°descriptio°:
Wegen dem tragischen Verlust meines Funkempfängers und dem gestrigen Hinweis von Spaziergängern habe ich mich heute nochmal auf die Piste begeben und zuerst nach dem Funkempfänger gesucht, den ich an der Bahnstrecke vermutlich verloren habe könnte.
Fehlanzeige.
Also auf zum Radwanderrundweg, der mich zum Viadukt führen soll.
Ich unterquerte einen kleineren Viadukt und übte mit dem ersten Kugelpanorama des heutigen Tages.
Am großen Viadukt angekommen, hat die Menge der hier frequentierenden Besucher meine Grundstimmung etwas gedämpft. Ich versuchte darauf, einen schnellen Weg nach unten in die Talsohle zum Bachlauf zu finden, was mir auch gelang. Allerdings musste ich auch heute bei dem Abstieg ein Opfer bringen: der Boden gab unter meinen Füßen nach und ich rutschte mit der Kamera und aufgepflanztem Blitz die Böschung hinunter. Mein rechter Arm bremste den Fall an einem Stein. Die Wucht des Aufpralls meines Armes übertrug sich auf das Kameragehäuse in meiner Hand und die kinetischen Kräfte, die auf den Blitzfuß wirkten, reichten aus, denselbigen aus seiner Halterung zu brechen.
Ich Trottel muss auch ständig mit vollem Besteck rumlaufen … Das werde ich ab sofort ändern.
Am Bach machte ich ein paar Langzeitbelichtungen vom Wasser. Ein Kugelpanorama ist mir da nicht gelungen. Ich war zu unkonzentriert und hatte in der Reihenaufnahme vergessen, zwei Bilder zu machen. So kann ich die Reihen nicht zusammenrechnen lassen und somit sind die Bildreihen unbrauchbar. Hab ich auch erst zuhause bemerkt. Sonst hätte ich bestimmt nochmal nachgelegt. Da war nämlich ein guter Standort.
Die Völker strömten derweil förmlich aus ihren Löchern. Und ich nahm Kurs auf ein Stück Naturschutzgebiet, das mir auf der OSMAndKarte ins Auge sprang.
°loco°:
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Spaziergang durchs ElbschetalDer Weg nach Hause
Bis auf ein paar Langezeitbelichtungen mit dem Graufilter und nasse Schuhe und ’ne nasse Hose hab ich dort nichts weiter bekommen und bin wieder zurück zum Viadukt. Es wurde merklich ruhiger auf dem Weg.
In – oder besser: auf – der Mitte des Viadukts hatte ich dann mein Besteck aufgebaut und angefangen, ein Kugelpanorama zu machen (was auch nix geworden ist und ich deshalb ein Zylinderpano draus gemacht habe).
Es trat während meiner unübersehbaren Hampelei ein Mann (ebenfalls mit einer Kamera in der Hand) an mich heran und fragte freundlich, ob mir bekannt sei, dass dieser Viadukt nachts von unten angeleuchtet werden würde. Ich verneinte. Er erklärte darauf, dass er Bilder im Netz gesehen habe, und er und sein Freund (der daraufhin auch zu uns stieß), das Schauspiel heute Abend wohl fotografieren wollten.
Super Idee. Und weil wir so nett miteinander plauschen konnten und dabei in kürzester Zeit viele Gemeinsamkeiten entdeckt haben, stellte ich unumwunden die höfliche Frage, ob ich die beiden begleiten dürfe. Ich wusste zudem den kürzesten Weg nach unten. Den wir allerdings sicherheitshalber nicht mehr gegangen sind.
Wir haben dann unten im Tal vor dem Viadukt gewartet, bis es dunkel wurde. Zwischenzeitlich noch Eingeborene befragt, ob sie von der Beleuchtung wüssten. Die Frage wurde ebenfalls und regelmässig verneint.
Die beiden schienen auf die fehlende Beleuchtung gut vorbereitet zu sein. Denn es machte ihnen gar nichts aus, dass sie heute wider Erwarten keine vorinstallierte Lightshow geboten bekommen würden.
Die beiden kannten sich nämlich mit künstlicher Nachhilfebeleuchtung bestens aus. Denn wenn der Prophet es nicht zum Berg schafft, dann muss der Berg eben zum Propheten kommen. So einfach ist das.
Also eben noch schnell das Auto rumgeholt, die Stative aufgepflanzt, die Knipskisten montiert und die Lampe aus dem Kofferraum geholt und in den Zigarettenanzünder gestöpselt. Einer bedient die Latüchten, der andere die Kameras. Das geht, die sind identisch. Und die beiden ein offensichtlich hervorragend eingespieltes Team. Mein Respekt !!
Ich kam vor Bestaunen des mir Gebotenen gar nicht selbst dazu, mein Besteck aufzubauen und wurde deshalb einfach mal freundlich aber bestimmt aufgefordert, jetzt doch mit zu machen. Ich tat es ihnen geich, baute mein Besteck rücksichtsvoll an einer die beiden nicht störenden Stelle am Zaun auf und wedelte dann auf Kommando mit meiner kleinen Funzel in Richtung des Gemäuers, während meine Knipskiste so vor sich hinbelichtete.
Die Zeitdauer der letzten Aufnahme habe ich mir zum Schluß noch ausdrücklich erbitten müssen. Denn die Kameras der beiden (mir ist das Fabrikat entfallen … ich glaube, das waren NIKON Geräte) haben eine weitaus höhere Lichtempfindlichkeit als mein altertümliches Gerät. Und ich war mit den Ergebnissen der für die beiden ausreichenden aber für mich deutlich zu kurzen Belichtungszeiten nicht ganz so glücklich. Die beiden hatten Geduld mit mir und ich deshalb dann schlußendlich auch den nur mit Taschenlampen belichteten Viadukt nach nur gerade mal lächerlichen 62 Belichtungssekunden im Kasten.
Sogar mit Sternenlicht. Mit kurzer und deutlicher Lichtspur, aber immerhin …
Besser geht nicht.
°ego sententiam°
Ich danke den beiden Herren für ihre Inspiration und ihre uneingeschränkte Hilfe, Fotografien auf diese für mich neue und ungewöhnliche Art anzufertigen. Und ich danke den beiden insbesondere für ihre Freundlichkeit und zuvorkommende Hilfsbereitschaft, die ich dieser Tage so schmerzlich bei den meisten Zeitgenossen vermisse. Ich hoffe, dass nicht wieder erst nur der Zufall zu einer weiteren Begegnung führt.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …













![2017-11-07 - Elhschetalviadukt - veröffentlicht auf Panoramio [hardcopy vom Eintrag]](https://graphish.de/wp-content/uploads/2017.11.27-um-17.52-Bild-001.jpg)








