°descriptio°
Im Rahmen der im Jahr 2027 stattzufindenden IGA haben sich denkende Mit- und Ohneglieder der beteiligten Gremien mit dem Thema beschäftigt, wie man die mittlerweile von menschlicher Scheiße befreite Kloake der Republik zu einem besuchbaren Naturparadies machen kann.
Mit Hilfe von arbeitslosen Arbeitswilligen hat man dann in Habinghorst das mit schwerem Gerät modellierte Areal am für Touristen spektakulär wirkenden Kanalkreuz (da wo der Kanal seinerzeit mit enormen technischem Aufwand über die Emscher geführt wurde) im vollendeten Sinne des Wortes künstlich aus dem Boden gestampft. Genau genommen liegt das Gelände zwischen den kommunalen Grenzen von Castrop-Rauxel und dem ominösen REh gelegen und ist auch an dieser Stelle Niemandsland, unterliegt aber dem ehemaligen Einflußbereich der Emschergenossenschaft, die mit dem ausschließlich durch Steuergeldern finanzierten LWL der Region zu neuer Blüte verhelfen will. Wobei schlußendlich nicht die Region selbst, sondern nur die hier angepflanzten Blümchen temporar blühen.
Aber zumindest DAS ist hier und aus meiner bescheidenen Sicht als zynischer Beobachter tatsächlich doch ziemlich gut gelungen.
Wer Nutznießer der Anstrengungen werden soll, wird in Tourismusführern klar kommuniziert: der geneigte Besucher, der keine Vorstellung mehr hat, wie es hier noch in 2018 bei Inversivwetterlage dermaßen gestunken hat, so dass die in der Nähe der Emscher Wohnenden ihre Fenster nicht öffnen konnten, weil der Gestank bis in die Bettwäsche drang und man nachts nicht nur zu ersticken sondern auch zu erstinken drohte. Führungen, die vermutlich nicht kostenlos sind, sollen Bayern, Sachsen und anderen kulturfremden Ausländern, den Niedergang der Region und den erhofften Aufstieg aus der Asche dann näherbringen.
Ich warte auf den Tag, an dem so’n Lederhosenseppl hier klingelt und fagt, ob er mal gucken kann, wie wir Eingeborenen hier so leben, sich dann an meine Esstheke stellt und mit mir zusammen Extra3 guckt.
Mit dem offiziell in 2021 abgeschlossenen Renaturierungsprojekt ist zumindest der unerträgliche Gestank von Scheiße anderer Leute mittlerweile Geschichte, und das ist auch gut so.
Aber das eine zieht das andere nach sich.
Während man sich noch vor kurzer Zeit fragen musste, warum man sich den Spaziergang an der Emscher aufgrund des Gestanks antun muss (und dabei dann nicht überraschend herausgefunden hat, dass man nur deshalb hier Ruhe vor Störern findet), stellt man sich jetzt die Frage, wie man den Spaziergang aufgrund einfallender Drahteselkarawanen unfallfrei überleben soll.
Ich habe wegen den sich wie die Fliegen vermehrenden und dadurch hoffnungslos die Mittwelt flutenden Zweiradverstrahlten schon seit langer Zeit nicht – und schon gar nicht während der Schönwettersaison – den einst aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu den residenzialischen Thronsäälen gelegenen Spazierweg beschritten.
Sicherheit geht vor.
Denn auf dem EmscherValleyWay ist die Teilnahme am dortigen „Verkehr“ mittlerweile gefährlicher geworden als wenn man in Hamburg auf ’ner BAB-Asphaltpiste unterwegs ist und sich von den dortigen Eingeborenen drängelnd nötigen lassen muss.
Deswegen fahr ich auch nicht mehr nach Hamburg oder so.
Nur blöd, dass die Gesamtsituation auf den hier in unmittelbarer Nähe liegenden Verkehrswegen auch nicht besser ist. Rad- und Gehwege eingeschlossen. Nur Baustellen zwingen hier den Verkehr, nicht aber dessen Emissionen zur Ruhe.
Weil der LWL als Betreiber des künstlich kunstvoll modellierten „Emscherparks“ zwar ein Kerngebiet notdürftig umzäunt und nur begrenzt (von 6 bis 20 Uhr, so glaube ich gelesen zu haben) für die interessierten Besucher geöffnet hält, Hunde an der Leine führen lässt aber das Radfahren hier gestattet, stellt sich für die interessierten Besucher dann das gleiche Problem wie draussen vor der Tür. Die verstrahlte Zweiradfraktion flutet auch hier ohne Sinn und Verstand die Wege und klingelt auch hier penetrant rücksichtslos die fußläiufigen Besucher vom Weg.
Ein Zweiradverbot hätte auch diesem Areal gut getan. Und eine passende „Umgehungsstraße“ für die mit elektrischen Turbomotoren angetriebenen Pedalritteraser. Also genau so, wie man es verkehrsplanerisch mit den großen und schnellen Autos auch macht, um Kinder und Alte und alle anderen schwächeren Menschen unserer mittlerweile zu einem asozialen Dreckshaufen verkommenen Gesellschaft zu schützen. Der Schein von vermeintlich sozialen Netzwerken trügt also, weil deren Teilnehmer die Internetz-Plattformen zur selbstverliebten Eigendarstellung ihrer penetranten Rücksichtlosigkeit nutzen und sich dieser Virus wie eine Seuche unaufhaltsam verbreitet.
°loco°
°ego sententiam°
Grundsätzlich ist das Konzept der Planer hier aufgegangen und kann das Interesse an der Materie wecken, sofern man entsprechend gepolt ist und mit dem Dargebotenen auch was anfangen kann und will.
Und lässt den geneigten und im Wechsel erschauernden und dann wieder staunenden Besucher das in der (hierzulande ausschließlichen Tourismus)-Werbung vollmundig versprochene Erlebnis auch erleben. So einen Nervenkitzel findet man sonst nur in kostenpflichtigen Erlebnisparks wie den Warner-Moviepark oder das Fantasialand oder dem Dattelner Herbstfrühling oder so.
Und hier ist das sogar alles kostenlos.
Und weil der Besuch hier kostenlos ist, nehmen so einige auf andere Art Verstrahlte den erfreulichen Umstand zum Anlass, die Bepflanzungen als Selbstbedienungsladen zu betrachten 👿 .
Ich bin mittlerweile zu alt, mit ’ner schwarzen Jacke und dem Rückenaufdruck „ORDNER“ und unbegrenzten Befugnissen ausgestattet solche widerwärtigen Vergehen mit ’nem selbstgebauten Pranger und stabilen Drahtkäfigen zu ahnden, die ich an die Brückengeländer aufhängen würde, um da die von mir eingesammelten Übeltäter möglichst langfristig dem Appetit der Krähen zu überlassen, bis nur noch die Knochen im Kanal zu versenken sind.
Ein schöner Gedanke, wie ich finde, und der bei rigorios erbarmungloser Durchsetzung vermutlich schnell zur Ausdünnung der betroffenen Bevölkerungsanteile führen würde, aber mit mir und für mich leider nicht mehr realisierbar ist.
Und weil die Welt sich auch ohne mein beherztes Eingreifen weiterdrehen wird, wird das alles nur noch schlimmer …
°supplementum°
Die erste Schnupperrunde war heute sehr erfreulich hinsichtlich der Trophäenfunde und des Expeditionsergebnisses und findet vermutlich irgendwann an anderer Stelle weitere Erwähnung.
Ein Nachtrag ist also hier nicht geplant.
°illustrationen°:
Tipp für die Ansicht in der Galerie:
drücke Taste F11 und blende im Textfeld mit dem Icon „X“ das Textfeld aus, dann siehst Du nicht nur winziges Internetzimpressionsgeschnipsel.
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°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …





