°descriptio°:
In der Makrofotografie wird ein Objekt so vor der Kamera positioniert, dass dessen Bild auf dem Kamerasensor genauso groß erscheint wie das Objekt. Der Abbildungsmaßstab ist dann exakt 1, auch als 1:1 dargestellt. Dies ist auch der bei Makroobjektiven häufig vorzufindende Maßstab.
Fotografie mit größeren Abbildungsmaßstäben, bei denen das Objekt auf dem Film (bzw. bei Digitalkameras den Sensoren) sehr viel größer abgebildet wird, bezeichnet man als Mikrofotografie. Die Norm DIN 19040 zählt alles im Maßstabbereich zwischen 1:10 und 10:1 als Nah- bzw. Makroaufnahme.
°nahbereichformeln°
Die Formel zur Lichtstärke eines Objektivs gilt für Objekte im Unendlichen und muss für den Makrobereich modifiziert werden. Denn nähert man die Kamera dem Objekt, so wird dieses größer und damit lichtschwächer abgebildet. Für das Abbildungsverhältnis 1:1 (oder auch A=1; siehe Linsengleichung) ist die Bildentfernung genau doppelt so groß wie die Brennweite und die Leuchtstärke des Bildes sinkt auf ein Viertel.
Näherungsweise kann man in der Makrofotografie in den Formeln für Lichtstärke und Bildwinkel die Brennweite f durch die Bildweite b ersetzen. In der Tabelle ist dieser Unterschied von effektiver Lichtstärke, und effektiver Bildwinkel übersichtlicher mit dem Vergrößerungsfaktor A angegeben:

°makroaufnahme°
Bei der Gestaltung von Makrofotografien ist zu berücksichtigen, dass die Schärfentiefe im Nahbereich sehr klein wird. Starkes Abblenden vergrößert zwar den Schärfebereich, jedoch kommt es dabei durch Beugungseffekte leicht zu einer Minderung der Allgemeinschärfe. Die Wahl der Schärfenebene am Objekt bestimmt somit maßgeblich den gestalterischen Gesamteindruck. Bei unbewegten Aufnahmeobjekten erlaubt Focus stacking eine Vergrößerung des Schärfebereichs.
[Text-Quelle: Wikipedia]
°ego sententiam°
Wie kommt man dazu, Makrofotos zu machen ?
Weil man die Bilderflut, die einen Tag für Tag inflationär überschwemmt und die einem die zumeist immer gleichen stumpfen Ansichten aufzwingt, satt hat.
Ausserdem ist mein Interesse an Makrofotos durch mein Schatzi geweckt worden. Sie fing irgendwann an, und hat Pilze fotografiert. Was ja zuerst mal nicht wirklich spektakulär klingt, wenn man sagt, man fotografiert Pilze.
Aber wenn man selbst erst mal auf die Suche nach Pilzen geht – und hier sind nicht die klassischen Speisenpilze gemeint, die groß und mächtig sicht- und greifbar nahe aus dem Waldboden ragen – dann wird man schnell eines Besseren belehrt: Pilze sind nicht einfach so mal eben zu finden. Und schon gar nicht mal eben so einfach zu fotografieren. Schon gar nicht, wenn die sich irgendwo versteckt UND sich bis zur Unkenntlichkeit getarnt haben UND klein sind.
Schatzi’s Pilzsammlung ist hier.
Ich sehe die Fotos staunend an und bin mehr als angetan davon !!
Sensationell, wie ich finde. Und ich wollte sowas auch mal können.
Und belas mich. Und fing auch irgendwann an, draussen „Pseudo“-Makros von irgendwelchen, meist unbewegten Dingen zu machen. Das waren aber mehr nur so Nahaufnahmen. Und keine wirklichen Makros. Also nur reine Übungssache und ansonsten keiner weiteren Rede und Ansicht wert.
Ein „spezielles“ Objektiv musste her. Und mein Schatzi hat mir dann eins zu Weihnachten geschenkt. Das
TAMRON AF 70-300mm 4-5,6 Di LD Macro 1:2
Danke, Du Schatzi, weil Du mein Schatzi bist 😀
Das Teil ist bei unseren Spaziergängen meine bevorzugte Alleskönner-Linsentechnik geworden.
Mitlerweile, also nach vier Jahren Dauereinsatz, ist das Teil aber plötzlich und unerwartet gestorben. Würdiger Nachfolger sollte das
HD Pentax-DA 55-300 MM f/4~5,8 ED WR
werden. Allerdings hat das Pentax keine Makrofunktion wie das Tamron. In der Abbildungsleistung sind beide – nach meiner laienhaften Einschätzung – durchaus ebenbürtig. Das Pentax hat aber einen langsameren Autofokus und geschlossenen Blende ist nur bis 47 möglich Das Tamron konnte ich bis 64 schließen. Mir ist das Tamron zu Recht ans Herz gewachsen. Mit dem Pentax werde ich bei Nahaufnahmen nicht wirklich warm. Ein Ersatz für das Tamron ist das Pentax definitiv nicht.
Ein anderes und mit dem Tamron nicht vergleichbares Objektiv ist das
Pentax DA 35 mm f/2.8 Makro Limited
Mit dem Teil muss ich aber für Makroaufnahmen ganz nah ran. Und damit mache ich auch die geschichteten Aufnahmen, die den Schärfebereich vergrössern lassen (siehe oben: °makroaufnahme°). Das 35er ist in seiner Abbildungsleistung ungeschlagen.
Eine deutlich lohnenswerte Anschaffung war dann auch das
Pentax SMC DFA 100 mm f/2,8 Makro
Mit den Raynox Vorsatzlinsen 150 und 250 gelingen jetzt auch extreme Vergrößerungen. Aber nur auf einem Stativ und mit einem Einstellschlitten. Auch diese Linse lässt mein altersschwaches Herz schneller pochen und meinen trüben Blick erhellen.
Eine scharf abbildende Linse ist aber nur die halbe Miete bei Schichtaufnahmen. Präzision bei der Ausführung ist zwingend erforderlich: da darf nix wackeln oder aus der Fokussierebene „wandern“. ich hatte dann wegen der nicht wirklich zufriedenstellenden Handhabung des alten und einfach gestrickten Schlittens aufgerüstet und die
Neewer 4 Wege Makro Fokussierschiene
gekauft. Das war ebenfalls genau die richtige Entscheidung und in Kombination mit der K-01 und dem 100er Makro lassen sich jetzt – zumindest in der residenzialischen Dunkelkammer – wesentlich entspannter extreme Nahaufnahmen realisieren.
Makrofotografie von bewegten Objekten mit einem möglichst großem Schärfebereich ist eine Herausforderung für sich. Es lassen sich (draussen) tatsächlich auch nur Objekte belichten, die mehr als üppig ausgeleuchtet sind. Ohne ausreichend helles Dauerlicht (also Tageslicht durch Sonneneinstrahlung) geht da gar nix, weil Blitzgeräte nur eine begrenzte Anzahl an in schneller Folge abzufeuernden Blitzen können. Die einzige Option draußen in „dunkler“ Umgebung ist dann nur die Neewer Ringleuchte, um mit der Schichtaufnahmetechnik die erforderliche Anzahl an Bildern in möglichst schneller Serie dann auch in den Kasten zu bekommen.
Schichtaufnahmen ohne Stativ
Aufgrund eines Hinweises in einem Fotografen-Forum habe ich draussen im Feld (und auch in den heiligen Hallen) den Versuch unternommen, Schichtaufnahmen für das sogen. Foto-Stacking aus der Hand – also OHNE Stativ und Einstellschlitten – anzufertigen.
Hier sei deutlich darauf hingewiesen, dass das Objekt (also das Motiv) bei den vielen Aufnahmen trotzdem exakt im gleichen Abbildungsbereich liegen muss. Da kann man nicht mal eben so die Kamera aus der Hand legen um zwischendurch ein Zigarettenpäuschen zu machen. Die Hände wirken an der Kamera vielmehr wie Schraubstöcke. Und die Arme wie ein Stativ. Der ganze Körper steht unter Spannung. Das ist so wie als wenn man mit einer Schußwaffe aus 10 Metern Entfernung eine Schießscheibe anvisiert und dabei versuchen will, 10 Mal hintereinander in die 10 zu treffen.
Die Rotbäuchige Baumwanze (siehe auch Beitragsbild) ist so entstanden.
Anders verhält es sich, wenn man Ruhe in die ganze Sache bringt. Hier ist nicht das Haarspray gemeint, was andere auf unschuldige Tiere sprühen, damit die in eine gewisse anschauliche und somit in eine für den geneigten Betrachter bedrohungsfreie Starre verfallen.
Das Equickmänt des ambitionierten Lichtbilddompteurs ist da schon eher gefragt:
- ein Stativ, was zwingend erschütterungsfreien Stand gewähleistet
- einen sogen. Einstellschlitten oben drauf, mit dem der Schärfebereich erweitert werden kann
- eine (DSLR) Kamera, die
- manuelle Belichtungssteuerung zulässt
- günstigenfalls eine Spiegelvorauslösung hat
- mit einem Fernauslöser betätigt werden kann
- reichlich Speicherplatz bereithält
- ein Objekt, das sich nicht (mehr) bewegt
- mindestens eine, besser zwei oder auch mehr reichlich helle Latüchten (Klofunzel ist denkbar ungünstig. Auch Kopf- oder Taschenlampe wirken meist kontraproduktiv. Obwohl – ich hab auch damit experimentiert …)
Die hier abgebildeten Makroaufnahmen sind also alle mit Hilfe der Fokus-Stacking-Technik hergestellt.
Bei dieser speziellen Aufnahmetechnik wird wie schon oben erwähnt – abhängig vom Nahbereich und der maximal zu erzielenden Tietenschärfe des Objektivs bei der Einzelaufnahme – eine Bilderreihe hergestellt, bei der von der Software u. U. auch schon mal mehr als 100 Einzelaufnahmen über- und ineinandergerechnet werden,
Ein hochpräziser Einstellschlitten ist bei einem extremen Nahbereichsmakro mit einem Schärfebreich von unter 0,5 mm unentbehrlich. Hatte ich aber bis Ende 2019 nicht. Weil die Teile aus namhafter Produktion unverschämt teuer sind. Und sich eine preislich vernünftige Alternative bis Ende 2019 nicht finden ließ.
Einfache Fokus-Stacking-Aufnahmen mit bis zu 10 Einzelaufnahmen und einem Schärfebereich ab 3 mm aufwärts gelingen mir mit der schnellen Serienbildfunktion und gleichzeitigem manuellen Nachfokussieren bereits auch durchaus „aus der Hand“. Sowas muss man aber üben …
Die Motive sind unterschiedlicher Herkunft und Machart. So finden sich hier sowohl lebende und sich bewegende Objekte – vorzugsweise Insekten -, die wir bei unseren nur gelegentlichen Spaziergängen (lebend) angetroffen und auch wieder so verlassen haben, als auch „gestellte“ Aufnahmen von bereits mumifizierten Insekten (nach ihrem bedauerlichen Ableben verwesen die nicht und sind somit geruchlos) und andere zumeist reglose Gegenstände. Bei meiner weiteren Suche nach geeigneten Motiven sind mir dann auch Blumensamen in die Hände gelegt worden.
Den Begriff „tot“ verwende ich für die Makromotive bewusst nicht, weil ich mittlerweile den Eindruck gewonnen habe, dass selbst Steine leben …
°illustrationen°:
























































°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …




