2019-02-03 – NSG Brandheide Recklinghausen

2019-02-03 – NSG Brandheide Recklinghausen

°descriptio°:

Mein Getrampel hat gefruchtet. Wir haben deshalb dann auch nach langer Aktivitätspause den ersten Gang in diesem Jahr nach draussen unternommen. Andere halten auch Winterschlaf. Oder Schönheitsschlaf. Je nach dem…

Kalt war‘s trotzdem noch. Aber auf unserer „Hauswiese“ haben wir wegen der kräftigen Sonne nicht alllzuviel frieren müssen. Was auch am Kaffee lag. Oder mehr an der Thermosflasche. Die aufzudrehen trieb dem Schatzi den Schweiss auf die Stirn. Wenn sie gerade mal nicht an der Pulle hing, beschäftigte sie sich hingebungsvoll mit – Pilzen …

Meine Affinität zu derlei unbeweglichen und stummen Wald- und Wiesenbewohnern liess mein Augenmerk eher auf die gefiederte Fraktion lenken. Ich hatte zu dem Zweck auch vorausschauend mal das billige Telerohr eingepackt und direkt vor Ort ausgepackt. Weil ich wissen wollte, ob das Ding mir den Eisvogel an der Lippe nahebringen würde.

Wenn genug Licht da ist, macht das billige Teil eine fast akzeptable Figur. Farbsäume und Verzeichnungen inklusive. Für Bilder, die im National Geographic Magazin gedruckt werden sollen, ist das nix. Aber für zu hause kann man sich das gerade noch so angucken. Schon alleine deshalb, weil die Brennweite das Motiv schön dicht ranholt. Und mit mehr als ’ner 1000stel belichtet kann ich mit piccure+ die unvermeidbaren Verwackelungen wegen den altersschwachen zittrigen Händen rauslügen. Was immer noch billiger ist, als ein Objektiv für den Preis eines Kleinwagens. Den ich wegen seiner beengten Grösse ohnehin nicht haben will.

Durch aufziehende Dunstschleier war der entschleunigte Spass mit der Entfernung dann auch schnell vorbei.

Ich trabte am Weidezaun entlang. Um von dort aus auf Trophäenjagd zu gehen. Den Kampf mit der Thermoskanne haben auch die Vögel mitbekommen und sich kopfschüttelnd von der absurden Szenerie entfernt.

Ein Maulwurf hatte nicht aufgepasst und wurde zum Mittagessen eines Greifvogels. Eine Eule konnte als Jäger ausgeschlossen werden. Die schlingen ihre Mahlzeit komplett runter. Der Maulwurf wurde von seinem Henker mit dem Rücken auf einem Zaunpfahl abgelegt und dort hingerichtet. Das hungrige Maul des Täters hat den Brustkorb des Maulwurfs wie mit einer Hähnchenschere geknackt um an dessen Eingeweide zu kommen. Eine gruselige Szene. Blieb nur zu hoffen, dass der Maulwurf schon beim Fang an einem Herzinfarkt verendet ist.

Weil ich die Szene trotzdem unbedingt haben wollte, nahm ich das 35er und machte mehrere Stackings.

Zuhause erntete ich mit dem Ergebnis wohltuenden Beifall.

Den ich aufgrund der mir dargebotenen „leuchtenden Pilze“ ehrfurchtsvoll erwidert habe.

Für den Anfang waren wir mit unserern Trophäen schon gut zufrieden. Und ich hatte das dringende Bedürfnis, meine Pilze auch zum leuchten zu bringen…


°loco°


°ego sententiam°

Die Experimente mit dem langen Rohr geben Grund zur Annahme, dass mir noch so einiges an Erfahrungswerten bevorstehen wird. Bewegte Motive scheiden allerdings definitv aus. Ohne Autofokus ist da kein Preis mit zu gewinnen. Manuelle Fokussierung klappt zwar, ist aber nicht immer ganz so treffsicher. Schon gar nicht ohne Stativ. Und wenn man dann zwei- oder sogar dreimal nachlegen muss, ist z. B. so’n Eisvogel schon wieder ganz woanders …

°supplementum°

Ohne Nachtrag.


°illustrationen°:


°movere imaginibus°


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …


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