°descriptio°
Mehrere Wochen hab ich nun mit der neuen alten Luxuslinse bei Trockenübungen rumgehampelt. Und dabei interessante Entdeckungen gemacht, die es im Feld mal anzuwenden galt.
Dass Pentax keine Sportkamera-Ausrüstung baut, ist ein von mainstreamenden Canosonynikolymp-Nutzern gern gepflegter Mythos, der nur dann stimmt, wenn man die sündhaft teuren Premium-Knipskisten nebst der noch viel teureren Optiken der Platzhirsche in den Ring stellt, um deren Plunder mit den vergleichsweise deutlich preisgünstigeren aber technisch und vor allem hinsichtlich der optischen Abbildungsleistung mindestens genauso guten Pentax-Produkte antreten zu lassen. Dann ist der Gewinner klar. Weil man einen Ferrari nicht mit einem Lada vergleichen kann. Der Ferrari gewinnt das Rennen. Der Lada ist dafür im Gelände wasserdicht, was dem beim Straßenrennen aber nix nützt.
Blöder Vergleich eigentlich, passt aber fast.
SIGMA hat als Dritthersteller für das Pentax-Bajonett in der Vergangenheit so einige enorm teure Optiken gebaut, die bei Markteinführung für normale Menschen keinesfalls erschwinglich waren. Die Zeiten sind seit der um sich greifenden Nutzung von Händiknipsen (die zugegeben tatsächlich immer besser werdende Bildqualitäten liefern, wenn man die Motive und die zumeist auffällig dilettantische Art und Weise deren Abbildung mal geflissentlich ausser Acht lässt) und mit Erfindung der spiegellosen Miniknipsen allerdings auch vorbei, weil sich für die naturgemäß schweren DSLRs und das dafür nötige und dann auch noch gewichtssteigernde Zubehör keine normale Allerweltssau mehr interessiert. Auch nicht die Hersteller der entsprechenden Optiken. Und die zu Unrecht unbeachtete und vermeintlich als Nischenprodukt angesehene Marke Pentax wird von den Drittherstellern schon lange nicht mehr so umfangreich wie früher bedient. Was aus meiner Sicht auch nicht weiter schlimm ist, weil Pentax ohnehin ein erfreulich überschaubares aber dafür insgesamt rundes, nützliches, durchdachtes und für den ambitionierten Anwender schlußendlich mehr als nur brauchbares Produkt-Portfolio hat.
Mit der bedauerlichen Übernahme ihrer Schwester Pentax hat Ricoh wohl beschlossen, keine weiteren Produkte in der DSLR-Sparte zu entwickeln bzw. die bestehenden Modelle zu verbessern. Bleibt für mich zu hoffen, dass ich meine Maschinen noch bis zum Ende MEINER Zeit in Betrieb halten kann. Was hinsichtlich von Material- und Fertigungsqualität wohl nicht das Problem sein sollte. Mein mit dem Alter einhergehender Gesundheits- und Geisteszustand und vor allem meine enorm schnell schwindende Kaufkraft werden mir da wohl eher vorzeitig einen Riegel vorschieben.
Weil der Gebrauchtteilemarkt für die DSLR aufgrund nachlassenden Interesses an derartiger Technik nun eben auch DIE Produkte freigibt, die bei deren Markteinführung unerschwinglich waren, habe ich durch glücklichen Zufall ein gebrauchtes und deshalb fast schon preisgünstig anmutendes (und trotzdem für meine Verhältnisse immer noch sündhaft teures) aber insgesamt tadelloses Sigma 300mm F2.8 EX APO GD nebst den passenden APO Brennweitenverlängerungen (1,4 und 2,0) meinen Besitz gebracht. Das sollte damals in 2005 knapp 3.400 US-Dollar bzw. 2.500 EUR kosten !!
Das wäre HEUTE (inflationsbereinigt) ein umgerechneter Verkaufswert von mehr als 5.800 US-Dollar bzw. mehr als 3.800 EUR.
Übrigens ist die Inflationsrate innerhalb dieses Zeitraums von 20 Jahren um sagenhafte 53% gestiegen. Kein Wunder, dass mich meine Armut jetzt so ankotzt.
Also nicht nur heute eine unglaubliche Summe für ein paar Glasscherben, so könnte man meinen. Ich habe damals zu Beginn meiner knipskistenartistischen Ambitionen keinesfalls auch nur einen winzigen Gedanken an sowas verschwendet, zumal ich ohnehin nicht wusste, dass es so was Teures überhaupt gibt.
Aber ich hatte mich früher schon immer wieder gefragt, wo die unglaublichen Fotos herkommen, die man zwischendurch zu sehen bekommen hat von naturliebenden und -filmenden Menschen, die auch mit Pentax rumhampeln.
Und jetzt hab ich auch so’n Ding. Die Paarung mit der K-3 III ist eine gelungene Kombi. Die muss aber auch zielführend benutzt werden. Denn nur als Paparazzilinse wäre die Optik zu schade und wie Perlen vor Säue schmeissen.
Gut, ja, geht auch. Muss ja, weil ich eh nicht mehr die Gelegenheit haben werde, an einer Serengeti-Safari teilzunehmen.
Also muss ich mir meine Serengeti bestenfalls mit dem Drahtesel hier im Nahbereich suchen.
Und hab dann heute mal die Winterflugshow der hier überwinternden Möwen besucht.
Möwen sind schon allein wegen ihres vergleichsweise ruhigen Flugverhaltens dankbare Motive für einen auf Flugmanöver ansitzenden Hobbyknipskistenartist. Und wenn das Licht passt (der Spruch kommt ursprünglich vom Schatzi und ich hab den jetzt mal hilfsweise für meine empfundene Erklärung hier eingebaut), dann wirken diese Vögel durchaus höchst attraktiv, wie ich finde. Und noch interessanter war heute, dass nicht nur mindestens zwei Arten sondern auch mehrere Generationen derer sich hier auf dem teilweise mit Eisschollen belegten Gewässer getummelt haben. Und weil Möwen verfressen und ausgesprochene Klauböcke sind, gab’s dann auch regelmäßig Streit um die Brötchenreste, die irgendjemand hier am Kanalufer hingeschmisen hat, vermutlich um vorzüglich die Stockenten damit zu beköstigen.
Das Wetter gabs her: trocken, eiskalt (-6°C) wenig Wind und tief stehende Wintersonne. Meinetwegen kann’s das ganze Jahr so bleiben. Denn dann bleiben all die ganzen Sommerschwachmaten zuhause und es bleibt ruhig und sauber.
Spätestens im März aber geht der Wahnsinn hier wieder los, und dann werden zuerst die ersten Wochenenden ohne Rücksicht auf andere Menschen durchgefeiert, und dann, bei zunehmender Tageslänge und Temperatur, die ganze Woche von den hier in nächster Nähe siedelnden Profiasis ausgereizt, bis die Anwohner vor Haß kotzen, aber sich sonst nicht zur Wehr setzen können.
Wobei ich da schon so’n Plan habe, um da mal auf die Bremse zu treten.
Mittlerweile hab ich (Dank sei Wien) soviel Camping-Zeugs angesammelt, dass es kein Problem werden könnte, mal mit Auswärtszielen zu liebäugeln, was aber NICHT der Plan mit der Bremse ist.
Der geht definitiv anders.
Mit zunehmendem Alter und abnehmender Kondition will der geschwächte Geist aber dann doch lieber in seiner gwohnten Komfortzone dahinsiechen. Und sich lieber dem um sich greifenden Wahnsinn aussetzen, als unter Komfortverlust den Seelenfrieden zu geben, solange das für den maroden Körper noch möglich ist.
Ich denke gerade mal so 30 Jahre zurück und höre einen alten Mann (der war damals in dem Alter in dem ich jetzt bin und vermutlich ist der auch schon tot) darüber stöhnen, er möge doch bitte nochmal 30 Jahre jünger sein. Den hab ich damals traurig belächelt. Und bin heute in der gleichen beschissenen Situation wie der alte Mann damals. Mit dem Unterschied, dass sich heute viemal mal soviele Menschen um einen freien Campingplatz bemühen und wildes Kampieren hierzulande mit dem Tod durch den Strang am nächsten Baum geahndet wird. In Österreich ist das so ähnlich, so hörtete ich munkeln. Da steht privates Eigentum ganz oben in der zu verteidigenden Rangliste der Begehrlichkeiten. Und NIEMAND darf da den Besitz eines anderen mitnutzen. Die Norweger, Finnen und Schweden sind da anders gepolt: die müssen die Mitnutzung ihres Landeigentums durch das Jedermannsrecht gestatten. Klingt nett, aber die Nordländer sind mir zu weit weg und deren enorme Lebenshaltungskosten würden mein Urlaubsgeldbudget ohnehin um ein Vielfaches überschreiten, so dass ein Aufenthalt da dann eher nur so auf eine einfache Hin- und Rückfahrt beschränkt wäre und das dann als Urlaub ja mal gar keinen tieferen Sinn ergeben würde. Vielleicht noch als Erlebnisreise. Aber dafür muss dann auch das Gefährt passen, und ein adäquates Campingmobil ist auch nur als Mietfahrzeug für mich unerschwinglich.
°loco°
°ego sententiam°
Die heute im Feld unter Realbedingungen gemachten Fotos der Möwen haben mich echt umgehauen. Alle Fotos kommen so wie sie sind aus der Kamera. Die sind nur im Format beschnitten und – wenn überhaupt – geringfügig nachbelichtet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals in den Genuss derartiger Ergebnisse kommen würde. Und ich habe jetzt KEIN schlechtes Gewissen mehr, dass ich mir die Optik „gegönnt“ habe.
Das erste Bild vom Fischreiher auf Mattins Hausdach machte Lust auf mehr. Nicht deshalb, weil da ’n Fischreiher sitzt. So’n Fischreiher ist nix Ungewöhnliches, auch wenn die Kollegen die Nähe des Menschen meiden und eine Fluchtdistanz bevorzugen, die reicht, um zu erkennen, um was für einen Vogel es sich da handeln könnte. In diesem Fall war nur die Aufnahmesituation von Interesse: Die Sonne stand tief, und kam fast direkt von vorne. Für das Objektiv aber kein Thema. Da sind keine Flares oder sonstwelche Lichtbrechungen zu sehen, was auf die tadellose Güte der Optik schließen lässt. Sowas wäre mit eins der Billiglinsen meiner bescheidenen Sammlung nicht möglich gewesen und der Reiher in irgend ’ner undefinierbaren Licht- und Schattensuppe untergegangen.
Die dann nachmittags am Kanal gemachten Flugshow-Bilder sind vergleichbar mit der Qualität der Premium-Linsen, die Kumpel Kalle mir mal gelegentlich zum anfüttern ausleiht. Was ja eigentlich der Grund war, dass ich mir entgegen jeder Vernunft dann DOCH das Sigma gekauft habe, und das nach der heutigen Erfahrung NICHT bereue …
°supplementum°
Kein Nachtrag aber eine Fortsetzung ist geplant.
°illustrationen°:
Tipp für die Ansicht in der Galerie:
drücke Taste F11 und blende im Textfeld mit dem Icon „X“ das Textfeld aus, dann siehst Du nicht nur winziges Internetzimpressionsgeschnipsel.
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …
°diesen beitrag ausdrucken ?°




























































































































