°descriptio°
Der Winter hat bei ALLEN Beteiligten seine gräßlichen Spuren hinterlassen. Ganz vorbei ist der aber noch nicht, denn wir haben immer noch kalendarische Eiszeit. Was aber heute bei herrlichem Sonnenscheinwetterchen kein Problem sein sollte. Und so machten wir uns auf, um auf der heute kurzen Hausstrecke ’n Schluck Sonne zu tanken.
Es gibt auch ’ne lange Strecke, so hörtete ich. Auf die sollte aber wegen weil mangels Zeit verzichtet werden, und ausserdem kann man die später ja immer nochmal machen. Man mussja auch nicht sofort übertreiben.
Gute Idee, so fand ich, weil ich mich mutig mit Werkzeug bepackt hatte und unvorsichtigerweise ausser Acht ließ, dass meine Kraft und Kondition ihre Blütezeit schon längst überschritten hatten.
Der kurze Rundweg hatte aber schon gereicht, mich an die Grenzen meiner Selbstfindung zu bringen.
Es gilt jetzt, wo ich das hier schreibe, auch mal drüber nachzudenken, ob man nicht doch besser jemanden als Sherpa mitnimmt. Oder ’n Esel. Also irgendjemanden, der einem willig und widerspruchlos den Plunder hinterherträgt. Dann könnte man auch ALLES mitnehmen, von dem man meint, man möchte es bei passender Gelegenheit zielführend benutzen.
Ich hätte nämlich nicht gedacht, dass mich heute selbst nur das kleine Besteck dermaßen die Puste ausgehen lässt. Was soll denn werden, wenn ich mal mit nur ein bischen mehr bepackt ’n Weg machen will?
Auweija.
Ich fürchte, dass nimmt alles kein gutes Ende. Es sei denn, ich bin selbst bereit, soweit abzuspecken, so dass mir schlußendlich dann auch nur noch die Händieknipse bleibt, mit der ich bequem aus der Hüfte draufhalten brauche. Abspecken ist also erstmal nur die Metapher für weniger Material am Mann.
Keine schönen Zukunftsaussichten. Schon deshalb nicht, weil Fettleibigkeit ja nun sooo schnell auch nicht veränderbar ist. Schon gar nicht, wenn man gerne so isst, wie man isst.
Und bei meiner Recherche zur
Wacholderdossel
musste ich mit Entsetzen feststellen, dass der Meister zum letzten Jahreswechsel seine Internetz-Präsenz und damit die Quelle meines Wissens einfach abgeschaltet hat.
Die Domain ist zwar noch erreichbar, aber nur zu dem Zweck, um dem einst sehr zugetanen Besucher – also in diesem Fall mir – die traurige Mitteilung zu machen, dass es da ab jetzt nix mehr zu gucken gibt, und das viele Gründe habe.
Ich mag keine Leute, die mit Geheimniskrämerei versuchen, Stimmung zu machen, und vor allem nur damit den Nährboden für ungefestigte Spekulationen bereiten. Und Spekulationen sind mir noch mehr zuwider, weil sie nicht die Tatsachen konkretisieren.
Gut, ja, man könnte jetzt auch behaupten, dass es mich nix angeht, warum der Meister seine Seite für seine interessierten Jünger geschlossen hat. Aber als begeisterter Anhänger, an dessen Heiligen Gral ich während einer wichtigen Reise treten durfte, um dort in Ehrfurcht innezuhalten und zu staunen, ist es mir wohl schon ein gewisses Anliegen zu erfahren, wie es dem Herrn wohl geht.
Denn der hatte irgendwann mal sein Profilbild ausgetauscht. Und zeigte sich mit dem neuen Antlitz auffallend hager im Gesicht. Was ja nicht unbedingt sofort auf eine Erkrankung schließen lässt. Zumal er ja noch merklich aktiv war und seine Spaziergänge fortsetzte, mit denen er dann auch mit Funden und deren Artbestimmung die Gefolgschaft in ehrfürchtiges Staunen versetzen konnte.
Aber irgendwie wurde ich den Verdacht nicht los, dass sich bei dem irgendwie irgendwas in seinem Leben verändert, und konnte das auch nur an den wenigen Indzien ausmachen, die er subtil auf seiner Seite hinterlegt hatte.
Und da sind sie auch schon wieder, die vagen Anlässe, die nur zu nichtssagenden Spekulationen hinreissen lassen.
An dem Mann un dessen Schicksa habe ich aber dann doch gemerkt, dass AUCH ICH alt geworden bin.
Und der heutige Rundgang hat mich in meiner Erkenntnis über den in Eigenleistung reflektierten persönlichen Zustand dann noch mal bestätigt.
°loco°
°ego sententiam°
Mein Knipskistenequickmänt war für meinen heutigen Beutezug nicht nur zu schwer, sondern auch hoffnungslos falsch justiert. Zumindest für die Portraitierung der Vögel. Für Menschen reicht derartige Unschärfe, weil ich bei denen ohnehin kein gesteigertes Interesse an Details habe.
Kalle macht aber derzeit ’ne rühmliche Ausnahme von meiner Regel. Die mich sogar dazu geführt, ihn mit einem über Vine geschossenen zweiten Ertüchtigungsgerät zu neuer Kondition zu verhelfen. Denn nichts ist gefährlicher, als durch selbst zu verantwortenden Bewegungsmangel – die Weltgesundheitsorganisation WHO führt diese Wohlstandserkrankung in der ICD-Datenbank auch unter dem Begriff „Bequemlichkeit“ – irgendwann hoffnungslos von der unvermeidlichen und wie ein Virus allseits um sich greifenden Wohlstandsverwahrlosung befallen zu werden.
Eins dieser beiden und im neumodern eingedeutschten Englischkauderwelschsprech bezeichnetes „Walking-Pad“ habe ich schon länger hier stehen. Bin aber immer wieder zu bequem gewesen, das zu benutzen. Sitzen ist halt bequemer und strengt auch nicht so an.
Was sich jetzt ändern soll.
Denn man hat ja mit dem ganzen Plunder, den man sich zwischenzeitlich rangeschafft hat, noch große Dinge vor. Wenn man sich selbst seinen Zustand mal bewusst und objektiv vor Augen hält, könnte morgen schon Schluß mit Lustig sein.
Kalle und ich sind uns also während eines Telefonats mit gleichem Inhalt darüber einig geworden: es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.
Und so kam es, dass ich von ihm heute aus Dankbarkeit im Gegenzug ein SMC Pentax-DA 18-270mm F3.5-6.3 ED SDM geschenkt bekommen habe.
Das hätte ich nicht erwartet, bin aber zutiefst gerührt, zumal er sich ja nun auch nicht wirklich gerne von der Pentax Abteilung verabschiedet, nur weil die neuen Nikon Knipsen leichter sind und ’n unübersichtlichen und den Anwender hoffnungslos überfordernden Haufen Spielkrams an Bord haben. Das Gewicht wäre für MICH wohl bald auch ’n Argument. Aber ob ich mit dem eingebauten Spielzeug warm werden würde, bezweifel ich schon deshlab, weil ich ja schon mit den Einstellungen der K-3 zur rechten Zeit am rechten Ort überfordert bin.
Und wenn ich vor einem Foto erstmal die Nikon befummeln soll, um der zu sagen, was ich sehe und was ich von der dann will, isses wech, das Motiv.
Ich bin stolz, dass ich aufgehört habe, Kette zu paffen, und mir ist deshalb mittlerweile nix mehr entwischt, weil ich nicht mehr mit kurbeln und paffen beschäftigt war. Wenn mir was entwischt ist, dann war’s zwar auch meine Schuld, aber es lag dann nicht an einem selbstzerstörerischen Handlungsfehler, sondern nur an meiner Doofheit.
Das würde sich bestimmt sofort wieder ändern, wenn ich mit ’nem Knipskistenkompjutör antrete, dem ich erst erklären muss, was ich will.
Man stellt sich am Ende des Tages dann auch direkt mal die Frage, wofür denn wohl so’ne Intelligenz gut sein soll…
°supplementum°
Ich habe beschlossen, den Wacholderdrosseln noch mal einen Besuch abzustatten. Aber dann mit dem Drahtesel. Der murrt nicht, wenn der meinen Plunder und mich tragen muss.
°illustrationen°:
Tipp für die Ansicht in der Galerie:
drücke Taste F11 und blende im Textfeld mit dem Icon „X“ das Textfeld aus, dann siehst Du nicht nur winziges Internetzimpressionsgeschnipsel.
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …
































































