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Die Hornfliegen (Sciomyzidae) sind eine Familie kleiner bis mittelgroßer Fliegen (Brachycera), die weltweit vertreten ist. Die Larven der Fliegen ernähren sich als Parasiten, Aasfresser oder Räuber hauptsächlich von Schnecken. Neben dem Trivialnamen Marshflies werden sie daher im Englischen auch Snail-killing Flies genannt.
Die Hornfliegen erreichen im Adultstadium je nach Art 2 bis 14 Millimeter Länge. Die Larve von Salticella stuckenbergi aus der Unterfamilie Salticellinae wird im dritten Larvenstadium über 23 Millimeter lang und ist damit die größte Larve innerhalb der Familie der Hornfliegen.
Der Körperbau der adulten Fliegen ist schlank, die Färbung ist matt grau, selten glänzend schwarz, braun oder rotbraun. Die Beine können rot oder gelb gefärbt sein. Die Flügel sind hyalin oder mit schwarzen Flecken oder einer Netzzeichnung versehen. Diese auffällige Flügelzeichnung ist kein Merkmal verwandtschaftlicher Verhältnisse, obwohl sie innerhalb einer Art wenig variabel ist. In vielen Gattungen haben nur wenige Arten eine auffällige Flügelzeichnung, die anderen nicht. Die Costalader ist nicht unterbrochen, die Subcosta ist vollständig. Eine Medio-Cubital-Querader (bm-cu) ist vorhanden, die Analzelle ist geschlossen.
Der Kopf ist halbkugelförmig oder rund. Die Antennen sind länglich, die Arista ist oft flaumig behaart, manchmal trägt sie auch längere Haare. Punktaugen und Ozellenborsten sind vorhanden, außer bei der Gattung Sepedon. Vibrissen sind keine vorhanden. Der Kopf trägt große Facettenaugen.
Die adulten Hornfliegen halten sich meist in der Nähe von Feuchtgebieten auf. Hier leben Mollusken, von denen sich die Larven ernähren können. Die geschlechtsreifen Tiere sitzen meist in der Vegetation auf der Unterseite der Blätter und ernähren sich von Tau und Nektar.
Die Larven der Fliegen brauchen für ihre Entwicklung tierische Nahrung. Dabei werden von der überwiegenden Mehrheit der Larven Schnecken angefallen. Manche Arten betätigen sich im ersten Larvenstadium als Aasfresser, später als Parasitoid und leben im dritten Larvenstadium räuberisch.
Die Weibchen der Hornfliegen legen ihre Eier auf oder in der Nähe von Schnecken ab. Die Larven der meisten Arten müssen ihre Nahrungsquelle erst aufsuchen. Manche Arten beginnen ihren Lebenszyklus als Aasfresser. Die Larven leben aquatil oder semi-aquatil sowie rein terrestrisch. Nur die an Muscheln parasitierenden Larven können unter Wasser atmen. Terrestrische Arten sind oft Parasitoide. Nach dem Tod ihres Wirtstieres kriechen sie aus der Schnecke und durchleben ihr letztes Larvenstadium als Schneckenräuber. Einige Arten schließen ihren Lebenszyklus in der Schnecke ab und verpuppen sich im Schneckenhaus.
Der Lebenszyklus vieler Arten der Hornfliegen wurde entschlüsselt und ihre Vermehrung und Ernährung im Labor untersucht. Grund dafür ist die Funktion dieser Fliegen bei der Regulation der Populationsdichte von Schnecken. Da einige Schneckenarten als Zwischenwirte von menschlichen und tierischen Parasiten bekannt sind oder Schäden in der Landwirtschaft verursachen, wurde der Einsatz der Hornfliegen zur biologischen Schädlingsbekämpfung untersucht. Allerdings ist die Zucht dieser Fliegen schwierig und der Grad der Parasitierung nicht sehr hoch, sodass der Erfolg dieser Methode nicht gesichert erscheint.
Ein weiteres Interesse der Forschung liegt in der Vielfalt der Kombinationen im Nahrungserwerb der Larven, in denen fakultative mit obligaten Phasen als Aasfresser, Räuber, Parasiten und Parasitoide abwechseln. Die Evolution des Nahrungserwerbs und die Lebenszyklen der Tiere werden auf ihre Tauglichkeit hin untersucht, phylogenetische Zusammenhänge und verwandtschaftliche Beziehungen zu klären.
In der regionalen Feldforschung werden vor allem die auffälligen Formen gesammelt und verzeichnet, sei es wegen ihrer gemusterten Flügel oder wegen der für Zweiflügler beachtlichen Größe. Die kleineren Arten werden oft übersehen, zumal sie oft in schwer zugänglichen Feuchtgebieten vorkommen. Im Regelfall werden die Fliegen mit dem Insektennetz von der Vegetation gekäschert. Adulte Tiere werden oft in Lichtfallen als Beifänge von Schmetterlingen gefunden, diese Fänge werden aber selten wissenschaftlich ausgewertet.
[Text-Quelle: Wikipedia]
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… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …





























