2019-03-25 – Krampfadern – Nachbehandlung

2019-03-25 – Krampfadern – Nachbehandlung

°descriptio°:

Seit etwas mehr als einer Woche verspüre ich im rechten Unterschenkel auf der Innenseite in Höhe des Wadenmuskelansatzes ein zunehmendes Druckgefühl. Andere würden „Schmerz“ drauf sagen. Die Stelle, wo’s vor allem beim Gummisockenanziehen ziept, ist verhärtet und fühlbar knubbelig. Also nicht normal, wie ich finde.

Ich bin deshalb heute morgen kurzentschlossen dann nochmal, diesmal ohne Terminvereinbarung und deshalb auf doof, wieder ins Maria-Hilf-Hospital geeiert, um von den Spezialspezialisten Auge machen zu lassen, bevor die Sache aus der Kontrolle gerät und folgenschwer eskaliert.

Im Erdgeschoß an der Hauptanmeldung hab ich mein Gedicht aufgesagt und bin auch sogleich aufgrund meiner hier vermerkten Vorgeschichte in die 2. Etage weiterverwiesen worden, wo ich mein Gedicht dann nochmal vorgetragen habe. Dass ich dann auf Audienz warten musste war mir schon klar. Das hätte ich allerdings auch mit Termin machen müssen.

Hat gar nicht lange gedauert, da wurde ich auch schon dran genommen. Im Untersuchungszimmer mich der Schuhe, Socken und Beinkleider entledigt und den Fall der Assistentzschwester kurz zur Niederschrift erklärt und dann auf die Oberärztin gewartet.

Dass das Ultraschallgerät nur mit diesem ekligen Schmierfett betriebsfähig ist, ist für mich unverständlich. Eine Riesensauerei ist diese Plörre, die mit dem Ultraschallkopf bis in die kleinste Hautfalte verrieben wird. Und die zur Reinigung dargereichten Putztücher sind ohnehin ein Witz: damit kann man sich nach dem Pfotenwaschen notfalls die Hände trocknen aber nicht dieses Scheißgleitmittel von der Haut wischen.

Die Ärztin hat mit dem Ding dann den gesamten rechten Haxen untersucht. Und hier gedrückt und da geschubbert und dann feierlich festgestellt, dass ich wohl Recht in der Annahme ging und dass da tatsächlich was nicht in Ordnung sei…

Ahja. Soso …

Da ist also noch ein Überbleibsel einer Vene, die nicht mitgezogen wurde und die mir jetzt den Streß macht. Man kann die nachträglich aber auch noch rupfen. Was wegen Geringfügigkeit natürlich nicht mehr in Vollnarkose stattfindet und deshalb erhebliches schmerzhaftes Empfinden bereiten würde. Deshalb soll erstmal mit Blutverdünner nachgeholfen werden. Damit der Knubbel sich auflöst oder so. Und damit das funktioniert, soll ich mich selbst spritzen.

Ne, Frau Doktor, bevor ich mich selbst spritze spring ich von der Leiter. Ich hasse Spritzen. Ausserdem bin ich NICHT suizidgefährdet und würde mir deshalb auch selbst kein Leid antun können.

Nagut. Dann Tabletten. Xarelto 15 mg, 2x täglich über 3 Wochen. Die 42 Stck. Packung kostet nur bescheidene 143,74 Taler. Und wird auch nur Privatpatienten verschrieben. Kassenpatienten bekommen ’ne andere Brause.

Ich bin am 15.04.2019 um 14:30 Uhr wieder hier. Bin mal gespannt, wie’s weitergeht …


°loco°

Text


°ego sententiam°

Ich neige ja tendenziell nicht gerade überschwenglich zu Verschwörungstheorien, wenn sie denn plausibel erscheinen. Heute hab ich mir aufgrund der Vorkommnisse aber dann doch meine eigene zurechtgedengelt.

Privatpatienten bekommen bessere (und teurere) pharmazeutische Produkte als Kassenpatienten. Und der Preis für die erbrachte ärztliche Leistung wird dem Privaten mit dem 2,3-fachen (oder manchmal auch höheren) Multiplikator in Rechnung gestellt. Sollnse machen. Solange das warum auch immer erlaubt ist…

Das allein könnte ein umsatz- und gewinnorientiertes Unternehmen wie so’ne Klinik wohl ganz gerne dazu veranlassen, den Privatpatienten nicht nur einmal antanzen zu lassen. Man kann ja mal was übersehen haben. Oder es hat sich nach erfolgreicher Behandlung was gebildet, was nicht voraussehbar war.

Ich glaube das nicht. Ich bin sicher, in meinem Fall ist das kein Zufall sondern Berechnung. Die haben den Scheiß drin gelassen, damit ich wieder einfliegen kann um teuer nachbehandelt zu werden.

Und die werden ’n Scheiß zugeben, dass die zuvor Bockmist gemacht haben, weil von denen nicht ALLES gerupft wurde…

Am meisten ärgert es mich, dass ich jetzt Pharmaka zu mir nehmen soll, die ich ansonsten gar nicht gebraucht hätte. Mein Blut war die letzten 56 Jahre top in Ordnung. Und hat mir immer das Leben gerettet, weil ich nicht verblutet bin, sondern nach einer Verletzung noch nicht mal der Boden versaut wurde, weil die Suppe sofort am Mann  geronnen und die Wunde direkt verheilt ist. Pflaster kenne ich nur als Beruhigungsmittel für kleine Kinder. Größere Wunden wurden ohnehin genäht oder geklebt. Und selbst dann war der Heilungsprozess nur sehr kurz.

Die Krampfader-OP-Narben in den Leisten waren schon nach einer Woche abgeheilt, also die Narbenkruste abgefallen. Ich bin also mit den Selbstheilungskräften meines mittlerweile altersschwachen Körpers immer noch bestens zufrieden.

Ich hatte nie das Verlangen und auch nicht den Bedarf, mich mit diesem Pharmascheiß zuzudröhnen. Wofür auch. Ich hab einfach eine Abneigung gegen diese Dreckspillen, von denen ich nicht weiß was drin ist und die ich ohnehin nicht brauche und von denen ich nicht weiß, was ich gegen die nehmen muss, falls die mehr machen als sie sollen Schon mal was von Nebenwirkungen gehört?

Ich kenn‘ Leute, die haben auch so angefangen: erst ’ne Pille weilse nich‘ kacken konnten. Die hat aber auch die Niere zum übermässigen Pissen veranlasst. Also ’ne Pille um den Harndrang zu regulieren. Die hat aber auf die Pumpe geschlagen. Also Herztabletten einschmeißen. Die haben aber Kammerflattern verursacht. Dafür gibt’s ja Betablocker. Die verursachen aber Verstopfung und man kann nicht vernünftig kacken. Dafür gibt’s ne Pille, die verträgt sich aber nicht mit der, die am Anfang eingeschmissen wurde …

Merksse wat ?

Und jetzt MUSS ich die Scheiße nehmen, weil ANDERE Scheiße gemacht haben.

Ich bin gerade ein bischen verärgert…

°supplementum°

Fortsetzung folgt.


°illustrationen°:

Hier müsste eigentlich der heutige Befund rein. Weil der aber ziemlich lateinisch ist, versteht den sowieso keiner.

Ich hätte das Gespräch während der Untersuchung aufnehmen sollen …


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …