°kugelspinne°

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°descriptio°:

Die Haubennetzspinnen (Theridiidae), auch Kugelspinnen genannt, sind eine Familie der Echten Webspinnen (Araneomorphae) und gehören dort zur Überfamilie der Radnetzspinnen (Araneoideae). Die Familie umfasst 124 Gattungen und 2.472 Arten.

(Stand: Oktober 2016)

Sehr bekannte Vertreter sind die Echten Witwen (Gattung Latrodectus, mit Vertretern im mittleren Nordamerika und der Europäischen Schwarzen Witwe in Südeuropa und Zentralasien bis China), die mit zu den farbenprächtigsten Angehörigen dieser Familie gehören. Die Haubennetzspinnen sind weltweit verbreitet, treten jedoch in den gemäßigten Zonen, Subtropen und Tropen am häufigsten auf; allein in Nordamerika sind über 300 Arten der Familie in 30 Gattungen bekannt. Mehr als die Hälfte aller „sozialen“ Spinnen gehört zu dieser Familie, die dabei aber weniger als 6 % der Diversität aller Echten Webspinnen repräsentiert.

Haubennetzspinnen sind kleine bis mittelgroße Spinnen mit rundem, kugeligem Hinterleib und meist dünnen, langen Beinen. Der Hinterkörper ist glänzend schwarz, braun bis hellbraun und dabei oft mehr oder weniger kontrastarm bunt gefärbt. Einige wenige Haubennetzspinnen weisen harte Körper mit Dornen auf, bei anderen kann der Hinterleib beträchtlich langgezogen aussehen. Ein besonderes Kennzeichen der Haubennetzspinnen ist ein Kamm aus einer Reihe vergrößerter, gebogener und bezahnter Setae am Tarsus des vierten Beinpaares, mit dem die Beute mit Seide gefesselt wird. Dieser Kamm, der ihnen auch den Namen „Kammfußspinnen“ („Comb-footed spider“ bei Willis John Gertsch) einbrachte, ist meist gut ausgeprägt, kann aber auch stark reduziert sein.

Viele Haubennetzspinnen zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Bei manchen Arten sind die Männchen so klein, dass sie in ihren vergleichsweise riesigen Labyrinthnetzen kaum zu finden sind.

Die relativ kleinen Augen sitzen eng zusammen in einer Gruppe an der Vorderseite des Prosomas. Das Sehvermögen spielt für diese überwiegend nachtaktiven und höhlenbewohnenden Tiere eine untergeordnete Rolle.

Die meisten Haubennetzspinnen hängen kopfüber an der Unterseite ihrer unregelmäßig gesponnenen Labyrinthe aus trockenen Fäden. Sie sind kleine Spinnen, die ihre Fallen mit fast unsichtbaren feinen Fäden zwischen Pflanzen bauen oder sich in Erdhöhlen oder -rissen in der oberen Bodenschicht verstecken. Wesentlich weniger gut versteckt sind die Netze der graubraunen hausbewohnenden Parasteatoda tepidariorum, die schnell mit Staub bedeckt sind und somit vielen ordnungsliebenden Menschen ein Gräuel sind.

Diese unregelmäßig und locker erscheinenden Fallen sind aber keine zufällige Anhäufung unregelmäßiger und planlos gesponnener Fäden. Vielmehr enthalten sie einige interessante Innovationen. Eine Haubennetzspinne webt sich oft ein dichtes Laken aus Seide als Schutzdach für die ruhende Spinne. Blätter und Sand werden zuweilen mit als Baumaterial verwendet. Besonders praktisch erscheint die Schüssel der borealen Theridion zelotypum. Sie bindet Fichtennadeln und andere Pflanzenteile zu einem stabilen, wasserdichten Zelt zusammen, unter dem sie sich und ihre Eier wie geschlüpften Jungtiere versteckt.

Viele Netze der Haubennetzspinnen haben zusätzlich zum zentralen Labyrinth mit oder ohne Rückzugsraum eine Serie längerer Abspannungen, die das gesamte Bauwerk an feste Oberflächen befestigt, zum Beispiel bei der Westlichen Schwarze Witwe (Latrodectus hesperus). Diese Abspannfäden werden am unteren Ende durch unauffällige Seidenfäden auf Spannung gehalten. Wenn kleinere Insekten gegen diese Seile laufen, werden sie durch den Leim festgehalten. Wenn ihre Befreiungsversuche die Spannseile zerreißen, kontrahieren die elastischen und gespannten Fäden und heben das angeklebte Insekt vom Erdboden ab.

Die Haubennetzspinnen nähern sich größerer Beute, die zuweilen so groß sein kann, dass sie nicht oder nicht wesentlich angehoben wurde, sehr vorsichtig. Die Spinne wendet sich der Beute zunächst nur mit den Hinterbeinen zu, an deren Tarsen sie die Kämme hat. Damit kämmt sie einen breiten Film von klebriger Seide aus ihren Spinndrüsen, mit dem sie zunächst nur ein Bein der Beute mit einem breiten, klebrigen Seidenband fixiert. Erst wenn die Beute so effektiv gefesselt wurde, nähert sich die Spinne vollständig von vorn und sucht sich eine dünnhäutige Stelle im Chitinpanzer, gewöhnlich die Gelenkhäute zwischen den Beingliedern, beißt zu und injiziert ihr Gift. Erst dann macht sie sich an die schwierige Aufgabe, das sich immer noch wehrende Insekt an einen besseren Platz in ihrem Labyrinth zu schaffen. Dazu zieht sie mehrere Seile von ihrem Labyrinthnetz zu der Beute und dem Grund, die in vielen kleinen Arbeitsschritten immer wieder hochgerafft werden, bis die Beute in 5 bis 7 cm über dem Erdboden schwebt. Dann beginnt das Mahl, das bei größeren Insekten ausreichend groß ist, um ganz gemächlich innerhalb von drei bis vier Tagen verspeist zu werden. Das ausgesaugte, geschrumpfte Beutepaket wird danach in tiefere Bereiche des Labyrinths entlassen und auf den Boden geworfen.

Enoplognatha ovata (Synonym: Enoplognatha lineata) ist eine weit verbreitete Spinnenart aus der Familie der Haubennetz- oder Kugelspinnen.

Enoplognatha ovata ist sehr variabel gefärbt. Der Vorderkörper (Prosoma) und die relativ langen Beine sind blass grünlichgelb bis hell rotbraun, wobei auf dem Prosoma häufig ein schmaler dunkler Längsstreifen liegt. Der Hinterleib (Opisthosoma) ist weiß oder gelblich und weist häufig zwei auffällige unregelmäßige karminrote Längsstreifen auf, die auch zu einem zentralen Band verschmelzen können. Außerdem liegen hier häufig zwei Reihen schwarzer Punkte. Carl Alexander Clerck hatte Enoplognatha ovata als drei verschiedene Arten beschrieben, die später als verschiedene grundlegende Färbungs-Morphen betrachtet wurden: Aranea ovata mit cremegelbem Hinterleib, Aranea redimita mit zwei roten Streifen und Aranea lineata mit einem zentralen roten Schild.

Die Art ist häufig in dichtem Pflanzenbewuchs an sonnigen Standorten.[2] Sie überzieht dort die Spitzen von Pflanzen mit einem unregelmäßigen Haubennetz und spinnt Blätter zu einem Unterschlupf zusammen. Das Weibchen deponiert auch den Eikokon in einem zusammengesponnenen Blatt und bewacht dieses bis zum Schlüpfen der Jungen.

[Text-Quelle: Wikipedia]


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°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …