°descriptio°:
Erst sah es gar nicht so aus, als wenn wir heute die Gelegenheit wahrnehmen könnten, einen weiteren Gang in den Resser Wald zu unternehmen.
Eine dicke Wolkensuppe verdeckte die Sonne und ließ die gefühlten Temperaturen auf SteppdeckenNiveau sinken. Und wenn dann mal der Lorenz durch ein Loch durchschauen konnte (um dann sofort Löcher ins Hirn zu brennen) blieb es sofort danach wieder merklich kühl. Der Herbst kündigt sich an.
Unsere Unternehmungslust wurde zudem noch ausgebremst durch völlig sinnbefreite Telefonate, die ich aufgrund hausgemachter Unfähigkeit anderer Menschen führen musste.
Erst nachmittags huschte ich noch zum Krämer unseres Vertrauens und erwarb ein Kürbiskernbrot für unsere Wegzehrung.
Gegen 16 Uhr waren wir dann auf der Piste.
Mit einem Libellenpärchen haben wir uns angefreundet und warm gemacht.
Der Hunger ließ uns auf einer üppig dimensionierten Bank die erste (und letzte) Rast einlegen. Den Kaffee hatte das Schatzi etwas zu intensiv für meine schwachen Nerven angemischt. Der sollte in mir keine schwächelnde Müdigkeit aufkommen lassen.
Das Ende unserer Rast wurde durch den zufälligen Fund eines Sicheleulchens verzögert.
Und auf dem folgenden Weg ließen sich dann auch nur einige wenige Trophäen einsammeln. Allerdings befand sich dank der ausdauernden Aurmerksamkeit des Schatzis darunter auch ein Taghaft.
Es wurde merklich dunklerer und ich folgte meiner Eingebung und der Lichtschwäche meiner trüben Augen und nahm die Taschenlampe, um auf und neben dem Weg überhaupt noch etwas entdecken zu können.
An einem Holzstapel ließ mich eine Unregelmäßigkeit anhalten.
Eine etwa 30 cm lange Ringelnatter ist quer auf einem Stammende in meiner Augenhöhe beim Verzehr (von vermutlich einer Heuschrecke) schlicht aber ergreifend eingepennt und bot uns damit ein weiteres Motiv des Tages. Eine (hier heimische) Schlange konnten wir zusammen mit anderen Exoten bisher nur im Zoo hinter Glas bewundern.
Dann war es, trotz klaren Himmels aber mangels MondIicht, auch schon stockduster.
Im Schatzi drohte Verzweifelung aufzukommen: andere nachtaktive Naturspaziergänger finden um diese Uhrzeit überall haufenweise nachtaktive Falter. Nur wir nicht.
Statt dessen fanden uns blutsaugende Killer, die uns nachtblinde Wehrlose hinterhältig überfielen und unseres Lebenselixiers beraubt hatten …
Auf dem Rückweg mussten wir wieder die Emscher überqueren. Der Gestank war fast unerträglich. Mir drehte sich mein Magen.
Zuhause angelangt hat eine Erdkröte vor der Haustür auf uns gewartet. Wahrscheinlich hat die sich auch vor dem menschlichen Fäkalgestank geekelt und deswegen die Flucht aus ihrem Wohngebiet angetreten. Die hatte ich dann aber doch zur Sicherheit, damit sie nicht auf der Hauptstraße von den verstrahlten Volltrotteln überfahren wird, aufgelesen und auf dem Gelände des Umspannwerks abgesetzt, Der Transport dorthin gefiel ihr sichtlich gut, denn in meiner Hand hat sie sich aufgewärmt und keinerlei Anstalten gemacht, stiften gehen zu wollen. Als ich sie absetzen wollte hat sie sich merklich gesträubt. Und verließ nur deutlich widerwillig meine Hand.
Der Fäkaliengestank der Emscher drang bei uns zuhause durch alle Ritzen. Kein Wunder, warum auch die Tiere sich selbst in Lebensgefahr bringen und davor flüchten gehen.
°ego sententiam°
Unser Domizil wird bei ungünstiger Wetterlage zu einer ätzend stinkenden Kloake …
Ich muss auch hier wech …
°illustrationen°:












































































°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …




