°descriptio°:
Den noch rechtzeitigen Erhalt eines etwa 2 x DIN A4 großen (oder besser: kleinen) Wandkalenders mit EIGENEN Bildern habe ich gerade zum Anlaß genommen, meine mich schon lange drückende Frage:
- wie groß können denn nun meine Fotos wohl werden, wenn ich sie tatsächlich mal bei bestmöglichen Voraussetzungen in voller Auflösung auf Papier drucken lassen möchte?
nun abschließend selbst zu beantworten.
Um sich Fragen selbst zu beantworten, muss man sich halt auch selbst schlau machen. Aus einschlägiger Quelle konnte ich den Hinweis entnehmen, dass nur ein paar Voreinstellungen in Photoshop anzupassen sind, um sich ein Foto noch vor dem Druck in seiner potentiellen physikalischen Größe anzeigen zu lassen.
Bei meinen oftmals sehr gewagten Aufnahmen und meiner dann anschließend noch gewagteren Bildbearbeitung ist mir aufgrund der kleinen Bildgröße im Bearbeitungsfenster nicht immer sofort klar, ob ich das, was ich da gerade mit den Knöpfen und Reglern veranstalte, tatsächlich auch so bilddienlich ist. Also auch druckreif wäre.
Auf klein sehen die Bilder nämlich fast alle gut aus. Und unterscheiden sich nur unwesentlich vom inflationären Händieknipsgehype.
Damit ich aber zumindest beim Ausdruck trumpfen oder beim Zurechtschneiden das manchmal im Bildaufbau etwas unpassend geratene Motiv dann doch noch zu einer ansehnlichen Bildwirkung verhelfen kann, ist es schon vorteilhaft zu wissen, ob das verkleinerte Bild dann zumindest noch auf eine 9 x 13 Postkarte passt, ohne dass es aussieht wie ein Foto aus dem Wochenblatt …
Grundeinstellungen
Bildschirmauflösung
Unter „Bearbeiten > Voreinstellungen“ finde ich den Menüeintrag „Maßeinheiten & Linieale“. Das Bildschirm-Lineal stelle ich auf die Einheit „cm“ ein (weil mein echtes Lineal mit derselben Einheit misst).
Ich erstelle ein neues Dokument mt einer Breite von genau 1.000 Pixeln, skaliere die Ansicht auf 100% und messe die sichtbare Dokument-Breite auf dem Bildschirm mit meinem echten Lineal.
Der Dokumentwert von 1.000 Pixeln wird durch den von mir gemessenen Wert von – in meinem Fall – 27,15 cm geteilt und das Ergebnis mit 2,54 (=1 Zoll) mutlipliziert.
Ich erhalte so den Wert für die tatsächliche Bildschirmauflösung von 93,55432780847145 Pixeln/Zoll und trage den Wert in die Voreinstellungen ein.
Druckvorschau
Zur Kontrolle erstelle ich erneut ein Dokument in der Vorgabegröße DIN A4, lasse es mir über das Menü „Ansicht > Druckformat“ anzeigen und lege ein echtes DIN A4 Blatt darüber.
Und siehe da: das echte Blatt passt genau auf das Bildschirmblatt. Die Darstellung der voraussichtlich echten Größe eines Fotos auf dem Bildschirm kann ich also jetzt schon vor dem Druck ansehen und die Bildqualität schon dahingehend beurteilen, ob sich ein Poster lohnt oder besser doch nur ’ne Postkarte gedruckt wird.
Dateiauflösung für den Druck
Das menschliche Auge hat bei normalem Leseabstand ein Auflösungsvermögen von etwa 300 dpi.
Und hier greift das beim Bilderdruck wichtigste Kriterium: der Betrachtungsabstand.
Der minimalste wirkungsvolle Betrachtungsbstand ist immer so groß, dass das Objekt in seiner ganzen Größe erfasst werden kann. Ein DIN A4 Blatt in seiner gesamte Größe erfasst der menschliche Sehbereich aus mindestens 33 cm.
Druckauflösung
Die ideale Druckauflösung eines Bildes auf dem Format DIN A4 ist das Ergebnis aus 100/0,33 m. Somit: ca. 300 dpi.
100 steht für die maximal gewünschte Druckauflösung, die geteilt wird durch den minimalst sinnvollen Betrachtungsabstand in Metern.
Ein Poster mit der Größe von 40×60 cm wird allgemein aus einer Betrachtungsentfernung von ca. 2 m als Gesamtbild wahrgenommen. Somit wäre eine maximale Druckauflösung von 100/2 m = 50 dpi ausreichend.
Wird das Poster aus nur einem Meter Entfernung betrachtet, ist die erforderliche Druckauflösung 100/1 m = 100 dpi.
Auflösungen von 300 dpi oder mehr in der Endgröße eines gedruckten Bildes kommen nur noch im Offsetdruckverfahren und dann auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen vor und sind für mich nicht relevant.
Voreinstellung
Im Menü „“Bild > Bildgröße“ [ALT+STRG+I] finden sich die genauen Pixelmaße des Bildes und darunter die Größe (Abmessungen in cm), die allerdings auflösungsabhängig ist. Die Option „Interpolationsverfahren“ bleibt nicht ausgewählt.

Anwendungsbeispiel
Das Bild hat bei einer Auflösung von 240 dpi die Abmessungen von 38,61 x 28,96 cm
°loco°
Im residenzialischen Testlabor …
°ego sententiam°
Doch doch, das macht Sinn. Schon allein deshalb, weil wir hin und wieder mal von uns gefragt werden, ob wir denn die Bilder nicht mal auf Schön rausgeben wollen. Und wenn einer von uns dann mal in die Verlegenheit kommen sollte, einen Ausdruck auf Papier erstellen zu lassen, dann wissen wir schon vorher, wie groß das Format dann auch besser zu wählen sein sollte.
Abbildungsmaßstab
Die Gelegenheit hat mich dazu getrieben, zusätzlich den Abbildungsmaßstab eines Motivs oder dessen Details ermitteln zu wollen. Schon die Macro-Aufnahmen mit dem Tamron 70-300 ließen mir seinerzeit keine Ruhe und ich wollte wissen, wie groß ich denn nun das eine oder andere Insekt tatsächlich abbilden kann. Oder anders formuliert: wie groß das Motiv bzw. das Detail in Wirklichkeit ist, denn bei der maximalen Vergrößerung bekomme ich kein kleines Insekt in voller Pracht in den Kasten. Nur so’n Auge mit Kopf. Den Rest muss man sich dann denken.
Die Rechnung für den Vergrößerungsmaßstab beginne ich also erst mal mit der mir maximal verfügbaren und im Ernstfall erreichbaren Brennweite:
Objektiv Pentax 55-300 mit max. Brennweite 300 mm x Sensorgröße 1,5 cm = 450 mm
450 mm Brennweite im KB-Format x Pentax Brennweitenverlängerung 1,4 = 630 mm
630 mm x Vergrößerung durch Lupenlinse 1,4 = 945 mm tatsächlich realisierbare Brennweite..
Eine Bilddatei im RAW-Format ist etwa ±14,2 MB groß und wird horizontal und vertikal mit 72 Pixeln aufgelöst. Meine Bildschirmauflösung ist aber 93,554 Pixel/Zoll. Um das Bild in der „echten“ Größe sehen zu können, öffne ich das Bild mit Photoshop und trage den Wert der Bildschirmauflösung wie oben schon beschrieben in das Eigenschaftenfeld „Auflösung“ des Bildes ein. Die Datei wird dadurch auf etwa 41,5 MB „aufgeblasen“ und hat im Standard-Querformat die Abmessungen von 126,85 cm in der Breite und 84,27 cm in der Höhe. Das wäre auch eine realistische Druckgröße, wenn die Bildqualität dann insgesamt stimmen würde. Allerdings kommt dann wieder die Sache mit dem zu erwartenden Betrachtungsabstand ins Spiel und der sich daraus ergebenden empfehlenswerten Druckauflösung (siehe oben).
Ein mit maximaler Brennweite fotografierter Gliedermaßstab – bzw. ein kleiner Teil davon, nämlich sichtbare 120 mm auf der Skala – ergab dann das finale Ergebnis des erreichbaren Abbildungsmaßstabs:
1 mm auf der Skala des Messgerätes werden auf dem Bildschirm mit fast genau 100 mm gemessen.
Ich erreiche also mit meinem lächerlichen Equickmänt
bei Macro-Aufnahmen
einen maximalen
Abbildungsmaßstab 100:1.
Größer kann nur ein Mikroskop.
°illustrationen°:
Gibt’s hierzu nicht.
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …




