°descriptio°:
Wenn sich EINE – und das ist die hier gezeigte – dieser kleinen Schmetterlinge in den residenzialischen Gemächern verirrt hat, versucht man selbst in höchster tierliebender Alarmbereitschaft, die möglichst unbeschadet einzufangen und wieder dahin auszusetzen, wo sie vermeintlich herkommt und auch wohnt.
Tja. Und dann waren es zwei. Ein paar Tage später dann drei. Und wieder ein paar Tage weiter waren es dann mindestens zehn, die den gesamten Luftraum in Residenzia für sich beansprucht haben…
Spätestens jetzt stellte sich die aufdringliche Frage, wo die herkamen. Die sind nämlich ganz bestimmt nicht von draussen zugewandert und wollten ganz bestimmt auch nicht nur ihren Hintern hier aufwärmen.
Wir haben die dann im Abstellraum entdeckt. Es war eine Kolonie. Eine erstaunlich große sogar. Und noch wusste niemand, um welche Spezies es sich da handeln würde, die sich da anscheinend so fröhlich weil bislang ungehindert und nahezu unentdeckt zu vermehren schien.
Wir machten uns also schlau und würden auch fündig.
Es handelt sich um die residenzialische Kolonie von Dörrobstmotten, die vermutlich mit Vogelfutter eingeschleppt worden sind. Die Raupen schaffen es, sich durch Plastik durch zu fressen. Und verdauen das Zeug tatsächlich auch mit Hilfe ihrer Darmbakterien.
In Fernost hatten Wissenschaftler deshalb mal tiefer geforscht und es laufen angeblich (derzeit immer noch ?) Versuche, mit den verfressenen Viechern das Plastikmüllproblem der bekloppten Menschheit zu lösen…
°loco°
In der residenzialischen Vorratskammer.
°ego sententiam°
Wenn die Forscher eine entsprechende Menge an Raupen tatsächlich soweit ranzüchten können, dass damit Müllberge ins Nirwana geschickt werden, dann wird bestimmt die eine oder andere Raupe auch zum Falter und geht aus der Müllverfütterungsanlage stiften.
Die tun das.
Ich weiss das.
Weil die das hier auch so machen.
Und warum soll das woanders anders sein …
Und weil Plastik für die Viecher wohl auch nur ein Hindernis ist und nicht direkt auf dem insgesamt sehr abwechslungsreich zu lesenden Speisenplan steht, suchen die sich dann das passende und viel appetitlichere Njamnjam. Das ist u. a. Getreide.
Das sollte dann aber nicht in unmittelbarer Nähe der Müllbeseitigungsanlage stehen.
In Afrika haben die nämlich schon ihre unglaublich großen Heuschreckenschwärme, die alles kahlfressen.
Ein Schelm, wer jetzt was Böses denkt …
°supplementum°
Nach der Entdeckung hatte ich direkt die eine und andere Raupe zur Zucht anektiert. Die überzähligen Falter wurden dann nach und nach aus dem Luftraum entfernt.
Ob ich die umgebracht habe?
Nunja, in den allermeisten Fällen ließen die sich nicht so gut einfangen, und so mussten dann konsequente Fangmethoden angewendet werden, um die eingelagerten Lebensmittel vor weiterem Zugriff zu schützen. Sterben müssen die Falter ohnehin nach etwa 14 Tagen. Schon allein deshalb, weil die keinerlei Nahrung zu sich nehmen und während ihrer kurzen Lebenszeit nur Nachwuchs produzieren.
Dafür habe ich mich als selbsternannter Mottenvatter dann ersatzweise um die Nachzucht gekümmert. Der Zyklus geht also weiter. Diesmal aber kontrolliert, so hoffe (nicht nur) ich …
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …










