2018-08-28 – EmscherValleyWay Recklinghausen

2018-08-28 – EmscherValleyWay Recklinghausen

°descriptio°:

Schon lange hatte das Schatzi mit dem kleinen Lorbas geliebäugelt. Sie hat sogar eben genau deswegen und ganz freiwillig Kontakt zu anderen Menschen aufgenommen, um in sichere Erfahrung bringen zu können, wo sich die lieben Kleinen denn vorzüglich so aufhalten und auch finden lassen.

Am Rhododendron, jane, is‘ klar.

Aber nicht an allen Rhododendronbüschen halten sich auch die lustig-bunten Hüpfer auf und warten gemütlich, bis sie von irgendwelchen dahergelaufenen Lichtbildartisten portraitiert werden.

Und da fiel dem Schatzi dann bei einer passenden Gelegenheit – auf die ich hier nicht näher eingehen will – der Südfriedhof ein, der direkt an unserem Hauptwanderweg neben der Emscher angelegt wurde. Inwieweit eine letzte Ruhestätte neben dem Klo zu sein hat, soll hier auch nicht weiter erörtert werden. Ich hoffe nur, dass die Betroffenen, die sich hier weniger dauerhaft sondern zumeist nur temporär ausruhen, keine überzogenen Mietpreise für die wortwörtlich beschissene Wohnlage zahlen müssen. Eigentlich müsste der Betreiber der Grabanlagen noch Geld dafür bieten, dass hier einer den befristeten Mietvertrag unterschreibt.

Das Schatzi nahm den unsäglichen Gestank des Kloakenflusses tapfer in Kauf und zog los, auf der Suche nach der Rhododendronzikade. Und wurde auch fündig. Sie selbst beschreibt ihre Belichtungsbemühungen als „gruselig“. Wobei ich immer noch nicht weiss, worauf sie ihre Bemerkung beziehen will.

Und wenn sie den Hüpfer findet, dann kann ich das auch.

Und so zog nun ich bei passender Gelegenheit – auf die ich hier auch nicht näher eingehen will – zutiefst entschlossen los, um auch mal selbst etwas zu finden, was kleiner als mein Daumennagel ist…


°loco°


°ego sententiam°

Ich hatte sowohl Glück mit dem Wetter als auch mit dem Licht und vor allem mit der Entdeckung. Gleich am ersten Rhododendronbusch, den ich mit meinen deutlich eingeschränkten Möglichkeiten auf passende Lebenszeichen und Hinweise untersucht hatte, saßen in erreichbarer Nähe gleich zwei der Hüpfer. Zum Glück waren es nicht mehr, sonst hätte sich der Gärtner auf seine Weise drum gekümmert. Gern gesehen sind die nämlich nur bei den Menschen, die sowas interessant finden. Die andere Fraktion meint, dass die die schönen Büsche kapputtich machen und deshalb keine Existenzberechtigung hätten. Diese GartenNazis rufen direkt und unverblümt zum Holocaust auf und geben  unumwunden die fragwürdige Empfehlung, doch mal so ganz andere (hier nicht heimische) Rododendron-Hybriden zu pflanzen. Was mit so’nem Auslandsplunder für tolle Ergebnisse zu erzielen sind, sieht man ja am Japanischen Staudenknöterich

Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen ist neben den ominösen Hobbygiftspritzerseiten die einzige sachliche und fachliche Informationsquelle, die die Bekämpfung der Zikaden für keinesfalls erforderlich hält. Weil es keinen Sinn macht:

Schädling

Bei den grüngelben Tieren handelt es sich um die Larven der auffällig grünrot gefärbten Rhododendronzikade. Die Tiere saugen an den Blättern. Die ausgewachsenen Rhododendronzikaden erscheinen im Juli. Auffällig sind ihre grünglänzenden orangerot gestreiften Flügel und ihr enormes Sprungvermögen.

Direkte Schäden verursachen die Tiere durch ihre Saugtätigkeit nicht. Für Verkrüppelungen und Verschmutzungen der Blätter sind i.d.R. Netzwanzen verantwortlich.

Bekämpfung

Allgemeine Bekämpfungshinweise

Häufig wird behauptet, dass die Rhododendronzikade den Erreger des Knospensterbens überträgt. Diese Vermutung ist bisher noch nicht geklärt. Außdem ist zu bedenken, dass die Tiere sehr mobil sind und daher mit ständigem Zuflug aus der Nachbarschaft zu rechnen ist.

Einen Schutz vor vermeintlicher Pilzübertragung durch die Zikaden ist somit auch nicht zu verhindern, wenn einzelne Sträucher im eigenen Garten behandelt werden, in der Umgebeung aber genügend unbehandelte Sträucher vorhanden sind.

Da die Tiere keine direkten Schäden verursachen, ist eine Behandlung nicht erforderlich.

Soweit die amtliche Empfehlung. Ob das die Hobbygiftspritzer wissen wollen ist natürlich fraglich. Die lieben (nur) ihre schönen Sträucher und möchten nun mal nicht, dass da was unaufgefordert drauf rumkrabbelt. Genauso wie die Balkonier. Die, wie der Name schon beinhaltet, ebenfalls nicht nur ein Brett sondern einen ganzen Balken vor dem Kopf haben, weil sie an ihren teuren Blumen ja bloß keine Fluginsekten dulden, weil die zudem auch noch auf den Kuchenteller und in Trinkgläser fliegen könnten.

Auweija. Die ganzen Brummer sind für Nichtallergiker doch alle harmlos und haben schlicht und ergreifend auch nur Hunger und finden draußen nichts mehr nahrhaftes, ausser Roundup aus der Baumarkt-Apotheke …


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …