°descriptio°
Datteln gehört zum Kreis REh, ist also faktisch auch ’n REh, nur ohne eigenen Autobahnanschluss, aber mindestens genauso verstrahlt wie das RathausREh in der gruseligen REhStadt.
REh isnich mein Ding, und Datteln auch nich.
Ich musste hier vor knapp 50 Jahren zur Berufsschule hin. 3 Jahre lang. So’ne Berufsausbildung war zu meiner Zeit nur im Ausbildungsbetrieb ’ne harte Nuß. Die Berufsschule aber war keine nennenswerte Hürde. Zumindest für die Azubis nicht, die schon ein brauchbares Allgemeinwissen und einen erweiterten Intellekt mitbrachten in den beschaulichen Unterricht, den der Herr Siebert für uns gestaltet hat. Von Überforderung konnte da keine Rede sein. Ausserdem konnte ich meinen mißlungenen Realschulvorteil bei der theoretischen Ausbildung entspannt ausspielen. Die praktische Ausbildung im Betrieb unter unterlassener Federführung von Juniormeister Ulli Kalaba war dagegen dann doch jedes Jahr nach der Zwischenprüfung wie ein Neubeginn, weil mein Paps der Meinung war, dass ich das Ding durchzuziehen hätte, um die Pappe an die Wand zu nageln. Der Existenzberechtigungschein ist gemeint, genau genommen der Gesellenbrief, der einen erst zum vollwertigen Menschen gemacht hat. Mein Respekt hatte es dann auch abgefordert, dass ich dem Mann nicht wiedersprochen und unter Tränen durchgehalten habe. Letztendlich war das auch die richtige Entscheidung, und ich danke immer noch der unanfechtbaren Autorität meines alten Herrn.
Datteln kenne ich also nur von meinen vergleichseise wenigen und vor allem unfreiwilligen Durchreisen. Mich hat hier noch nie was interessiert. Auch wenn die ’n Kanal und ’n eigenen Sportboothafen haben, in dem das opulente Kreuzfahrtschiff vom Juniormeister gelegen hat. Das Ding war wohl sowas wie ’n Moderboot mit Segeln, und paddeln konnte man wohl auch damit. Ich hab’s aber nie gesehen. Wie schon gesacht, ich hab mich für den Scheiss da nich weiter interessiert.
Das Schiffshebewerk gehört Henrichenburg. Und die gehören nach Waltrop. Somit hat Datteln also nur noch ’n sündhaft teures und nur mit freundlicher Hilfe und Unterstützung von Korruption errichtetes Kohlekraftwerk, was erst kürzlich noch entgegen dem Willen von vernünftigen Menschen in Betrieb genommen wurde. Und ’n Baumarkt haben die auch hier. Und ’ne äusserst fähige Kinderklinik. Die macht den meisten Sinn, ist aber für Ortsunkundige nur seeehr schwer zu erreichen.
Wie auch immer. Datteln und REh sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich.
Während REh ’n übelsten Karnevalsumzug veranstaltet, veranstaltet Datteln ’ne übelste Frühjahrskirmes, damit – wie in REh -überhaupt jemand die Innenstadt besucht. Denn die B 235 führt wie eine Trasse gnadenlos durch Datteln durch und veranlasst den Durchreisenden nicht, sich in dem Kaff ’n kostenpflichtigen Parkplatz zu suchen um Konsumgüter des täglichen Bedarfs zu erwerben. Da nützen auch die verkehrsberuhigenden Ampelphasen nix, die von den verzweifelten Verkehersplanern eingerichtet wurden, um dem Geheiß der Stadtväter zu folgen, die Verkehrsteilnehmer dermaßen mit Stop&Go zu malträtieren, dass die vielleicht dann DOCH mal die Karre an den Randstreifen stellen um etwas länger als nur bei Rot zu verweilen. Geschickt geplant, aber der Unsinn ist genauso wirkungslos wie die Sommerzeit, und beides wird trotz der tiefgreifenden Erkenntnis nicht abgestellt und die Betroffenen weiterhin nutzlos ausgebremst.
Genau genommen ist die „Frühjahrskirmes“ eigentlich gar keine Kirmes in eigentlichen Sinne, sondern eher ’ne spärliche Ansammlung von Fressbuden mit überteuerten Produkten, und dazwischen sind drei oder vier unspektakuläre Fahrgeschäfte, die keinen Hering vom Teller ziehen. Dafür ist der Platz auf dem das Event stattfindet auch zu klein, und damit ist die nur wenig überzeugende Wirkung der Kirmes auf mich auch entschuldigt.
Bevor wir den temporär als Kirmesplatz umgewidmeten Marktplatz – vermutlich wie am Rathaus in REh auch ein sogen. Mehrzweckplatz – ansteuerten, hatten wir uns in einem nahegelegenen Park mit einem Springbrunnen und einem Kriegsdenkmal etwas umgesehen.
Kalle hatte zu Übungswecken mal wieder ein paar „Überraschungseier“, also Objektiv-Schätzchen eingepackt, die es heute zu „testen“ galt, und das konnte man in dem Park dann auch wohl gut machen.
°loco°
Erst am Ehrenmal, dann am Neumarkt.
°ego sententiam°
Die manuellen Samyang-Festbrennweiten haben durchaus schon das gewisse Etwas und bedürfen einer aufmerksamen Beachtung, sind aber nicht leicht im Umgang. Schon gar nicht dann, wenn’s mal schnell gehen muss. Die Dinger brauchen Zeit. Und können nicht mal eben so getestet werden. Man muss sich den Charakter der Linsen erschließen. Und das dauert. Und braucht auch die passenden Motive. Mit so’ner Linse müsste man sich den ganzen Tag beschäftigen, um herauszufinden, was damit geht. Und was nicht.
Wie auch immer: Charakter und Schärfe haben die Dinger. Aber nur, wenn man es schafft, die über den Sucher auf den passenden Punkt scharf zu stellen.
Irgendwo las ich mit gestiegenem Interesse, dass man angeblich eine Schnittbild Suchermattscheibe aus analogen SLR-Fremdfabrikaten zurechtdengeln kann, um Objektive, die manuell zu fokussieren sind, zum scharfen abbilden zu überreden. Das überlasse ich dann doch lieber den Freunden des Nervenkitzels.
Besser sind – für mich, weil ich ja mittlerweile altersbedingt auch nicht mehr so gut gucken kann – fertige Präzisionsprodukte. Die werden derzeit für verschiedene Marken und Modelle von den Taiwanesen hergestellt und geliefert. Für die K-3 z. B. werden 2 Suchermattscheiben angeboten. Und ich fand bei den Schlitzaugen auch Hinweise, wie man die Schärfeebene von Objektiven zu testen hat und was das für’n Sinn macht, bevor man solche Mattscheiben bestellt. Denn die nehmen das mit der Präzision schon fast übertrieben genau …
Doch schlussendlich erscheinen mir für meinen gelegentlichen Gebrauch von manuell zu fokussierenden Objektiven derartige Mattscheiben zwar als wünschenswert und nützlich, aber mit 65 Euro zuzügl. 9 Euro Versand dann doch als etwas übertieben teuer, obwohl sicher ist, dass man für den Preis auch einen tadellosen Gegenwert erhalten wird.
°supplementum°
Nach Datteln werde ich wohl sooo schnell nicht mehr kommen, deshalb vermute ich mit begründetem Verdacht, dass ich an dieser Stelle nix mehr nachtragen werde.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …





































