2019-02-06 – NSG Brandheide Recklinghausen

2019-02-06 – NSG Brandheide Recklinghausen

°descriptio°:

Wir waren erst noch etwas unschlüssig in den Fragen, ob wenn, dann wohin, und wenn ja, dann wann. Das WARUM stellte sich nicht als Frage sondern war die Antwort selbst.

°prolog°

Das lag an mir. Ich hatte mich (fast) direkt nach dem Erwachen mit der für mich mittlerweile als äusserst unangenehm empfundenen Aufgabe beschäftigen müssen, Arztrechnungsbeträge zu überweisen und Versicherungsdokumente zu ordnen. Andere werden für solchen Blödsinn bezahlt. Ich hingegen mach das nicht umsonst, dafür aber kostenlos. Was mir derweil irgendwie unerträglichen Stress bereitet. Der sich dergestalt auswirkt, als dass sich immer noch und ohne Unterlass stinkender Schweiss unter meinen Achselhöhlen bildet. Ich werde den Scheissschweiss nicht los. Da kann ich mich morgens 5x hintereinander unter den Armen kalt oder warm und mit oder ohne Seife waschen. Es stinkt. Der Stress und seine Symptome werden mich noch umbringen. Das behindert mich auch am Fortgang meiner spochtlichen Bemühungen, den anfangs avisierten Heilungsprozess nach der am 13.02. stattfindenden Krampfader-OP zu begünstigen. Im September des letzten Jahres hatte ich für mich wahrlich erfreuliche Fortschritte hinsichtlich meiner körperlichen Fitness machen können. Doch das aus meiner Sicht völlig überflüssige Weihnachtsgedöns mit den nachteilig auf mich wirkenden Begleitumständen hat mich komplett aus der Spur gebracht. Bis jetzt. Und die ab der zweiten Januarwoche wieder auflebenden Bemühungen zur Ertüchtigung meinerselbst waren nur eine einzige Quälerei. Ich konnte nicht dort ansetzen wo ich vor Weihnachten aufgehört hatte. Lustlos hatte ich immer wieder das anfangs für mich sinnvoll und spaßbringend aufgebaute Programm abgebrochen. Und ich geh im Moment mal wieder gar nicht hin. Ich vermute, dass mir das Wetter zu schaffen macht. Was aber wohl nur eine billige Ausrede ist. Das muss andere Gründe haben. Die ich nicht kenne. Was aber auch erstmal lotti ist. Ich weiss, dass ich es bereits geschafft hatte, meinen inneren Schweinehund zu besiegen und hab mich durchgerungen, mich körperlich zu ertüchtigen. Mich tireb die Erkentnis, dass, wenn ich weiter so schluder, meinen körperlichen Verfall nicht mehr aufhalten kann. Und musst dem entgegensteuern. Das werde ich wieder schaffen (müssen). Ich hab nicht vor, in weniger als zwei Jahren mit meinem immer fetter werdenden Bauchspeck am Stock zu laufen…

Der OP-Termin rückt immer näher. Und ich werde tatsächlich wieder zunehmend fetter. Man könnte auch faul und bequem drauf sagen. Was die Ursache der Fettleibigkeit ist. Die Stützstrümpfe wurden vor 14 Tagen nach Mass gefertigt. Nächste Woche passen die wohl nicht mehr.

So wie ich im August mit endgültiger Vehemenz dran gegangen bin, meinen allgemeinen Zustand verbessern zu wollen (und das auch tatsächlich geschafft habe), so muss ich also genau DAS nochmal beginnen. Sonst wird das nix und mich werden meine Erbkrankheiten ungebremst einholen und vorzeitig dahinraffen.

°so kann’s gehen …°

Der Gang durch die Botanik tat gut. Ich konnte mich mit der Suche nach Natur ablenken. Und versuchte mich ernsthaft an Pilzen, die leuchten. Oder die ich zum Leuchten bekomme, oder bei Bedarf zum Leuchten bekommen könnte. Das Schatzi hat mir gestern den Trick verraten. Ich hatte ja bisher immer fest behauptet, dass ihre Canon das ab Werk kann. Zumindest liefert die Canon gesundes Ausgangsmaterial für die Entwicklung der Bilder. Das kann auch nicht jede Knipskiste.

Glämmer Gloh (oder so ähnlich) ist nun des Zauberlehrlings Zauberwort. Oder besser: der Zauberfilter. Aus der Nik Color Efex Filterkollektion. Die ich schon sehr lange besitze, aber bisher mangels Bedarf noch nie genutzt habe. Bis auf die separate Filteranwendung Viveza, die ich gernstens bei HDR-Aufnahmen zum Einsatz bringe.

Während ich also die Filter erst noch gar nicht beachtet hatte, hat das Schatzi bereits hingebungsvoll und von mir unbemerkt mit der Filterkollektion experimentiert. Ich guck ja auch nicht immer hin, wenn die da so was macht. Und sie kam damit zu erstaunlichen Ergebnissen. Genauso wie mit dem DAP. Den ich auch mal ausprobiert hatte, aber mit dem ich persönlich (noch) nicht so gut zurecht komme. Was vielleicht auch an meinem schwachen Ausgangsmaterial liegt. Nicht jede Kamera liefert eine gute Basis. Und nicht jeder der knipst, macht schlechte Fotos. Und umgekehrt. Vielleicht liegt es aber auch nur an meiner schwach ausgeprägten künstlerischen Begabung, dass ich meinen Bildern keinen Ausdruck verpassen kann. Und das fängt ja bekanntlich schon im Moment der Aufnahme an.

Das Schatzi hat den Dreh raus. Wenn die was fotogfrafiert, dann macht sie das bewusst: knipsen war gestern – heute wird fotografiert. Und das ist sehr wohl ein sehr großer Unterschied. Und ein großer Schritt für einen kleinen Menschen …

Ich nahm mir also auch – trotz schwachem Ausgangsmaterials – die NIK-Filter vor die Brust. Und je mehr ich mit den Schiebern und Reglern und Knöpfen und Parametern hantierte und probierte, leuchteten zwar nicht meine Pilze so wie die vom Schatzi, dafür aber meine Augen. Die Filteralgorithmen haben es richtig in sich. Anfangs neigt man sicher immer dazu, sowas komplett auszureizen. Und das führt unweigerlich zu „experimentellen“ Ergebnissen. Man könnte die auch als  „surreal“ bezeichnen. Andere nennen sowas auch „Kunst“. Was mir auch erstmal egal ist. Ich persönlich sehe gerade das Resultat: die  Hervorhebung der Details und Farben im Bild. Was mit Hilfe gezielter Nachbelichtung in ausgesuchten Bildbereichen zur komplett veränderten Bildwirkung führt. Und nicht mehr zu vergleichen ist mit dem Original. Interessant dabei ist, dass Motive mit viel Motiv drauf (Pilze auf Totholz sind so ein Motiv…), die aufgrund des Motivs im Original schon fast langweilig unüberschaubar wirken, durch die Filterung aber dann schon wieder soviele Details zeigen, die mit unseren HDR-Aufnahmen vergleichbar sind. Und die wirken auch nicht im Kleinformat auf der Taschenbimmel. Sondern erst ab einer gewissen Grösse. Am besten so ab DIN-A2 aufwärts …

Man könnte sich also bei Pilzen von nun ab jetzt selbst empfehlen:  THINK BIG.


°loco°


°ego sententiam°

Mit knapp 14 Megapixel-Fotos werde ich bestimmt keine Wohnzimmertapete produzieren können. Aber auf knapp 1 Meter Breite bekomme ich die Bilder wohl schon ausbelichtet. Was aber keinen Sinn macht, weil ich nicht wüsste, wo ich die schlußendlich aufhängen sollte. Mir reicht deshalb auch die Ansicht auf dem (kleinen) PehZeh-Monitor. Da leuchten die Pilze schon allein deshalb, weil der Monitor leuchtet.

Ein (Pilz)Bild an der Wand kann nicht leuchten…

°supplementum°

Trotz der – im Moment noch – spektakulär wirkenden Efekte, die ich gerade aus den Fotos herauszaubern kann, bin ich mir noch nicht sicher, ob die Resultate es wirklich wert sind, in die diesjährige °hall-of-fame° aufgenommen zu werden…


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …