekten, die wir uns hier teilen müssen …
Naja. Und Alfred. Ein kaum erwähnenswerter, fauler, unbeweglicher, bequemer, ziemlich bräsiger und vor allem tauber Hauskater, der am liebsten bei jedem Wetter draussen wohnt. Der wird zum Glück aber von der weiblichen Nachbarschaft im aufmerksamen steten Wechsel gut und ständig mit Rindswürstchen und Katzenmilch bei bester Laune gehalten und wird immer fetter. Der hat keinerlei Ambitionen, den hiesigen Mitbewohnern ernsthaft nachzustellen. Es sei denn, die sind eh schon kurz vor ihrem natürlichen Ende.
Alfred ist also ungefährlich.
Die anderen Freigänger seiner Art stellen – zusammen mit den freilaufenden Hundebesitzern und ihren Kötern und den asozialen Logengästen (der selbstherrliche und mit Viagratestosteron vollgepumpte Inge, der vollverstrahlte Locke, seine lärmsüchtige und mittlerweile auch stark winterfette Uschi und ihr genetisch versautes und stets aufmerksam freundlich vorlautes Mastriesenbaby und nicht zuletzt der tiefenentspannte Quad quälende Mattin) – allerdings wohl schon eine erhebliche Bedrohung des residenzialischen Wohnumfeldfriedens dar. Von der Bedrohung des Hausfriedens durch die beknallte schäbbige Otze aus’m 2. OG rechts und deren ebenfalls deutlich verhaltensgestörten Nachbarn von links bzw. direkt über mir als Indikatoren für die Mängel in meinem System mal ganz abgesehen.
Die Freude der Entdeckung ist groß, weil ich zuerst gar nicht wusste, wer sich da auf dem Garagendach auffällig lange in einer Art Lauerstellung ruhig verhält. Alle anderen gefiederten Freude hier haben die Marotte, dass die – vor allem die Elstern – ständig unruhig hin und her hopsen, alles durchwühlen, und schon mal gar nicht länger ruhig auf einer Stelle sitzen bleiben. Die freundlich ausstrahlende Ruhe machte den Vogel also so besonders. Erst dachte ich noch, jaklar, jetzt rennste rein und holst das Werkzeug und dann ist der Piepmatz sowieso schon wieder weg. Aber ’n Versuch war’s ja Wert, und ich hatte tasächlich mal Glück gehabt. Und sogar als Päärchen hab ich die beiden durchs geöffnete Thronsaalfenster auf dem Zaun erwischen können …
°loco°
Im Hofbiotop auf dem Zaun vor dem Freusitz …
°ego sententiam°
Seit letztem Jahr versuche ich geduldig, mit den mir gegebenen Mitteln und Argumentationshilfen, im hier gedeihenden Hofbiotop (und auch in den angrenzenden) für eine Anreicherung der Artenvielfalt zu sorgen. Was nicht immer überall und bei jedem hier gut ankommt, weil ja gerade Insekten jeglicher Couleur als zwar elementar wichtige aber im eigenen Umfeld dann doch deutlich unerwünschte Spezies empfunden werden. Ausserdem passen allgemein die von Insekten bevölkerten naturbelassenen unversiegelten Flächen immer noch nicht in das ordentliche und gepflegte Weltbild derer, die sich sehenden Auges mit ihrem Aufräum- und Beleuchtungswahn ungebremst selbst in den Abgrund steuern.
Während der Zeit meines ungewollten Aufenthalts – aus dem ich das Beste zu machen versuche – sind hier aber auch schon einige andere in fast greifbarer Nähe vorbeigeflogen. Auch Falken, Sperber, Wildgänse, Kraniche, Möwen, Einmannultraleichtflieger und Zeppelinluftschiffe.
Die alle nicht wirklich was mit dem Hofbiotop zu tun haben, aber zwischenzeitlich schon mal etwas für Abwechslung sorgen konnten.
Der Zuzug der Hausrotschwänze gibt mir aber in meinem Begehr, das Hofbiotop als geschützten Lebensraum zu deklarieren, unumwunden Recht.
Nur blöd, dass sich hier sonst niemand für sowas interessiert …
Ich gehe davon aus, dass der Besuch dieses mir bis heute unbekannten Gastes wohl nur sowas wie ’ne Durchreise war. Für ein Primärhabität ist das Areal zu klein, gibt also nicht genug Nahrung für alle her. Wobei bemerkenswert ist, dass der Vogel hier erschienen ist, nachdem die Nachbarschaft brutal die Grünflächen bis auf die Narbe rasiert hatten. Das hat wohl die Insektenlarven, Raupen und Spinnen freigelegt, an denen allerdings ALLE hier – bis auf die Tauben – verstärktes Interesse haben…
°supplementum°
Ich vermute, dass kein Nachtrag an dieser Stelle ergänzt werden kann …




















