°descriptio°
Heute im Fernsehen mit Interesse einen Bericht verfolgt über das Land Montenegro und dessen landschaftlichen Reize, beeindruckender Kultur, alten Sitten und Lebensgewohnheiten, historischen Bauwerken und all den anderen Dingen, die man HIER nicht mehr findet.
Während des mit verlockend starken Bildern angereicherten Berichts kamen sowohl lokale Urlaubsveranstalter als auch Urlauber zu Wort, um sich und ihre Intentionen zu erklären.
Als Veranstalter steht in diesem Fall ein Mann mittleren Alters, der auf einem aufgrund der enormen Trockenheit nur noch wenig Wasser führenden Naturlaufflusses von ihm geführtes Wildwasser-Rafting anbietet und seine Leistung bewusst teuer hält, um eine alles zerstörende Touristenschwemme zu vermeiden. Die Menge an Menschen, die an dem Ort am Fluß gezeigt wurden, entsprechen allerdings NICHT der vorgenannten wohlwollend-optimistischen Darstellung.
Eine junge Touristin wurde dann gefragt, wie sie auf dieses kleine und bislang allgemein unbedeutende osteuropäische Land aufmerksam geworden ist, weil Montenegro ja doch eigentlich nicht unter den ersten Rängen der allgemein üblichen Touristenziele einzuordnen ist, also NOCH nicht.
Die Antwort war verblüffend und zugleich erschreckend: das Mädel habe ihre Bedürfnisse, also unberührte Natur und atemberaubende Landschaft, einzigartige Erlebnisse und traditionelle Kultur und Lebensweise definiert und damit „die KI befragt“. Die hat nicht lange gezögert und Montenegro als passendes Urlaubsziel erklärt. Die KI wurde demnach nicht mit dem alles entscheidenden Umweltschutzgedanken gefüttert. Wie auch. Die Quelle ihres Wissens entspricht ja der eines 3jährigen Kindes, das den Schutz seiner um- und Mitwelt erst noch erlernen muss. Aber von wem ?
Wenn die augenscheinlich bedenkliche touristische Entwicklung des Landes, die sich mit dem unaufhaltsamen Zustrom von vermeintlich zahlungskräftigen Touris hoffentlich verbessern soll (wobei noch nicht klar sein dürfte, WAS GENAU sich dann für alle Eingeborenen des Landes verbessern könnte), dürften die Folgen ähnlich sein wie in Italien, Spanien und all den anderen ehemals touristisch aufstrebenden Ländern, die JETZT den Kollaps ihres Begehrs und den Niedergang ihrer Kultur und die Zerstörung ihres Landes erleben müssen.
°loco°
Vermutlich irgendwo hier, aber sonst ist da wohl auch überall sehr schön …
°ego sententiam°
Es besteht also kein Grund für mich, eine besorgniserregende touristische Entwicklung in dieser Region befürchten zu müssen, weil die derzeit von kaufkräftiger Klientel gewünschten Parameter HIER NIEMALS erfüllt werden können. Und an dem Wissensstand der KI – bzw. dessen Antwortergebnisse aufgrund entsprechender Suchanfragen – werden auch die hier verpennten Rathaustiefschläfer nix ändern können, denn die Google-ChatGPT-Schwarm-Intelligenz ist so teuer, dass sich dieses Kaff diesen Luxus zum Glück nicht leisten kann. Es sei denn, ein adäquater Wechsel des Stadtkönigs wird dazu führen, um am alles und jeden ausbeutenden Geschäft der Gastromafia angemessen teilzuhaben zu wollen, um die von Touris erwartete Attraktivität zumindest im Ansatz bieten zu können.
Ob dann jemand mit ’nem Schlauchboot hier auf der Emscher inmitten einer beschaulichen Bergkulisse ’ne Wildwasserraftingtour erwarten darf, bleibt allerdings äusserst fraglich. Es sei denn, man ist so gewieft wie die Comedyotze, die nicht ganz uneigennützig für den von ihr erfundenen Job des Haldenwarts die Werbetrommel geklopft hat. Dann vielleicht könnte man die Emscher und Halde Hohewardt als Naturschauspiel und somit als teures Touristenziel für erbarmungslos Anspruchslose vermarkten. Die zu finden dürfte dann auch nicht schwer sein, wenn die KI sich drum kümmert …
°supplementum°
Ich werde in diesem meinem Leben wohl nie hierhin reisen können, von daher scheint ein Nachtrag unwahrscheinlich …
°illustrationen°:
[Quelle: Google Earth]

°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …
