2017-05-11 – NSG Brinksknapp Recklinghausen

2017-05-11 – NSG Brinksknapp Recklinghausen

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°descriptio°:

Wir waren gestern mal ausgesprochen früh hier unterwegs, mussten aber wegen ’nem völlig überflüssigen Termin, den ich in Herne wahrnehmen sollte, vorzeitig abbrechen. Und eben genau DIESER Zeitverlust – der eigentlich vermeidbar gewesen wäre, denn ich hätte ja da anrufen und sagen können, dass ich nicht kommen werde … – trieb uns wieder hierhin. Man könnte ja was WICHTIGES verpassen.

Und so war es auch. Wären wir HEUTE nicht hier gewesen, hätten wir das ergreifende Erlebnis mit der kleinen Eidechse nicht gehabt. Die wurde von einer wiederlichen Zecke parasiert, die sich in der linken Achselhöhle festgesaugt hat. Gar nicht auszudenken was wird werden, wenn das Drexvieh sich bis zum bitteren Ende sattgeschlabbert hat. Dann wird der Leib so’ner Zecke bis zu 2,5 cm dick. Also dicker als die Eidechse, die insgesamt noch deutlich kürzer ist als mein Mittelfinger. Der Blutverlust durch die Menge an gesaugtem Blut wird bei dem kleinen Wirt garantiert zum Tod führen, so lebten wir in der bangen Annahme. Zu retten war die Echse VON UNS natürlich nicht. Hätten wir versucht, den grässlichen Parasiten aus ihr zu entfernen, wär der kleine Ötschel entweder an Angst oder durch die Schmerzen gestorben. So mussten wir der grausamen Natur ihren Lauf lassen, wobei ich mich fragte, ob SOWAS unbedingt sein muss, denn es gibt ja genug viel grössere Wirte im Wald, bei denen solche Zeckenbisse eher weniger folgenreich sind.

Aber Zecken sind doof. Denen ist egal, wessen Blut sie saugen und was sie schlußendlich damit anrichten. Vor allem bei Kleinlebewesen wie diese MiniEchse, die ja offensichtlich noch sehr jung war und ihr Leben im Wald eigentlich noch vor sich hatte.

Aber nicht der Umstand und die darauf gefolgerte Vermutung war für uns ergreifend, sondern das Verhalten des kleinen Drachen an sich.

Die Bilder von ihr sprechen ihre eigene Geschichte …


°loco°


°ego sententiam°

Man gewinnt durchaus veränderte Eindrücke, Sichtweisen und Meinungen, wenn man seine Mitwelt etwas aufmerksamer betrachtet. Und macht sich über Dinge Gedanken, über die andere wohl nur ein müdes Lächeln übrig haben. Doch wehe, wenn die selbst mal irgendwann unverhofft das Zeitliche segnet, denn so gut wie NIEMAND macht sich mit der Endlichkeit des Seins vertraut. Dann werden auch solche Gedanken mal wichtig, die dann aber jemand anderes für die übernehmen muss. Und so ergibt es sich stets, dass es einige Wenige gibt, die für andere mitdenken müssen. Nur blöd, dass das auch immer erst dann passiert, wenn schon alles zu spät ist …

°supplementum°

An dieser Stelle wird wohl nichts mehr nachgetragen.

Wir fahren ja bestimmt noch mal hierhin …


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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