2023-09-03 – NSG Lippewiesen Haltern

2023-09-03 – NSG Lippewiesen Haltern

°descriptio°

Patrick hat sich für heute vormittag bereit erklärt, mein 3D-Druckermuster in Empfang zu nehmen. Mit fällt ein Stein vom Herzen. Hoffentlich kann sein Spezi das Teil auch genauso drucken, wie es das Original hergibt. Anders wär auch schlecht, wenn auffällt, dass es nicht das ist, was eingebaut wurde. Allerdings ist auch nicht aufgefallen, dass ich das Teil kaputtgemacht und dann wieder zusammengeklebt habe.

Egal. Das Wird schon. Und wenn ich halt wieder ’n geklebtes Teil einsetze, falls es mit dem 3D-Druck nicht gelingt. Dann hab ich wohl wieder ’n Jahr Zeit, mir Gedanken zu machen.

Der Hunger trieb mich danach nach Malzer im REWE. Die verlangen 2,50 Euro für ’n Blaubeermuffin. Das ist stramm. Die Dinger sind zwar groß und saftig und mit haufenweise Blaubeeren drin, aber der Kurs gibt einem zu denken. Für Zweifuffzich hab ich sonst ’n üppig belegtes Brötchen bekommen.

Das soll jetzt ’n Hefeobstteilchen kosten ?

Auch egal.

Ich fahr erstmal nach Hürfeld. Den Panzer hatte ich heute morgen mit allerlei Plunder vollgepackt. Ich wollte beide Spielzeugdronen mal wieder fliegen lassen, weil’s ja relativ windstill war, und auch den gummibereiften Monsterflitzer mal wieder auf die Piste bringen. Alles in der Hoffnung, dass ich da den richtigen Platz finde, um mich auszutoben bis die Akkus leer sind.

Aber es war ja Sonntag. Und schön sonnig und warm, als der anfängliche Hochnebel von der Sonne dann aufgelöst wurde. Das nahm natürlich alle Welt zum Anlass, ihre nutzlosen fahrbaren Untersätze mal wieder auf die Pisten zu kriegen.

Was mir den kurzen Aufenthalt an der Hürfeldhalde schnell verleidet hat. Der um die Halde herumführende asphaltierte einspurige Weg hat seine Liebhaber. Die einen sind ortskundig und nehmen mit dem Auto ’ne Abkürzung, die anderen sind in der Mehrzahl senile Rentner oder RTL-verseuchte Hausfrauen und fahren wie bei der Tour de France  im Pulk mit ihren Elektroeseln in maximal möglicher Höchstgeschwindigkeit über die kurvige und aufgrund der in der Ebene hochgewachsenen Vegetation so gut wie gar nicht überschaubare Piste.

Von Rücksichtnahme also BEI DENEN – vor allem den senilen Drahteselquälern – keine Spur zu erkennen. Die halten drauf, denen ist egal was vor oder hinter denen ist. Neulich kam in Fernsehn die Meldung, dass die altersschwachen Bekloppsten sich aufgrund ihrer üppigen Rente und ihrer ansonsten hoffnungslos körperlich schlechten Verfassung die teuersten und schnellsen E-Bikes kaufen, damit ungebremst losrennen um dann in tödliche Unfälle verwickelt zu werden, an denen  ur sie allein beteiligt sind, weil die schlicht zu schnell um Kurve wollten …

Und das sind genau DIE, die sich über die Moppettfahrer im Sauerland aufregen.

Was das Buhstern mit den Menschen mittlerweile angerichtet hat ist schon erstaunlich. Vor allem die für die Ü-60er „angepassten Impfstoffe“ scheinen es mächtig in sich zu haben. Die alten Leute sterben also nicht am Virus, auch  nicht an der Impfe und schon gar nicht am Alter. Sondern durch Suizid. Keine Ahnung, ob das so gewollt ist, aber praktisch scheint es zu sein, um die Rentenkassen zu entlasten. Bis diese Klientel endgültig ausgerottet ist, muss ICH mich aber noch mit denen rumärgern. Das kann dauern, und ich fürchte, dass ich das VOR meinem persönlichen Ziel wohl eher nicht mehr erleben werde.

Und danach hab ich auch nichts davon, weilse dann da, wo ich dann sein werde, auch sind und mir auf’n Sack geh’n …


°loco°

Erst im Hürfeld, dann an Lippe …


°ego sententiam°

Amazon macht’s möglich, dass ich mit vermeintlich nützlichen Dingen die erste Expedition in diesem Jahr angehen konnte.

Die erneuten Probeflüge mit den von Wien verschenkten Spiezeugdronen waren sinnlos. Es war zwar sonnig, kaum Wind, keine Hochspannungsleitungen, vermutlich also ideale Bedingungen für den Kontakt mit GPS-Satelliten und relativ viel Platz zum Spielen, somit sollte das doch mal funktionieren mit den Dingern.

Wenn denn zwischenzeitlich nicht auch die Vollpfostenradtourfraktion auf den Plan getreten – oder besser: gefahren – wäre, die so schnell unterwegs sind, dass die plötzlich da sind und man selbst keine Möglichkeit mehr hat, denen auszuweichen.

Und sonst ?

Scheissdreck, NIX funktionierte.

Die Helis kann man zwar fliegen lassen, aber nur freihändig. Die verbinden sich nicht mit den Satelliten, um das GPS-Signal für eine Rückführung zum Landeplatz zu bekommen. Und weil die Steuerung von den Dingern ohnehin schwer gewöhnungsbedürftig und die Technik der Teile offensichtlich ohnehin Schrott ist (Kamerasignal wird nur ruckelnd oder gar nicht übertragen), hab ich den Scheiß eingepackt und beschlossen, dass ich Dronenfliegen endgültig an den Nagel hängen werde. Denn für eine RICHTIGE Maschine fehlen die Taler und die wird auch direkt von der Flugsicherung geortet und man kann den Rest seines Lebens in Krümmede verbringen, wenn man für so’n Ding keinen Fürhrerschein hat. Ich zumindest werde diesen blöden Führerschein NICHT machen wollen.

Nicht weil ich’s nicht kann, sondern weil ich’s kann …

Und mit kleinem Besteck ausgerüstet – nur die K-70 mit dem 100er Makro – hab ich dann zuvor entnervt und jetzt voller Hoffnung, dass wenigstens die Kamera macht was ich will, die Streuobstwiese betreten um nach 5 Minuten direkt wieder zu flüchten, weil ich von Moskitos aufgefressen wurde. Die Kamera hat auch nur sporadisch funktioniert. Was nicht zuletzt daran lag, dass ich bei den residenzialischen Trockenübungen erfreut festgestellt habe, dass ich gar keine Akkus mehr brauche und es eine vermeintlich potente PowerBank mit einem zusätzlichen USB-Spannungsregler aus Wien auch tut.

Doch weit gefehlt.

Ob es jetzt an der PowerBank gelegen hat  oder an dem Spannungsregler, ist mir noch schleierhaft. Zuhause jedenfalls hat ALLES tadellos funktioniert.

Nur jetzt HIER nicht ?

Egal. Hier sind genauso viele Mücken wie Fahrradrentner und für mich der Grund, das Weite zu suchen.

Das Weite befindet sich in Haltern an einer Lippebiegung. Seinerzeit – am 21.08.2018 – war ich das letzte Mal da. Und DA war es erfahrungsgemäß garantiert ruhiger, so dachte ich …

Den Panzer parkte ich mal wieder wie gewohnt direkt an der Lippe unter den Bäumen, ging dann erstmal ohne alles ein Stück am Expeditionsort entlang um festzustellen, dass der Bauer unterwegs ist. Das ist nichts Ungewöhnliches für einen Bauern, dass der am Sonntag schaffen geht. Dafür hat der im Winter frei.

Mich trieb ’ne Ahnung wieder zurück zum Parkplatz. An der Straße hinter einem Gebüsch steht die Karre auch gut und lässt keine unangenehmen Fragen aufkommen.

Kaum wieder zurück auf den Acker – diesmal mit Besteck – raste der Bauer mit seinem Trecker und angehängtem Heuwender auf den Platz und direkt zu mir hin. Meine Ahnung hat sich bestätigt.

Direkt an mich herangefahren bemerkte er die Kamera.

„Ach …“ rief er überrascht von seinem Treckersitz runter (der Trecker war laut, da MUSS man rufen …), „machense Insektenfotos ?“.

Richtig erkannt. Ich nickte nur. Der Trecker auf meinen Füßen war zu laut.

Ob ich jetzt ’n Problem mit dem krich, nur weil ich hier am Knick langschleiche ?

„Ich dachte erst, Sie würden hier mit ’ner Kippe langlaufen, das hab ich nämlich gar nicht gerne …!“. Verständlich, das Heu ist furztrocken und brennt wie Zunder, wenn Glut runterfällt.

„Jagut, dann viel Spaß noch …“ rief er entspannt und freundlich lächelnd von seinem Thron runter.

Mein Schreck steckte tief und ich musste mir erstmal eine paffen …

Und dann ging es Schlag auf Schlag.

Falter, Wanzen, Libellen, Fliegen, Hornissen und alle Altbekannten und Unbekannten, alle warense da.

Und wie artig die meisten mitgemacht haben. So sind die nur, wenn die mal in Tagesform sind, und es nicht zu heiß oder zu kalt ist. Heute war Sommer. RICHTIGER Sommer, wie man ihn vom Sommer her so kennt. Und alle hatten gute Laune. Auch der Bauer.

Nur ICH nicht.

Denn die Scheißpowerbank hat nicht den Saft geliefert, den die Knipse zum automatischen Fokussieren braucht. Der Fokussierantrieb war ständig in Aktion. Klar, bei Makrofotos auf kurze Distanz verändert sich ständig der Schärfebereich, der nachgeführt werden muss. Ich hab die Knipse so eingestellt, dass die erst auslöst, wenn das Motiv als scharf erkannt wird. Funktioniert prima. Mit der K-7 hab ich seinerzeit nur manuell fokussiert. Das sieht man auch an den Bildern … 😥

Weil die K-70 ja im Vergleich mit der K-7 ein für mich sensationell gutes Rauschverhalten hat, kann ich den ISO-Wert bis auf 4000 hochdrehen. Was dann mit dem lichtstarken 100er Makro dazu führt, dass ich bei Blende 20 mit ner ausreichenden 125stel Sekunde aus der Hand belichten kann. Und bei Blende 4,5 dann mit ’ner 4000stel Sekunde. Das wäre mit der K-7 nicht möglich gewesen.

ABER:

ALLE BILDER sind hoffnungsloser SCHROTT.

WEIL:

Die Spannung nicht ausgereicht hat. Entweder hat sich die Kiste vor dem Auslösen selbst ausgeschaltet, oder sie hat ausgelöst und das Bild konnte nicht gespeichert werden, oder das Bild wurde gespeichert, hat aber in der Mitte ’n vertikalen Regenbogenstreifen. Das kenne ich nur von den Billigakkus für die K-7. Die haben den gleichen Effekt erzeugt, wenn denen zu warm oder zu kalt war.

Und weil ich schlau bin, hab ich natürlich die Akkus der K-70 zuhause gelassen …


°supplementum°

Am Tag danach.

Die Bilder hab ich gestern unter Tränen verschlagwortet, aber noch nicht entwickelt, weil mir bei der Betrachtung am großen Monitor das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe vor Augen geführt wurde.

Bei der Entwicklung und Nachbearbeitung hab ich deshalb auch die üblichen Tricks weggelassen und die Bilder, fast so wie sie aus der Knipskiste kamen, hochgeladen. Bis auf die Anpassung der Gradiationskurve und den Beschnitt hab ich diesmal NICHT versucht, da irgendwas schöner zu machen als wie es ist. Den Regenbogenstreifen kann nämlich KEINER wegzaubern …

Und als ich mit juckendem Pelz – es waren mehr Moskitostiche als ich anfangs dachte und es kamen die Quaddeln der Brennnesseln auch noch hinzu – dann den Text schreiben wollte, war das WP-Backend der Meinung, ich solle das später machen, weil es selbst beschäftigt sei.

Ich brach auch hier entnervt ab und musste den Unsinn dann erstmal wieder geradebügeln. Und sowas dauert gefühlt unendlich, wenn man es denn dann auch mal produktiv benutzen möchte.

Klappt den eigentlich nochmal IRGENDWAS für mich … 😥


°illustrationen°:



°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …