2020-06-07 – EmscherValleyWay – zwischen Emscher und Kanal
Mal wieder an der Kloake des republikanischen Museums.
Mal wieder an der Kloake des republikanischen Museums.
Was für die ausgetrockneten Böden und die darauf wachsenden Pflanzen – sofern man sie lässt – eine Wohltat darstellt, führt bei Kleinstlebewesen zu ungeahnten Behinderungen.
Trifft so’n Regentropfen eine winzige Faulfliege, die eh schon nicht wirklich gut fliegen kann, wird die glatt von der herabstürzenden Wassermasse erschlagen.
Es sei denn, sie wird zufällig über einer Vogeltränke erwischt.
Das könnte ihr Leben retten.
Wenn sie schwimmen könnte.
Kann sie aber genauso schlecht wie fliegen.
Heute ist der letzte Tag, wo es noch sommerlich warm und einladend gemütlich wird.
Bei dem Wetter lässt man gerne mal die Hüllen fallen und erfreut sich einer urtümlichen Beschäftigung zur Befriedigung eines immer schon dagewesenen Grundbedürfnisses: dem Poppen. Gegessen wird später oder auch gerne mal dabei.
So dachten auch die winzigen Rüssler, die sich an der bereits mehr als 1,8 Meter hohen Stockrose im Garagenhof zum Rudelpoppen verabredet haben.
An und in der Emscher hat sich innerhalb von 3 Jahren so einiges verändert.
Die Kloake im Museum der Republik ist bis Pöppinghausen schon fast wieder zu einem Naturflusslauf geworden und stinkt auch nur noch ein bisschen, was die Wasservögel anscheinend überhaupt nicht stört.
Kurz vor dem Recklinghäuser Südfriedhof werden aber von Herne aus immer noch reichlich menschliche Fäkalien eingeleitet und vermischen sich mit dem sauberen Wasser.
In 30 Jahren werden hier sündhaft teure Grundstücke verkauft sein und mediterrane Häuser stehen. Spätestens dann kommen auch hochglanzweisse Dachziegel in Mode.
Das ist der Plan.
So macht man buchstäblich aus Scheisse Gold.
Und genau das steht auf dem Baustellenschild der Emschergenossenschaft. Mit dem unmissverständlichen Hinweis, dass an der Emscher kein Naturschutz zu erwarten sein wird, sondern stattdessen die lukrative Zukunft des Unternehmens entsteht.
So oder so ähnlich hatte man hier seinerzeit den Leuten auch den Bergraubbau verkauft.
Morgens um 9 Uhr ist die Welt noch in Ordnung.
Nicht überall.
Aber hier.
Stellenweise zumindest.
An manchen Stellen waren bereits ausgewachsene Zecken anzutreffen.
Vor allem auf der Schwuchtelwiese, die wir zu Beginn unserer Exkursion in Augenschein genommen hatten, um Trophäen zu finden. Dass hier die Zecken kein lausiges Leben führen brauchen, dafür sorgt die engagierte Leinen-los-Fraktion. Für Schwuchteln könnte das vermeintlich tierfreundliche Verhalten der Hundebesitzer zu unliebsamen Überraschungen führen, wenn die sich nackt im Grünen gegenseitig befummeln.