°descriptio°:
Ob ein Jagdgebiet zur Auffrischung unserer bescheidenen Trophäensammlung adäquat erscheint, ist grundsätzlich abhängig vom selbst bestimmten Zeitpunkt unseres Besuch, der vorherrschenden Wetterlage und den sich daraus ergebenden Begleitumständen.
An diesem sonnigen Karfreitag war es also wieder mal soweit, dass wir die Schuhe scharf machen konnten, um das schmeichelnde Wetter für einen Jagdausflug zum Hengsteysee und dort speziell zum RWE Pumpkraftwerk KOEPCHENWERK in Witten-Herdecke zu nutzten. Allerdings kamen andere Subjekte auf die gleiche Idee. Ich möchte keinesfalls als intolerant wirken, weil ich nachhaltig der Meinung bin, dass mein Erlebniseindruck dadurch getrübt wurde. Andere haben sehr wohl ebenfalls das Recht, am Natur- und Erholungserlebnis teilhaben zu dürfen. Wenn sie es denn aufmerksam rücksichtsvoll und nachsichtig tun würden, ohne unangenehm und vor allem auffällig störend zu wirken.
Die verantwortlichen Betreiber des Areals haben – wie eigentlich überall da, wo sich stumpfsinnige Trolle in egoistisch veranlagter Manier zu tummeln drohen – deutlich sichtbare Gebots- und Verbotstafeln aufgestellt, dessen reglementierender Informationsgehalt sich dem nutznießenden Betrachter auch ohne Kenntnis des geschriebenen Wortes in der in diesem Lande rechtsgültigen Amtssprache mit einem kurzen Blick unmittelbar erschließen lässt. Sofern der mit ignoranter Blindheit geschlagene diese Wahrnehmung denn auch zulässt. Und weil das mehrheitlich offensichtlich nicht so ist, entnervt dieses popelige Gesindel mit seiner im Überfluß zur Schau gestellten penetranten Ignoranz auch hier den sich in aller Bescheidenheit sozialverträglich verhaltenden Gast. Dabei stellt sich sogleich die aufdringliche Frage, ob die sozial Abgestumpften ihr Störverhalten mit provokativer Absicht betreiben oder tatsächlich einfach nur zu doof sind, um andere durch ihr denkwüriges Treiben unbehelligt zu lassen.
Soll ja jeder machen können was er will. Aber die persönliche Freiheit endet immer genau dort, wo andere sich gestört fühlen. Oder wo schlimmstenfalls zur Harmonisierung des Gemeinwohls festgeschriebene (und auch ungeschriebene) Regeln einfach nicht beachtet werden.
So wird das nix mit der zukünftigen Entwicklung der Menscheit. Was vielleicht auch gut so ist, denn dadurch neigen Menschen angriffslustig zum Griff verteidigender Waffen und rotten sich zügig zusammen und dann – hoffentlich – selbst aus. So entsteht auch wieder ausreichend Platz für die, die es Wert sind diesen Planeten ungestört zu beleben. Kann gut sein, dass das vom Erfinder der vor kurzem erst und deshalb auch anscheinend nur experimentell angelegten menschlichen Lebensform so geplant und gewollt ist. Wollen wir mal hinsichtlich der vom neuzeitlichen Homo Erectus geschaffenen Probleme und deren unaufhaltsamen globalen Tragweite hoffen, dass das Ende der diesen Planeten langsam aber sicher vernichtenden Menschheitsgeschichte nicht lange auf sich warten lässt.
Der Planet Erde hat nach vorsichtigen Schätzungen etwa 4 Milliarden Jahre gebraucht, um so zu werden, wie er jetzt ist. Und der jetzigen Menschheit damit eine relativ stabile Lebensgrundlage geschaffen. Vor etwa 2,6 Millionen Jahren – also erdzeitgeschichtlich gerade mal eine Sekunde vor 12 Uhr – trat irgendein Homo Dingenskirchen in seiner Urform auf und hat, bis auf einige Modifikationen seiner Erscheinung, relativ unverändert mehr als 2,4 Millionen Jahre so überleben können. Erst vor 200 Tsd. Jahren begann der moderne Mensch sich sesshaft zu machen und mit allen Konsequenzen seinen eroberten Lebensraum zu siedeln. Jedoch erst vor knapp 100 Jahren hat unaufhaltsam der gigantische Raubbau an Mutter Erde begonnen. Und hinterlässt seitdem überall deutliche Spuren der Verwüstung. Beruhigend dabei ist nur, dass sich nach dem in baldiger Kürze zu erwartenden unvermeidlichen Ende der katastrophalen menschlichen Episode sich der Planet in kürzester Zeit wieder von dem vernichtenden Irrsinn des zu Anfang eigentlich doch recht vielversprechend verlaufenen Experiments erholen wird.
Dem innovativen Erfinder dieses aus meiner bescheidenen Sicht als erdgeschichtlichen faux pas zu wertenden Mißgeschicks wird das allerdings wohl ziemlich lotti sein. Der kennt keine Zeit, so wie wir es kennen. Der erfindet nach unserem Aussterben dann wieder was neues. Oder lässt es erfinden. Wahrscheinlich diesmal irgendwas lustiges mit 4 Beinen, 6 Armen, 3 Augen, aber ohne Kopf und ohne Haare oder so. Vorlagen sind ja genug da. Und die Kombinations- und Designmöglichkeiten sind – auch nur für den Schöpfer – unerschöpflich.
°loco°
°ego sententiam°
Schon schön eigentlich, dass der Mensch aufgrund seines ausgeprägten Forschungs- und Entdeckungsdranges die erdgeschichtlch interessanten Zusammenhänge vermuten und spekulativ anschaulich machen kann. Schade aber, dass die vorausschauende Weitsicht des Menschen nicht ausreicht, sein Handeln mit Wirkung auf die Zukunft beurteilen zu können. Vielleicht ist das vom Schöpfer ja auch so gewollt. Wir sollen anscheinend tatsächlich nicht dauerhaft hier verweilen.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …







































