°descriptio°:
Wir hatten aufgrund unserer bitterbösen Erkenntnisse, die wir im NSG Pluto zwischenzeitlich ungewollt erwerben mussten, Kontakt mit Stadtgrün aufgenommen.
Zuvor hatte ich gestern, am Donnerstag dem 2018-05-24, noch folgende Ereignisse in der Sache notiert:
Dieser Tag war schon längst überfällig.
Die Beschaffung und Verabreichung der 3-Monats-Spritze wollten wir gemeinsam mit dem Besuch bei den uns vom LANUV genannten zuständigen unteren Naturschutzbehörden verbinden.
Das 1. Ziel – das Ordnungsamt der Stadt Herne – erreichten wir gegen 12:30 Uhr und damit zu spät.
Zuhause ließ der Unpäßlichkeitszustand nicht nach und ich machte mich alleine wieder auf den Weg.
Ich hatte Glück und konnte im Ordnungsamt direkt der Amtsleiterin Frau Marek unsere Beobachtungen zu den sich auf Pluto entwickelnden Mißständen darlegen. Mit dem Erfolg, daß der KOD (Kommunaler Ordnungsdienst) unmittelbar von ihr die Weisung erhielt, stärker frequentierende Kontrollen durchzuführen.
Weil ich aber aus der Erfahrung heraus die der öffentlichen Verwaltung zueigene und in vielerlei Hinsicht zumeist lasche Durchsetzung eines berechtigten Bürgerbegehrs annehmen mußte, wollte ich zudem auch noch das Umweltamt mit ins Boot holen.
Die Behörde ist derweil zweimal umgezogen und die Reichsparteitagsspitze des Kaffs hielt es bislang nicht für nötig, entsprechende Intos über den Verbleib im Netz zu publizieren. Meine telefonische Nachfrage ergab, daß die zusammen mit der Baubehörde im alten Heitkampbunker eingezogen sind. Was mir persönlich aufgrund der deutlich konträren Aufgabenbereiche als äusserst suspekt erscheint, Und meine Befürchtungen später bei Stadtgrün auch persönlich aber mehr so inoffiziel verlautbart bestätigt wurden.
Ich folgte dem Hinweis der Telefondame des Umweltamtes, verzichtete auf dortige Vorsprache und nahm direkt Kontakt mit Herrn Pawlicki von „Stadtgrün“ auf, der mir überraschenderweise sofortige Audienz gewährte. Insgesamt wirkte der Herr auf mich äusserst agil und umgänglich und machte auf mich einen verwaltungsuntypischen weil tatkräftigen und entscheidungsfreudigen Gesamteindruck.
Im Verlauf des darauffolgenden persönlichen Gesprächs wurden viele Problematiken zur Sache erörtert, die die Behörde bereits schon länger im Fokus hat und in der Vergangenheit mit entsprechend unterschiedlichen Maßnahmen begegnet ist, die manchmal nur geringfüg, zumeist aber völlig erfolglos waren.
Immer wieder wurde dabei hervorgehoben, daß der Kampf gegen die bekannten Windmühlen aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung für die Gemeinde erheblich kostenträchtig sei. Und es wurde das klare Signal geetzt, dass vor allem mit ausreichend qualifizierter Mithilfe engagierter Bürger speziell dieser Bereich der öffentlichen Verwaltung deutlich effektiver werde würde.
Herr Pawlicki nahm die Umstände meines Besuchs zum Anlaß, uns das Ehrenamt der behördlich beauftragten Naturwächter anzubieten.
Meine neuen Erkenntnisse, die gebauchpinselte Offerte und das vage Gefühl, einen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein, habe ich zuhause berichtet.
Uns wurde bei unserem heutigen gemeinsamen Besuch aufgrund des gestern angekündigten Interesses und unserer mithin attestierten Beobachtungsgabe anheim gestellt, das im Grundgesetz verankerte Bürgerrecht in Anspruch nehmen zu dürfen und uns als „Landschaftswächter“ zu bewerben.
Wobei wir uns eigentlich gar nicht bewerben wollten sondern die von der Behörde angedachte ehrenamtliche Aufgabe als Versuch einer Rekrutierung werteten, um mit einigen und auch nur geringfügig wirkenden Befugnissen ausgestattet den überlasteten hauptamtlichen Mitarbeitern bei der aktiven Kontrolle, oder besser: Aufsicht, einzelner Gebiete und bei der passiven Schadenabwehr behilflich sein zu können.
Die für die Aufgabe benannten Gebiete hatte ich – bevor wir da eine verbindliche Zusage machen wollten – heute mal begonnen in Augenschein zu nehmen.
Die ehemalige und mittlerweile gut begrünte Abraumhalde auf dem Gelände von Unser Fritz Schacht 1 (da wo der Malakowturm so langsam vor sich hin rottet und nachweislichen Fledermauspopulationen und vermutlich mindestens einem Rotmilan oder einem Falken eine weitestgehend ungestörte Behausung bietet) war definitiv nicht territorialer Gegenstand der angedachten Aufgabe, aber dennoch mein erstes Ziel.
Die Bergehalde zählte aufgrund ihrer derzeit noch unbestimmten Eigenschaft nicht zu den zu beaufsichtigenden Gebieten. Das Areal war aber trotzdem schon länger Gegenstand meines Interesses, weil wir zwecks Erkundung des Malakowturms da schon mal Auge machten, es zu der Jahreszeit seinerzeit allerdings naturgemäß noch ziemlich schattig war und das kleine und große Leben dort noch schlief.
Und ich habe erwartungsgemäß feststellen dürfen, dass hier menschliche Unterhaltspflege bislang – wenn überhaupt – weitestgehend moderat ausgefallen ist und deshalb die Natur augenscheinlich die Gelegenheit fand, sich selbst zu modellieren …
°loco°
°ego sententiam°
Dass sich der Mensch um seine eigenhändisch erzeugten und nur sehr selten positiv wirkenden Hinterlassenschaften kümmern muss ist unstrittig. Selbstverständlich ist die Unterhaltspflege eines künstlich entstandenen Lebensraums aus vielen sachlichen Gründen heraus unerlässlich.
Doch der unmittelbare Vergleich mit dem bedenklich wirkenden Zustand des ausgewiesenen NSG Halde Pluto, der heute auch nur rein zufällig möglich wurde, hat augenscheinlich das erleuchtende Resultat gebracht, dass unflexibles Planungsverhalten und unsachgemäße weil nur unter starren Terminen stattzufindende „Pflegemaßnahmen“, die zumindest auf Pluto noch dazu deutlich erkennbar mangels aussreichender finanzieller Mittel von unqualifizierten Vollpfosten durchgeführt worden waren, zu massiven Störungen des biologischen Kreislaufs führen. Wobei die verwaltungsübliche Festsetzung von starren Ausführungsterminen keine Rücksicht auf die flexiblen Witterungsverhältnisse und die damit einhergehende Entwicklung des Naturraums und seiner Bewohner nehmen.
Während auf der Bergehalde Unser Fritz das Leben schon auf den ersten oberflächlichen Blick hin artenreich erscheint, sind auf Pluto die durch unangepasste menschliche Eingriffsversuche verursachten Störungen – vor allem durch die unbedachte Glattrasur der Hangflächen und Plateaus – deutlich am Ziel vorbei geschossen. Und die Folgen daraus erstmal unabsehbar geworden.
Die uns angedachte Aufsicht für Pluto hat sich für uns somit erstmal erledigt. Da können wir uns besser mal privat um Unser Fritz kümmern.
Mit dieser Erkenntnis bin ich dann weiter zur ehemaligen Deponiehalde Thyssen gekachelt. Zumindest hatte ich angenommen, dass das die ehemalige Thyssen-Deponie sei. Irgend so ein Schild dort hat mir den Namen verraten. Aber Aufschriften und Piktogramme auf Hinweis-, Gebots- oder Verbots-Schildern sind ja allgemein geduldig…
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …














