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Die Blattroller oder Blattwickler (Attelabidae) sind eine Familie der Käfer, sie gehören zur Überfamilie Curculionoidea. Die Familie wird bei verschiedenen Autoren etwas unterschiedlich abgegrenzt: einige Forscher betrachten die Unterfamilie Rhynchitinae als eigenständige Familie Rhynchitidae. Die Attelabidae umfassen weltweit etwa 2100 Arten (Stand: 2004), davon gehören etwa die Hälfte zu den Rhynchitinae. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen.
Die Käfer werden vier bis acht Millimeter lang. Sie sehen den Rüsselkäfern sehr ähnlich, weil bei ihnen auch ein Rostrum (Rüssel) zu erkennen ist, das allerdings kräftiger ausgeprägt ist. Die Fühler sind nicht gekniet. Die Beine sind kräftig entwickelt (zum langsamen Schreiten). Die Füße sind fünfgliedrig, das vierte Glied jedoch oft nur undeutlich zu erkennen. Die Fußunterseiten sind dicht behaart. Typisch für die Familie sind die viersegmentigen Maxillarpalpen (bei den meisten anderen Curculionoidea sind sie ein- oder zweisegmentig). Die meisten Arten sind auffallend gefärbt (aposematische Färbung oder Warntracht), insbesondere viele Rhynchitinae sind auffallend metallisch glänzend. Die Käfer wirken fast immer kahl, dichter Haar- oder Schuppenbesatz ist fast nie vorhanden.
Unverkennbar sind die Arten der Unterfamilie Apoderinae. Bei ihnen sind am Kopf die Schläfen backenartig gerundet, verlängert und der Kopf nach hinten hin halsförmig abgeschnürt.
Sowohl die Käfer als auch die Larven ernähren sich von Pflanzen (phytophag). Nahrungsbasis sind überwiegend Blätter von Laubbäumen und Sträuchern. Besonders häufig werden die Rosaceae, Fagaceae und Betulaceae genutzt, aber es kommen auf eine Vielzahl anderer Pflanzenfamilien spezialisierte Arten vor. Etwa zwei Drittel aller Arten sind monophag an einer einzigen Pflanzenart oder einer Gattung. Nur wenige Arten kommen an zahlreichen verschiedenen Pflanzenarten vor.
Die Käfer haben eine außergewöhnliche Brutfürsorge entwickelt. Das Weibchen schneidet Blätter so ein, dass sich diese zusammenrollen. In diese Rolle legt es ihre Eier, damit sich die Larven geschützt entwickeln können. Einige Formen beißen das Blatt lediglich ab, so dass es welkt und zu Boden sinkt. Dieses Verhalten gilt als primitive Form, aus dem sich das ausgefeilte Verhalten der Blattwickler entwickelt hat. In der Unterfamilie Rhynchitinae kommen auch Arten vor, die keine Blätter rollen oder falten. Diese Arten leben meist in Fruchtanlagen oder Knospen. Wenige Arten leben an krautigen Pflanzen, in Mitteleuropa z. B. Auletobius sanguisorbae am Großen Wiesenknopf. Sehr wenige, phylogenetisch ursprüngliche Arten leben an Nadelhölzern.
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Einige Arten gelten, zumindest lokal, als land- oder forstwirtschaftliche Schädlinge. So gilt Rhynchites bacchus als gefürchteter Schädling im Obstbau.
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In Mitteleuropa sind die Blattroller mit nur zwei Gattungen und drei Arten vertreten, im gesamten Europa sind es nur zwei Unterfamilien, zwei Gattungen und sechs Arten. Die Attelabidae wurden früher zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) gezählt.
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[Text-Quelle: Wikipedia]
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°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …






