°descriptio°:
Vor etwa 1 ½ Wochen hat das Schatzi die Fenster geputzt. Die konnten noch nicht wirklich schmutzig sein. Zumindest die im Wohnzimmer nicht. Von aussen nicht. Und von innen schon mal gar nicht.
Und wie wir uns gerade so auf den Ballkong zum Paffen da so hinsetzen wollten, fiel dem Schatzi erst mal ein Auge raus:
😯 da war Dreck an der Scheibe !! 👿
Beherzt versuchte sie den „Dreck“, der erst nur so aussah wie die von einem Vogel im Flug rausgedrückte und an unserer Scheibe angetrocknete Kacke, mit dem Fingernagel wegzukratzen.
Ihr fiel dann aber doch ein, dass ein Vogel gar nicht DA hin kacken konnte. Das Fenster liegt ja direkt unter dem Balkon des darüberliegenden Geschosses. Da müsste ein Piepmatz schon als Kamikaze-Flieger losziehen, um seine Bombe auf unsere Scheibe zu sch(m)eißen.
Also hielt sie mit dem Kratzen inne und guckte da mal genauer hin. Und siehe da: es bewegte sich etwas. Erst noch ganz wenig, dann kamen aber zusehend mehr winzige Raupen aus ihren noch winzigeren Eiern geschlüpft.
Die Raupen hatte ich später mit einem gelben Maßband gemessen: die waren nur etwas weniger als 1 mm lang. Die Eier hatten einen geschätzten Durchmesser von etwa 0,3 mm. Was ich allerdings nicht beschwören würde, weil sowas Kleines in seiner tatsächlichen Größe zu schätzen, liegt mir nicht wirklich …
Erst überlegte ich noch laut, ob man (also wir) sowas überhaupt fotografieren kann/können. Das war alles sowas von klein. Womit hätten wir das vergrößern und zudem auch noch verwackelungsfrei und scharf abbilden sollen ?
Und das Schatzi hat sofort abgewunken. Ihre Kamera kann das auch nicht.
Dann fragte ich sie, ob sie mir mal mit ihrer 2,5fach vergrößerenden Aufstecklinse aushelfen würde.
Die Lupe hatte ich dann auf’s 300er Makro aufgepflanzt und die ganze Mimik dann auf’s Stativ gedengelt.
Bis ich das mal soweit hatte, dass ich da überhaupt was durch erkennen geschweige denn scharf stellen konnte, verging schon die eine und andere Minute. Dann hatte ich noch den Fernauslöser gesucht. Denn ohne den wäre das alles überhaupt nicht gegangen. Und die Raupen schlüpften derweil zügig aus ihren Eiern. Und die hatten alle Hunger. Man sollte es nicht für möglich halten …
Vorbeifahrende Busse und LKW’s lassen seit eh und je den Balkon so heftig beben, dass man meinen könnte, der bricht gleich von der Wand ab. Zum Glück fuhren heute nicht soviele Schwerlastkarren am Haus vorbei. Aber die einigen Wenigen haben schon gereicht, um meine Aufnahmebemühungen zum Lotteriespiel werden zu lassen.
Das, was andere beobachten und man deshalb sonst immer nur als Beschreibung des Ereignisses lesen durfte, haben wir heute das erste Mal selbst gesehen. Wobei wir dabei zuerst die Echtzeitansicht des Kameramonitors bemühen mussten – mit blossem Auge war da nix zu erkennen.
°ego sententiam°
Das sind unsere ersten (und wahrscheinlich auch unsere letztenI) Bild-Aufnahmen von schlüpfenden Falterraupen.
Das Schatzi geht stark davon aus, dass es sich um die Eier/Raupen des Buchsbaumzünslers handeln könnte. Denn den hatte sie bereits verschärft auf’m Kieker. Und der Zünsler wird sich deshalb wohl auch nicht getraut haben, die Eier in unsere Buchsbäumchen zu pappen.
Dort hätten die allerdings wahrscheinlich etwas länger überlebt. So brauchte das Schatzi nur noch eben das Läppchen und ’n Schluck Wasser drauf und der „Dreck“ an der Scheibe war weg.
Nachtrag
Nachdem das Schatzi sich am Abend des 17. November 2017 mehr so zufällig aufgrund der nur deutlich schleppend vorangehenden Bearbeitung unserer ewigen Baustellen
siehe unten: ein Auszug aus meiner Vorablage-Dateiliste mit den hinzugefügten Tagesordnern, in dem die Bilder des Tages abgelegt sind. Und darunter die Information über das tatsächlich noch zu bearbeitende Datenaufkommen (*stöhn*).
nochmal der Herkunft der Faltereier gewidmet hat, kam sie zu der unumstößlichen Erkenntnis, dass eine Buchsbaumzünslerin wohl NIEMALS ihre Eier an einer Fenterscheibe ablegen würde. Die suchen sich IMMER einen Buchsbaum. Ausnahmen gibt’s leider keine. Ergo sind diese Eier KEINE Buchsbaumzünslergelege. Allerdings ist uns die Herkunft bzw. der Urheber des Geleges immer noch unbekannt.
Die Aufnahmen habe ich (ziemlich aufwändig) realisiert mit:
- Pentax K-7 (ausgelöst mit Spiegelvorauslösung durch Fernauslöser)
- METZ Aufsteckblitz (das Teil ist mittlerweile auch schon über 20 Jahre alt…) als Hauptblitz
-
Neewer TT560 Speedlite Blitzgerät als seitlicher Aufhellblitz für die Kontrastverstärkung
Und ohne die Aufmerksamkeit des Schatzis wären diese Bilder nie entstanden.
Wie alle meine Bilder, eigentlich …
°illustrationen°:
°movere imaginibus°
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …



















