2023-02-21 – Residenzia – Balkon – Buschmalve mit Blattlausbefall

2023-02-21 – Residenzia – Balkon – Buschmalve mit Blattlausbefall

°descriptio°:

Ende Februar, also quasi noch im kalendarischen Winter, hätte ich persönlich nicht mit dem Erscheinen von Sechsbeinern gerechnet. Wobei eine spezielle Spezies vermutlich zu jeder Jahreszeit aktiv und unverwüstlich ist, solange es Futter gibt. Und die Großblumige Buschmalve auf dem residenzialischen Freusitz hat sich mittlerweile etabliert. Gesund isse, und kräftig. Eigentlich dürften ihr die heute mal wieder mehr so zufällig von mir entdeckten Drexviecher erstmal nix anhaben. Wehret den Anfängen, so heisst es ja gernstens unter Hobbygärtnern und solchen wie mir, die es noch werden wollen.

Eigentlich sind die Läuse nur deshalb auffällig geworden, weil sich ein paar Blätter der Malve nicht so recht ins Gesamtensemble einfügen wollten und Gelb gefärbt und mit braunen Flecken mir so eine Art Hilfeschrei haben zukommen lassen.

Genauere Untersuchungen im Labor haben dann ergeben, dass die braunen Flecken von noch unbekannter Herkunft sind, und bei noch genauerem Hinsehen – was sich aufgrund der eklatant zunehmenden Altersweitsichtigkeit mittlerweile als im Sinne des Wortes aussichtslos im Nahbereich erweist und nur mir extremer Sehhilfe zu bewerkstelligen ist – haben sich dann die kleinen grünen Punkte gezeigt, die bei noch genauerem Hinsehen (was eigentlich gar nicht mehr möglich war, weil ich bereits an die Grenzen meinerselbst gestossen bin …) sich als parasitäre Grünläuse entpuppt haben.

Ja richtig, Entpuppt haben die sich. Und eine davon hat sich sogar auf meinem Malvenblatt umgezogen. Also gehäutet.

Herrschaften, so’ne Malve ist keine Herrenbutticke in Wuppertal !

Da wird sich nicht drauf umgezogen und irgendwelche dubiosen Anproben und Modenschauen gemacht. Das ist einfach nur frech, was die Scheißviecher da mit meiner Malve machen. Und das unter meinen Augen.

Ja gut, die wissen vermutlich, dass ich nix mehr sehe und haben es einfach mal riskiert …


°loco°

Mitten im kalendarischen Winter auf dem residenzialischen Freusitz.


°ego sententiam°

Neulich wurde von expertiösen Wissendschaffern noch (wie immer mal mehr oder auch mal weniger) aufgeregt das zunehmend anhaltende Artensterben kommuniziert, und die vorsichtige Schätzung von vor 5 Jahren mit der derzeit vorsichtigen Schätzung berichtigt. Demnach sind mittlerweile 80% der bis dato rezenten Arten ausgestorben. 2017 waren es noch etwa 65%. Und die Entwicklung dauert an. Solange, bis nix mehr lebt. Was einigen Zeitgenossen allerdings egal zu sein scheint, denn es gibt wichtigere Dinge, über die man nachdenken muss. So scheint es sich zumindest in den Köpfen allgemein als vorherrschender Gedanke manifestiert zu haben. Interessant dabei ist zu beobachten, dass gerade DIE, die ansonsten NIX mit ihrer Mit- und Umwelt zu tun haben, sich für richtig teuer Geld mit schwerem Gerät an die Polkappen dampfen lassen, um das letzte verbliebene Eis sehen zu können, bevor das auch durch die Abgase der schwimmenden Luxushotels endgültig gestorben ist.

Den Verlust der Arten hätte ich allerdings – auch ohne drei Sylvester auf Unität im Fachgebiet Irgendwas stuckkadiert haben zu müssen – ebenfalls bestätigen können, denn seit 2 Jahren ist hier auf dem Freusitz nachweislich „tote Hose“. Also so gut wie KEIN Sechsbeiner mehr zu sehen. Ein paar Erdhummeln, ein paar Mauerbienchen, die eine und andere Schwebfliege vielleicht noch und dann war’s das hier auch schon mit der einstmals erfreulichen Artenvielfalt, die bis 2017 noch relativ auffällig präsent war und deshalb auch anschaulich dokumentiert werden konnte.

Aber diese Drexläuse, die einem die Pflanzen mit Viren verseuchen und damit zum Sterben zwingen, diese Drexviecher überleben auch den nächsten Krieg, werden sich dann wohl aber nur noch an den atomaren Staubpilzen sattfressen können…

°supplementum°

Wenn das so weitergeht, steht hier bald gar nix mehr …


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …