°descriptio°
Im Februar 2006 habe ich mir mit der K-7 einen lang gehegten und damals schon nicht ganz billigen und eigentlich unvernünftigen Traum erfüllt. Doch im Lauf der Zeit hat sich die Investition durchaus bezahlt gemacht. Nicht im Sinne von zu versteuernden Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, sondern eher im Sinne von Befriedigung der persönlichen Eitelkeit. Wobei ich mir die Kamera damals nicht ausgesucht habe, weil die zur Wagenfarbe passt (so liest man häufig den Kaufgrund bei Canikonbesitzern …), sondern weil die ALLES kann, was so eine Kamera können muss. Bei DER braucht man keine Kompromisse eingehen oder sich – wie bei Canikon üblich – notfalls ’n anderes Modell kaufen, nur um genau DIE EINE Funktion zu bekommen, die die anderen Schwestern der Modellreihe nicht haben. Das Modellpflegekonzept bei Canikon ist schon recht gewieft, das muss man unumwunden zugeben. Denn mit dem hoffnungslos unübersichtlichen Varietätenangebot der gleichen Modellreihe und dem Verkauf derer, finanzieren die im Grunde den Rest ihres Portfolios und bleiben deshalb unangefochten die Platzhirsche.
Pentax macht das ein bischen anders und hat nur ein Modell pro Modell. Da gab es seinerzeit keine K-7 in 10-facher Version. Es gab nur DIE EINE. Was beim Käufer zu KEINER Verwirrung führt und die Kaufentscheidung deutlich erleichtert. Da wusste man, was man bekommt und was drin und dran ist und was das kann. Halt ALLES was ein Lichtbildartistenherzchen höher schlagen lässt. Die K-7 war demnach aus MEINER heutigen bescheidenen Sicht das Flaggschift der Pentax DSLRs.
Aber wegen ihres bedächtigen Autofokus und dem Rauschverhalten des Sensors bei schwachem Licht und ab ISO 1600 wurde die Knipskiste von den einschlägigen selbsternannten Fachmedien hoffnungslos zerrissen. Andere können das besser, hiess es damals schon, unterlag aber immer der geteilten Meinung des betrachtenden Auges.
Was mich persönlich so gut wie gar nicht beeindrucken konnte. Denn die Kamera hat einen ganz eigenen Charakter, einen ganz bestimmten Charm, den die an die Bilder weitergibt. Das sagt auch das Schatzi. Die erkennt sofort, mit welcher Kiste ich ’n Bild gemacht hab.
So einen Charakter sucht man als Hobbyknipskistendompteur bei den etablierten Platzhirschmarken vergebens. Die unfassbar teuren Produkte von denen können natürlich aufgrund ihres Preises dann alles, was technisch machbar ist. Das bringt die K-7 aber zum erschwinglicheren Preis mit. Nur weiss das keiner, der sich mit digitalen Knipsen rudimentär beschäftigt. Also nur weiss, wo man den Akku und die Speicherkarte reinschiebt und wo das Gaspedal ist. Die wenigsten Amateure machen sich über weitergehende Funktionen Gedanken. Z. B., ob die Kamera nebst Objektiv und Gurt auch zur Wagenfarbe passt …
Ich hatte mir anfangs auch keine Gedanken darüber gemacht und wusste eigentlich lange Zeit nichts über die inneren und äusseren Werte der K-7. Bis ich dann mit dem Schatzi tiefer in die Materie eingetaucht bin. Um erfreut ferstzustellen, dass die K-7 alles kann und ich bei meinen Experimenten keine andere Kamera haben muss, was bei Canikon-Benutzern dann schon wieder ganz anders aussieht. Und die dann auch noch den Nachteil geniessen müssen, dass sie ihre Massenware bei eBay nicht loswerden und dann eine umfangreiche Sammlung von Elektronikschrott in ihrer Vitrine beherbergen müssen.
Die K-7 ist jetzt mehr als 17 Jahre alt. Und hat natürlich – wie ich – ihre Gebrauchsspuren und altersbedingten Zipperlein. Nix hält ewig.
Ich hatte auch nicht vorgehabt, die in den Ruhestand zu schicken.
Auch wenn ich zwischendurch in die Versuchung kam. Es blieb bei der Versuchung. Denn nichts kann der K-7 das Wasser reichen. Der vermeintlich gemächliche Autofokus ist mir egal, weil ich kein Sportliebhaber bin. Der reicht, um fliegende Schmetterlinge bei der Balz auf digitales Zelluloidi zu bannen. Und wenn DAS geht, dann ist der schnell genug.
Den Sensor hab ich allerdings schon deutlich an seine Grenzen gebracht. Und war mit dem Bildrauschen gar nicht so glücklich. Zumal die Technik weiterentwickelt wurde und ich mir gewünscht hab, dass der Sensor ausgetauscht werden könnte. Geht aber nicht.
So kam ich dann auf die Idee, nach der K-01 zu äugeln. Die erste und einzige spiegellose digitale Systemkamera von Pentax. Meine ist ein japanisches Modell. Weil die europäischen Sammlerstücke zu Mondpreisen angeboten werden. Was natürlich auch wieder gut ist, weil die K-01 dann doch kein Türstopper sondern ein Goldbarren ist. Das Ding wird nämlich im Wert nicht fallen. Sondern sogar steigen. Weil die wegen ihres Designs und der Gebrauchseigenschaften sowohl gehasst (kann ich bestätigen) als auch sehr beliebt ist (wird sich zeigen, wenn das Ding dann irgendwann mal in die Erbmasse einfliesst …). Es handelt sich dabei also um einen Prototypen, der vielleicht nicht ganz so gut gelungen ist. Denn die Kamerafunktionen wurden erheblich abgespeckt, liessen also keine Experimente zu wie bei der K-7. Aber der Sensor und die verbaute Technik ist – wie bei Pentax üblich – phänomenal. Auch bei der K-5 (als direkter Nachfolger der K-7) war schon ein deutlich besserer Sensor verbaut worden. Und dann kam irgendwann die K-3. DAS war der HAMMER !! Aber unbezahlbar. Die wird heute als Neuware immer noch mit 2 Kilo gehandelt.
Die spiegellose K-01 nutzte ich wegen ihrer unhandlichen Formgebung (deshalb auch der interne Name „Brikett“ oder „Türstopper“) dann nur noch im residenzialischen Labor, um auf dem Stativ Makrofotos damit zu machen, bei denen viele Serienaufnahmen zu machen sind und der misslungene Klotz in der Hand nicht lange gehalten werden kann.
Mit der K-7 war ich draussen dann immer noch unterwegs.
Und irgendwann nahm ich die Gunst der Stunde zum Anlass, eine gebrauchte K-70 in der Bucht zu schnappen. Das Angebot schien verdächtig weil unglaublich günstig. Was mir egal war. Denn mit der K-70 bekam ich dann auch einen Klappmonitor (an den ich mich erst mal gewöhnen musste). Der größte Nachteil an der war aber, dass die eigene Akkus braucht. Der hier für die K-7 und die K-01 zuhauf rumliegende D-Li90 passt da nicht rein. Und einen Batteriegriff gibt’s dafür auch nicht. Das Gehäusedesign lässt auch zu wünschen übrig, weil die Kamera nicht in der Hand liegt, wie sie soll. Oder vielmehr wie man es von einer Kamera gewohnt ist und auch erwartet. Das Ding ist also KEINE Option und schon gar keine ernst zu nehmende Alternative für die K-7.
Aber die Fotos aus dem Teil sind top. Wajakla, bei dem Monstersensor, den ich zu gerne der K-7 gespendet hätte. Aber den Charakter und den Charm der K-7 hat die auch nicht.
Mittlerweile ist die K-3 Mark III marktreif geworden. Die ist das DSLR-Topmodell von Pentax und soll angeblich in verschiedenen technischen Eigenschaften der K-1 (Vollformatkamera für die ganz abgehobenen …) überlegen sein. Mir egal.
Die ersten K-3 waren unerschwinglich. Und mit der K-3 hat Pentax dann auch Modellpflege betrieben. Erst die K-3, dann kurz darauf die K-3 I, dann die K-3 II, und nun die K-3 III. Ab hier is‘ dann erstmal Schluss, denn Pentax scheint sich aus dem Markt zurückzuziehen. Oder besser: wird von RICOH zurückgezogen. Die haben den Laden ja aufgekauft und ihre eigenen Süppchen am kochen.
Neu wird die K-3 III für 2 Kilo gehandelt. Unerschwinglich.
Gebraucht ist die aber kaum zu bekommen. Zu Recht. Keiner wird sich in absehbarer Zeit von so einer Knipskiste trennen wollen. Ich würde meine K-7 ja auch nicht verticken. Dazu besteht kein Grund. Die Dinger halten ewig.
Der Zufall wollte es aber, dass ich zufällig in der Bucht ’ne gebrauchte K-3 III vom gewerblichen Händler in (hoffentlich) tadellosem Zustand für ’ne vergleichsweise schmale Mark bekommen kann. Andere privaten Anbieter wollen ihre verhunzten Kipskisten auch für teuer Geld verticken, aber im Zweifel ihren Scheiss nicht zurücknehmen. Der Händler muss, wenn ich merke, dass mit der Kiste was nicht stimmt.
Was das alles mit Vernunft zu tun hat ?
Es geht ums Geld, was man eigentlich nicht hat, und trotzdem ausgibt.
°loco°
In der residenzialischen Denkfabrik …
°ego sententiam°
Nach 17 erfolgreichen und spassbringenden Jahren ist es an der Zeit, sich mit der weiterentwickelten Version der K-7 zu schmücken. Denn die K-3 III ist nichts anderes als ’ne moderne K-7. Die Abmessungen sind gleich, díe wesentliche Gehäuseform auch. Alle Funktionen und Anschlüsse sind vorhanden. Es gibt sogar noch ’n paar Gimmiks mehr.
Vernünftig ist es nicht, das Teil zu kaufen.
Aber ich fürchte, das Ding wird mir Spass machen …
°supplementum°
Kann sein, ich brauche hier keinen Nachtrag hinzufügen. Es sein denn, die Ware geht zurück.
°illustrationen°:
Bilder gibt’s erstmal nicht. Vielleicht dann, wenn ich die auspacke …




