2025-09-12 – Frischzellenkur für graphish.de

2025-09-12 – Frischzellenkur für graphish.de

 

°descriptio°

Man schrieb das Jahr Anna Domina 2016.

Da ergab es sich, dass ich mich von einem vermeintlich mir anfänglich noch wohlwollend begegneten Web-Hoster und selbsternannten Internetzdienstleister lösen musste. Den Lümmel gibt’s tatsächlich immer noch …

Für eine Komplettrenovierung seiner Bude hatte ich zuvor mit dem dahingehend verhandelt, lieber KEINE angemessene Aufwandsentschädigung im dafür üblichen Geldeswert zu erhalten, sondern im Gegenzug eine lebenslange Nutzung eines von ihm bereitgestellten Webspaces. Für ihn ein perfekter Deal, weil er wohl eher nicht wie sonst seine damalige Trine hätte anschmarotzern können.

Mir persönlich erschien die Vereinbarung damals trotz der meinerseits zu fordernden und nicht unerheblichen Summe ebenfalls als günstig, zumal ich die Preise der etablierten Web-Hoster wie einen Dorn im Auge hatte. Man hätte also die Sache auch als gegenseitigen Freundschaftsdienst verstehen können, wobei der Trottl keinesfalls mein Freund, sondern nur Mittel zum Zweck war.

Blöd an der Sache war nur, dass sein Server tatsächlich nicht sein Server war. Die Maschine hat der auch nur von einem Grossisten gemietet. Und das Schlimmste an der Sache war, dass der Server ’ne uralte ausgediente Möhre war, die nur zum rudimentären Basteln gereicht hat, sonst aber rein GANIX konnte.

So musste ich mir doch zwetschgendurch, als ich seine flachkundige Hilfe mal in Anspruch nehmen musste, weil ich bemerkt hatte, dass da was unrund läuft, von dem Eierkopp sagen lassen, dass Panoramen doch wohl heutzutage keiner mehr machen würde. Die wären aus der Mode und ausserdem würde die im Internetz eh keiner angucken KÖNNEN, weil die Datenmenge für so’n Krams doch viel zu hoch sei.

An dieser Stelle mal nebenbei bemerkt: stimmt auffallend, und auch immer noch.

ABER: man darf natürlich bei derartiger Sichtweise nicht vergessen, dass die Technik ernorme Fortschritte macht. So auch die Rechenkapazitäten der Prozessoren und die Serverleistung insgesamt als auch die Massenspeicher, auf denen der ganze Müll, den man beim Surfen auf dem Bildschirm präsentiert bekommt, gespeichert wird.

Die anwenderfreundliche Präsentation der Internetzinhalte ist also in erster Linie von zwei Faktoren beeinflusst:

  • Serverleistung des Hoster
  • leistungsfähiges Endgerät des Nutzer

Naja, und heutzutage gehört ’ne schelle Leitung zwischen den beiden Endpunkten auch zum guten Ton.

Am Anfang meiner Bemühungen, einen ansprechenden und informativen Internetzauftritt zu präsentieren, stand ja erstmal mein Interesse, mein Unternehmen zu portraitieren, und vor allem durch referenzierte Projekte andere Interessenten dazu zu bewegen, mir zu Vertrauen und vor allem ihr Geld zu geben. Monetarisierung durch Vertrauensbildung. Um das zu wissen, muss ich nicht BWL studiert haben und schon gar kein Meister meines Faches sein.

Doch der selbsternannte Hoster, auf dessen Schrottserver ich meine Daten gespeichert hatte, wollte nicht zugeben, dass seine Maschine nicht das ist, was ich als Gegenwert hätte erwarten dürfen. Denn MEINE Leistung, die ich ihm brachte, war tadellos.

So trennte ich dann unsere Wege, was mich enorm ärgerlich gestimmt hat, weil mein Plan nicht aufging und ich in Zukunft für Internetzdienstleistung bezahlen musste. Ausserdem hat der Arsch mir meine Arbeit nicht bezahlt. Und DAS hat mich richtig auf die Palme gebracht und ich war sogar bereit zu töten. Und das, obwohl ich ja ’ner Zecke sonst nix tue.

Ich kaufte mir also einen für mich angemessen passenden Vertrag bei All-Inkl.

Die Bude hat beste Voraussetzungen für meine Vorhaben: das ist’n deutsches Unternehmen mit ALLEN Servern in Deutschland, unterliegt also dem deutschen Recht und dem entsprechenden Datenschutz, und hat sowieso alles, was das Herz von Tagebuchautoren und anderen Bloggerartisten höher schlagen lässt.

Der damals von mir gewählte Tarif Privat-Plus war mit knapp 8 Euro pro Monat gerade noch so für mich erschwinglich, hatte aber den Nachteil, dass meine Daten bei denen auf historischen HDDs abgelegt wurden. Die Dinger sind bekanntermaßen für moderne Computer-Systeme eine Leistungsbremse, was mich selbst schon dazu veranlasst hat, die Dinger auf der residenzialischen Throndaddlkiste gegen zeitgemässe Wunderwerke der Technik auszutauschen und mit erfolgreicher Zufriedenheit dann deutlich schnellere SSDs zu nutzen.

Die im All-Inkl-Server eingebaute Spassbremse ging mir im Verlauf meiner Tagebuchkarriere dann fürchterlich auf’n Sack. Denn mit zunehmenden Datenaufkommen – hier sind mehr als 18.000 Fotos abgelegt und die Datenbank nur für graphish.de ist derzeit mehr als 174 MB groß (zumindest wächst und gedeiht HIER noch so einiges …) – hat der Server sich mit der Datenverarbeitung quälen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass ich mir bislang den Server mit 50 anderen Blitzbirnen teilen musste, von denen niemand weiss, ob die ihre Website im Griff haben. Denn wenn da nur ’n paar Schwachmaten drunter sind, die nix können, das aber besonders gut, dann hat der Server die Last zu tragen. Und am Ende wird MEINE Seite ausgebremst.

Und GENAU DAS ist jetzt so passiert.

Und weil mich die unfassbare Trägheit mittlerweile in den Wahnsinn getrieben hätte, wenn ich nicht schon wahnsinnig gewesen wäre, hab ich beschlossen, dem ein Ende zu machen.

Also nicht die Fortschreibeung meines geliebten Tagebuchs ist damit gemeint. Das werde ich NICHT aufgeben. Aber die nervtötende Wartezeit, die die unerträglich langsame Verarbeitungsgeschwindigkeit mit sich brachte.

Ich habe gestern VOR der Vertragsumstellung auf den Tarif Premium mal die Zugriffszeiten im Back- und Frontend gemessen:

Das Ergebnis für’s Backend: fast 73 elend lange Sekunden, bis ich Zugriff auf’s Dashboard hatte !!

2025-09-11 - graphish - Messung vor Tarif Wechsel - Backend
2025-09-11 – graphish – Messung vor Tarif Wechsel – Backend

Für den Zugriff von Besuchern auf’s Frontend sieht’s ähnlich scheiße aus: mehr als 11 Sekunden, bis die Startseite geladen wird und beim Betrachter im Browser angezeigt werden kann. Eine Zumutung, die potentielle Besucher dazu veranlasst, den Vorgang abzubrechen und woanders zu gucken, wo’s schlußendlich auch nicht interessanter ist als hier. Was man als Besucher meiner Seite(n) aber nicht weiß, wenn man sie nicht (sofort) ansehen kann …

2025-09-11 - graphish - Messung vor Tarif Wechsel - Frontend
2025-09-11 – graphish – Messung vor Tarif Wechsel – Frontend

Heute nacht um 2 Uhr hat All-Inkl dann meine Daten auf eine schnelle SSD kopiert und meinen Premium Vertrag, der mich 2 Euro mehr im Monat kostet, scharfgeschaltet.

Mit dem mir so erhofften aber dann doch verblüffenden Ergebnis: in weniger als 3 Sekunden wird das Dash geladen und ich kann anfangen, damit zu tüddeln. DAS ist höchst erfreulich und jetzt macht@ auch wieder Spaß, Tagebuch zu schreiben 😀  …

2025-09-12 - graphish - Messung nach Tarif Wechsel - Backend
2025-09-12 – graphish – Messung nach Tarif Wechsel – Backend

Für den Besucher und Betrachter meines Tagebuchs (und der anderen Hobby-Seiten) wird der Inhalt jetzt in knapp 4 Sekunden angezeigt. Für die Datenmenge, die dahinter steht, ist das schon sehr zufriedenstellend, wie ich finde, und führt (hoffentlich) auch nicht mehr zum vorzeitigen Abbruch des Besuchers.

2025-09-12 - graphish - Messung nach Tarif Wechsel - Frontend
2025-09-12 – graphish – Messung nach Tarif Wechsel – Frontend


°loco°

In den residenzialischen Gemächern nach einer längst überfälligen Entscheidung …


°ego sententiam°

Die 2 Euro mehr im Monat machen mich definitiv ärmer. Wer was anderes behauptet, hat den Bezug zum Geld verloren. Auch wenn der Wert bzw. die Kaufkraft des Geldes und vor allem des Euros immer mehr nachlässt, so sind es immer noch 2 Euro, die auf’m Tacho stehen und die monatlichen Fixkosten entsprechend erhöhen. In Anbetracht der derzeitigen inflationären Entwicklung und der Tatsache, dass ICH keine Lohnerhöhung bekomme, sondern mit immer der gleichen Summe zurecht kommen muss, ist die Entscheidung ökonomisch nicht wirklich vernünftig.

Ökologisch vernünftig ist sie aber allemal, weil ich jetzt die gesparte Zeit (ein vermeintlich schlauer Mensch hat mal die waghalsige These aufgestellt, dass Zeit = Geld ist) anders nutzen kann. Z. B. in die Zeit beim Schreiben oder Fotografieren. Oder halt einfach nur länger und/oder öfter auf dem Thron sitzend anderen beim Geld verdienen zugucken (was ich früher mit Ekel verabscheut habe, heutzutage aber etwas entspannter sehe, weil man ja im Gegenzug auch wunschgemäß zielführend unterhalten wird, sofern man die richtigen Knöppe an der Fernbedienung drückt).

Meine schon lange überfällige Entscheidung – ich habe mittlerweile gefühlt JAHRE damit verbracht, diese Seite zu fit zu halten und in einer angemessen Geschwindigkeit für den Betrachter zu machen – bedeutet für mich auf jeden Fall einen deutlichen Zugewinn an persönlicher Lebensqualität, und dafür bin ich gern bereit, 2 Taler im Monat mehr für diese erstaunlich wirkungsvolle Frischzellenkur zu opfern, obwohl ich mit Kosmetik im eigentlichen Sinne ja mal so gar nix an der Mütze habe …

°supplementum°

Wäre ich nachtragend, hätte ich diesen Text schon viel eher schreiben müssen.


°illustrationen°:

Siehe Bildschirmfotos im Text.