2025-08-10 – Maxipark – MAXIPERIUM – Episode III Das Cosplay-Event

2025-08-10 – Maxipark – MAXIPERIUM – Episode III Das Cosplay-Event

°prolog°

Annotopia stand ursprünglich auf dem Zettel. Die Betreiber des Events haben den Wert ihrer Schöpfung aber mittlerweile auch erkannt, aber NICHT an die bedenkliche Entwicklung der Kaufkraft normaler Menschen angepasst und den Eintritt für diese Klientel mal eben mit 35 Talern unerschwinglich gemacht. Somit fiel der Besuch für uns aus der Wertung. Weniger gut betuchte Menschen werden aus purer Geldgier also mit Gewalt von solchen Unterhaltungen ausgeschlossen und so eine fragwürdige Mehrklassengesellschaft erschaffen.

Bleibt nur zu hoffen, dass solche Veranstalter sich dann irgendwann mal alleine auf ihrem Platz wiederfinden, weil keiner mehr kommt, der sich neppen lassen will.

Die Stadt Hamm hingegen hat sich schon sehr lange das Ziel gesetzt, zur familienenfreundlichen Stadt zu werden und hebt sich mit diesem Anspruch sehr angenehm von der Brechreiz erzeugenden Entwicklung anderer Städte – insbesondere der dekadenten Stadt REh – ab.

An anderer Stelle hatte ich bereits beiläufig über die verstrahlte Stadtvergewaltigung lamentiert, die halbfertige Sandsteinhunde mit viel zu langen Beinen im gesamten Stadtgebiet platzieren liess, um kaufkräftige bayrische Touris anzulocken, gehe also jetzt nicht weiter auf REhe ein, auch wenn’s mich wieder in den Fingern juckt …

Hamm hat Elefanten als Maskottchen. Passend zum MaxiPark und dessen maximalem Wert als familienfreundlicher Ort der Erholung mit sensationeller Grünflächengestaltung. Ich war heute bei meiner Durchquerung wieder sowas von geflasht von der Landschaftsgestaltung und der Artenvielfalt der dort angesiedelten Pflanzen, dass ich beinahe vergaß, warum ich eigentlich hier bin. Und ich machte mir auch wieder Gedanken, warum ich nicht hier bleiben sollte. Schön wär’s wohl. Aber ’n Umzug kommt allein aus Kostengründen nicht mehr in Frage. Und die Mieten sind in Hamm auch nicht günstiger.


°descriptio°

MAXIPERIUM – der Begriff wurde wohl mit Bezug auf die StarWars-Filme abgewandelt und im Internetz hinlänglich erklärt.

Die heutige Expedition war also nicht nur’n Familienausflug, sondern diente (mir) vorzüglich dazu, Mensch und Maschine(n) an die Grenzen des Machbaren zu führen. Diese spezielle Aufgabe erkannte ich aber erst zu vorgerückter Stunde und nicht nur deshalb, weil ich mich wie so’n Predator mit Schusswaffen bestückt hatte, die mich durch die Strahlkraft der Sonne und dem zu tragenden Gewicht gelegentlich mal in die Knie zwangen. Allerdings war meine Kostümierung dann doch nicht ganz fehl am Platz und irgendwie empfand ich sogar auch eine gewisse Akzeptanz und Zustimmung der anderen Teilnehmer. Im Großen und Ganzen würde ich deshalb in aller Bescheidenheit behaupten wollen, dass ich heute mal (fast) alles richtig gemacht habe.

Die Expedition begann um

9:45 Uhr – Abflug

Jenny, Sven und Andre sind die ersten Fahrgäste, die im Panzertaxi ihre Plätze eingenommen haben. Für den Anlass dieser Expedition hatte ich zuvor alle sieben Stühle aktiviert. Sonst wären wir mit zwei Kutschen nach Hamm geeiert. Was keinen wirklich ökonomischen Sinn gemacht hätte.

Dann stieg Frau Anke zu und zuletzt Kollege Kalle. Kurz nach zehn Uhr waren wir dann auf der Piste.

Für einen Sonntagmorgen empfand ich das Verkehrsaufkommen schon als bemerkenswert heftig und ich hoffte, dass die alle nicht zum Maxipark wollten.

11:00 Uhr – Ankunft

Trotz der zeitigen Abreise waren wir keinesfalls die ersten, die einen Parkplatz suchten. Andere hatten heute die gleiche Idee. Zu Recht, wie sich kurz darauf für mich herausstellte, obwohl ich ja kein ausgesprochener StarWars-Fan bin, sondern eher so mit Terminator und Riddik ’ne etwas andere Vorliebe für SciFi-Filmthemen habe.

Ich hatte auch keine wirkliche Ahnung, was mich erwarten würde. Die Fotos vom Vorjahr wurden von (vermutlich offiziell bestellten) Knipskistendompteuren gemacht, die zwar honoriert aber offensichtlich dann doch etwas lieblos an die Sache rangingen und deren Lichtbilder mich nicht wirklich überzeugen wollten. Was nicht heissen soll, dass meine unten gezeigten Impressionen einen künstlerischen Ansatz verfolgen, um damit nach Anerkennung zu buhlen …

Mir war nur wichtig, wo ich den vermeintlich besten Standort für MEINE Trophäen finden konnte und hatte mich aufgrund meiner zuvor gewonnenen Ortskenntnis mit den Vorjahresbildern schlau machen können in der Hoffnung, dass in diesem Jahr keine erheblichen Abweichungen geplant sind.

Also (nur!!) das Eintrittsgeld bezahlt und dann erstmal die klassische Akklimatisierungsphase wirken lassen. Und den Fahrgästen erklärt, dass der Kutscher seinem Hang folgend niemandem folgt, also nicht zum Ringelpietz mit Anfassen hier ist  und nicht Händchen haltend behindert nach Trophäen Ausschau halten möchte und statt dessen den Alleingang bevorzug und man ihm diese Art der Fortbewegung nicht übel nehmen möge. Der klaren Ansage folgte mehrheitlich zustimmendes Nicken. Sowas kann für alle Beteiligten befreiend wirken.

12:00 – Uhr Ende der Aufwärmphase

Die zu Beginn von mir erhaschten Trophäen bewegten sich bereitwillig aber zumeist umringt von anderen Besuchern im Bereich des Haupteingangs. Das machte die Sache nicht einfacher. Licht, Schatten und andere menschliche Störungen und vor allem meine eigene Unzulänglichkeit (ich musste mich in das Motivthema „menschenähnliche Gestalt“ erst mal einarbeiten und hatte in den ersten Bildern zuviel Himmel und zu wenig Beine drauf) verhinderten nur zu oft die begehrten Perspektiven auf die Maskeraden der Teilnehmer.

Und die Konkurrenz hat auch nicht geschlafen. Der WDR entsandte versierte Kameradenleute und ich hatte Glück, NICHT im Fernsehn zu sehn zu sein. Kalle hingegen hatte Glück, dass er sich am darauffolgenden Montag während eines gefühlt einsekündigen Beitrags des WDR-Lokalstudios Dortmund dann doch für den Bruchteil einer Sendesekunde gerade noch so erkennen konnte. Hier ist er zusammen mit seinen (Vor)Lieben in voller Pracht und Herrlichkeit zugegen und das sogar deutlich länger als im Fernsehn. Hier ist der Sendeplatz allerdings auch nicht ganz so teuer.

 

14:45 Uhr – Beginn des Teilnehmerumzugs

Ich hab den Start mal wieder wie immer verpasst. Aber dann doch noch Glück im Unglück gehabt.

Das erste Mal heute. Zumindest hab ich das in dem Moment als erstes Mal so wahrgenommen. Kann sein, ich hatte vorher schon mal Glück, das aber selbst nicht bemerkt. Kann ja mal vorkommen, wenn man älter wird.

Ein freundlicher Herr, den ich freundlich darauf aufmerksam gemacht habe, besser doch mal vorher den Objektivdeckel abzunehmen, um zielführend Fotografieren zu können, gab sich freundlich als freundlicher Veranstalter aus (ist also ’n ganz wichtiger und vor allem freundlicher Mensch hier) und mir ebenso freundlich gesinnt den freundlichen Tipp, mich an einen ganz bestimmten Standort zu platzieren, um möglichst freundlich wirkend fotoknipsen zu können.

In Hamm ist Freundlichkeit ’ne Zier, in REh da geht’s auch ohne ihr.

Und so dackelte ich tief erfüllt mit Dank los, nahm den kurzen Weg über die Schleichwege durch den Park und ergatterte in einer schattigen Kurve meinen Ansitz für die bevorstehende Trophäenjagd. Die dann wie auf ’ner Kirmesschießbude ausgeartet ist. Ich hatte echt ’n schlimmen Finger. Der kam gar nicht mehr zur Ruhe. Man hätte auch Zitteraal auf den Zeigefinger sagen können. Danach war dann aber auch erstmal Akkuwechsel angesagt, denn ich wollte den Umzug NOCHMAL an anderer Stelle erwischen. Sicher ist sicher, denn ich hatte ja keine Zeit, gemütlich mal die Bilder zu kontrollieren. Das kann ich zuhause auch noch machen. Jetzt ging’s erstmal um die reichhaltige Ergänzung meiner Trophäen-Sammlung.

Mein Plan ging auf. Was ich im ersten Vorbeigang nicht erwischen konnte, bekam ich dann beim zweiten Lauf vor’s Rohr.

Der Aufwand hat sich gelohnt, wie ich finde, denn soooo schlecht sind die Fotos nicht geworden. Viele davon sind tatsächlich nur etwas nachbelichtet und manche sogar gar nicht nachbearbeitet. Das macht mich als Novize schon ein bischen stolz und kann den Umfang und das Gewicht des sündhaft teuren Equickmänts endlich mal rechtfertigen.

15:30 Uhr – Ende des Umzugs

Die Hälfte der Fahrgäste begann zu schwächeln und verbrachte den Rest des Aufenthalts im Schatten eines Baumes auf einer Parkbank. Die andere Hälfte – Kalle und Andre und ich – zogen zum Glaselefanten, denn Kalle war der Meinung, dass man da bestimmt noch’n paar super Fotos schiessen kann. Kalle kann eigentlich ÜBERALL super Fotos schiessen.

Wir fuhren dann mit dem Aufzug ins Obergeschoß des Glaselefanten und ich musste sooo lachen: da sind – leider nur für kurze Zeit – die Originalpuppen der Augsburger Puppenkiste ausgestellt. Für MICH eine Sensation. Schon allein wegen Jim Knopf und Lukas und Emma auf Lummerland. Ich liebe die Geschichte, die TV-Serie und vor allem die Titelmusik …

17:00 Uhr – Durst und andere Lerneinheiten

Die Nachmittagssonne, das Kampfgewicht und die Trophäenjagd forderten ihren Tribut und ich gab an der Bude am Elefanten ’ne Runde Munddusche (später erst erfuhr ich, dass Andre nach dem Konsom alkoholischer Brausehefe nicht mehr ganz rund läuft, was ich in diesem Moment aber NICHT bestätigen kann).Von dort gingen Andre und ich zum Schachbrett. Andre will Schach spielen lernen. Das geht schnell, sagte ich. Und in knapp ’ner halben Stunde hat Andre alles verstanden, was man für das erste Spiel braucht.

Wir gingen – noch entspannt – zurück zu den anderen. Die sassen immer noch auf der Bank. Sowas nenn ich mal epische Ausdauer.

Die ICH nicht hatte. Was ich bemerkt habe als ich bemerkt habe, dass ich meine Universalbimmel an der Büchsbierbude liegengelassen habe und im Dauerlauf da hin zurück wollte. Der Dauerlauf dauerte aber nicht lange, weil ich nach knapp 10 Metern schon hoffnungslos aus der Puste war. Und ich hatte noch etwa 200 Meter vor mir. Laufen war noch nie mein Ding.

An der Bude wurde ich auffällig freundlich empfangen. Ein Sauerstoffzelt wäre mir noch angenehmer gewesen. Aber die Mitteilung, dass meine Bimmel in der Hauptkasse zur Abholung bereit liegt, hat meine Schnappatmung dann auch beruhigt.

Der Vorgang zog zudem noch seine Kreise, die ich nicht mehr kontrollieren konnte. Irgendwer vom Parkpersonal hat bemerkt, dass die Bimmel nicht entsperrt werden braucht und direkt das Schatzi angerufen. Die wiederum hat versucht, mich auf der Hauptbimmel anzukabeln. Und als ich dann Ute zurückgerufen habe und mir die klassischen Vorwürfe (wenn man DICH mal alleine lässt und so blabla …) gefallen lassen müssen. Wie genau sich das alles zugetragen hat, kann ich aber gar nicht mehr nachhalten. Das wissen andere mal wieder besser als ich.

Aber so ähnlich muss es sich zugetragen haben.

Und das war dann auch das zweite Mal, dass ich heute Glück im Unglück hatte.

Jajaaah, ich weiss selbst, dass ich ungern Kontrollverlust erleide und am Rande eines Pflegefalls bin 😳

18:00 Uhr – Ende der Veranstaltung

Das Event wurde pünktlich um 18 Uhr beendet. Die Teilnehmer haben zusammengepackt und sich dann zur geschlossenen AfterParty getroffen.

Wir sind auch nicht geblieben, obwohl der Park weiterhin für die Besucher geöffnet blieb. Aber ALLE hatten Hunger und Durst und das damit verbundene Heimweh.

Also ab nach Hause und da nach’m üppigen Buttern direkt ’n Stück bequeme Kautsch und die Fernbedienung sichern.


°loco°


°ego sententiam°

Wieder zurück im residenzialischen Thronsaal und am Ende der redaktionellen Session  war ich dann aber doch froh, dass ich im Park nicht IMMER jeden Treffer landen konnte, denn ich hatte schlußendlich mehr als 1.600 Fotos zu sichten. Wovon dann trotzdem noch knapp 330 Fotos zur Ansicht übrig geblieben sind. Es hätten durchaus ein paar weniger sein können. Aber langweilig geht auch anders…

°fotohinweis°

Derartige Veranstaltungen leben von den gebotenen Impressionen und der optischen Vielfältigkeit insbesondere ihrer Teilnehmer und Besucher. Diese Eindrücke sind wesentlicher Teil der Veranstaltung und (nicht nur) für mich die Motivation zur Anfertigung von Fotografien und Videos, die eine künstlerische Tätigkeit darstellen und deren Schutz durch das Kunsturhebergesetz (KUG) auch nach Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erhalten bleibt.

Der Veranstalter hat zudem darauf aufmerksam gemacht, dass mit dem Betreten des Veranstaltungsgeländes/der Veranstaltungsräume bzw. dem Erwerb einer Eintrittskarte automatisch die Einwilligung der anwesenden Person zur unentgeltlichen Veröffentlichung erfolgt, ohne dass es einer ausdrücklichen Erklärung durch die betreffende Person bedarf.

Ich berufe mich hierbei auch auf das Verhältnismäßigkeitsprinzip, welches das Fotografieren von Personen in Situationen, in denen sich praktisch keine Einwilligung jedes einzelnen einholen lässt, erlaubt.

Weitere wichtige Infos zur Sache findest Du hier: https://para.graphish.de/


°illustrationen°:

Tipp für die Ansicht in der Galerie:

drücke Taste F11 und blende mit dem Icon „Vollansicht“ (in der Galerieansicht rechts oben in der Mitte) den Text aus, dann siehst Du nicht nur winziges Internetzimpressionsgeschnipsel.


Meow Gallery: There was an error while building the gallery. Check your PHP Logs.


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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