°descriptio°:
Der Tippelsberg ist eine (künstliche) Erhebung aus Bau- und Bodenschutt und mittlerweile – nach der Renaturierung seit 2007 – ein Naherholungsgebiet (vor allem für Hunde und Pferde) im Norden Bochums.
Der Berg selbst ist eine für die Region Mittleres Ruhrgebiet vergleichsweise hohe Erhebung in der Landschaft, die eine Landmarke im Bereich der Bochumer Stadtteile Grumme, Riemke und Bergen bildet. Wen wundert’s: da wurden 14 Jahre lang die Erdmassen aus dem U-Bahnbau draufgeschüttet …
Der künstlich erhöhte Gipfel erreicht heute eine Höhe von 150 Metern über dem Meeresspiegel (40 Meter über Umgebungsniveau), die Ausdehnung des Schüttkegels beträgt 18,5 Hektar. Vom Gipfel aus kann man bei klarer Sicht weit in das Ruhrgebiet blicken. Wir wollten es selbst mal gesehen haben …
°loco°:
°ego sententiam°
Das Schatzi hatte aufgrund eines Sehenswürdigkeitenhinweises der Stadtwerke Herne schon länger den Gedanken gehabt, den Tippelsberg als Trophäenjagdrevier zu erkunden. Ich hatte deshalb dann auch mal Auge gemacht, wo der ist und wie wir dahin kommen. Was ohnehin einfach war, weil der Ort in unmittelbarer Nähe zu Residenzia liegt. Wie alle unseren besuchten Orte eigentlich.
Denn: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah‘ ?
Nach längerer Zwangspause – der frühzeitige Wintereinbruch ließ keinen Draussenaufenthalt zu – weiss allerdings keiner mehr, was wie wo wann funktioniert.
Das fing schon mit der morgendlichen Wegplanung an. Die ich gar nicht gemacht hatte, weil ich der Meinung war, dass ich mich an den bereits ausfindig gemachten Weg erinnern könnte. Und ich hatte dann auch prompt die falsche Zufahrt erwischt. Schlimm daran war aber, daß ich das gar nicht bemerkt hatte.
Während das Schatzi sich bereits intensiv mit einem Nachtfalter beschäftigt hatte, musste ich erst wieder mit meinem Gerät warmlaufen.
Als ich mich dann dazu in der Lage fühlte, mir auch den Falter vorzunehmen, musste ich entsetzt feststellen, daß ich die Einbeinstative nicht eingepackt hatte. Und ohne die auch keine Makrofotos.
Also musste ich nochmal nach Residenzia.
Wieder am Ort des Geschehens trat ich am Wegrand in Hundescheiße.
Und merkte das auch nicht.
Und während ich mich in klassischer Haltung der Achateule widmete, stiegen die an mir klebenden Dämpfe in die Nase und erzeugten unbändigen Brechreiz.
Ich begann die ver(w)irrten Hundehalter noch mehr zu hassen.
Bis mir dann endlich klar wurde, daß die Scheiße an meinem linken Schuh und dann an meiner Hose klebte und ich den Gestank mit mir mit trug, verging nochmal einige Zeit.
Angewidert nahm ich den Weg über die Wiese zum Teich. Weil ich hinten nicht selbst dran kam, hat mir das Schatzi an der Hose geholfen. Den Schuh musste ich ausziehen und das mit Scheiße verklebte Sohlenprofil mit einem Stock auskratzen.
Ich sag dazu nix mehr. Jetzt nicht mehr. Sehe ich einen von den Blitzbirnen, wie der seine Hund frei scheißen lässt und den Haufen nicht aufsammelt, werde ich den töten.
Nach meiner Odyssee hatte ich immer noch nicht auf‘m Schirm gehabt, daß wir nicht am richtigen Ziel sind.
Selbst mein gelegentlicher Blick auf die OSMAND Karte, um unseren aktuellen Standort zu bestimmen, ließ mich nicht stutzig werden.
Nur als wir dann im Kreis gelaufen sind und das eiegntlich anvisierte Ziel dabei nicht angetroffen haben, fiel mir mein Fehler wie Schuppen aus den Haaren.
Wir wollten AUF den Tippelsberg. Und nicht drum rum. Die holprigen Wege sind für Hunde sicher ideal. Aber nicht für unseren Bollitrolli. Zumal es gefühlt stetig bergauf ging.
Und beim Schatzi gefühlsmäßig bergab. Die letzte Pause hat‘s aber wieder richten können…
Bis auf Pilze und einem Bächlein gab‘s ausser viel Wald dann nur noch die Entspannung. Die aber auch erst zum Schluß.
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …



































