°descriptio°
Heute sollte dem Vernehmen nach der letzte Tag vor dem Weltuntergang sein, so prophezeite es die Wetterglaskugel.
Was ich persönlich zum Anlass genommen habe, den Kumpel Kalle mal mit ’nem Gang im Wald und Feld auf der Heidi zu quälen, denn ab ’nem gewissen Allgemeinbefinden ist man dazu geneigt, sich lieber möglichst unbeobachtet in den heimischen Gemächern seine altersbedingten Wunden zu lecken.
Das kann man immer noch machen, wenn das Wetter scheiße is‘ und man sonst nix mehr hat, was einen zur Höchstform anzutreiben vermag.
Kalle konnte es mal wieder nicht lassen, Amazon und DHL mit der Bestellung eines Cine-Objektivs zu belästigen, um sich damit zu belustigen und nahm dann auch prompt die neue Errungenschaft mit ins Feld, um damit zu spielen. Und meine Intention war heute, mit dem Sigma-Glasbaustein zu spielen. Alte Männer sind wie Kinder.
Die Ergebnisse mit dem Cine-Objektiv waren – nachdem erst mal fachkundige Hand daran angelegt wurde (*hüstelräusper*) -schon verblüffend. Allerdings muss man so’n Ding auch sehr bewusst und vor allem dem Motiv dienlich dann zielführend zum Einsatz bringen, sonst verpufft der Effekt.
Was ich vom Sigma ebenfalls behaupte. Denn was nützt die mit 2 Telekonvertern erreichte enorme Brennweite von über 1.000 mm, wenn keiner weiß, was gemeint ist. Oder besser: gar nicht verifizieren kann, aus welcher Entfernung das Motiv motiviert wurde.
Dass das Sigma keinesfalls das 100er Makro ersetzen kann, hab ich heute auch gemerkt. Aber für Paparazzi-Portraits macht die Scherbe einen überwältigend guten Job, wie ich finde, und kann damit den sündhaft teuren Anschaffungspreis rechtfertigen. Andere fahren dreimal im Jahr im Urlaub oder kaufen sich ’n kaputten Auspuff für ihr nutzloses Moped und wieder andere verfressen ihre Knatter. So hat jeder ’n Grund, das oftmals mühsam Ersparte oder meistens sehnsüchtig erwartete Erbe unters Volk zu mischen und damit das derzeit als stockend empfundene Wirtschaftsdauerwachstum etwas anzukurbeln. Frei nach dem Motto: wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.
Eine Bank lud dann auch zum Verweilen ein. Und man kam mit anderen Rastenden ins nette Gespräch. Bei dem ich erfahren habe, dass in Westerholt ’n Knipskistenartistenclub jeden Freitag zum Treffen einlädt, um sich mit den Erzeugnissen der Mitglieder zu beschäftigen. Kalle und ich sind uns einig, dass man sowas nicht wirklich braucht. Aber ich denke, dass ich doch mal da einfliegen werde, nur um mal zu gucken, was da so geht und nicht …
Die Bank machte es auch möglich, das mitgeschleppte Dosenbier unfallfrei zu lutschen, weil man ja mal eben das Gepäck drauf ablegen konnte und dann die Hand dafür frei hatte.
Die leere Dose diente Kalle als Motiv. Man nimmt halt was kommt. Auch die Glaskugel war im Einsatz, was mit dem Cine-Objektiv und dessen 56mm Brennweite aber nicht wirklich funktionieren konnte. Egal, wichtig war der Spaß dabei.
Und während wir wie Kinder da so rumspielten mit unserem Equickmänt, trabte ein Trupp eingeborener Teppichflieger auf uns zu.
Ich wagte meinen Augen nicht zu trauen, als ich eine Katze mit pinkfarbenem Pullover an einer pinkfarbenen Leine identifizieren konnte. Auf sowas können nur die Orientalen kommen. Die hängen sich auch Kristallleuchter an die Wohnzimmerdecke.
Auf meine Frage, ob ich denn mal das verblüffend hübsche Kätzchen motivieren dürfe, wurde mir die Mietze bereitwillig präsentiert. Dann fragte ich nach dem Preis der niedlichen Fellnase.
1.000 Euro soll die kosten? Mein lieber Schollie …
Dann muss die Mutti aber aufpassen, dass da niemand drauf tritt …
Auf meine Frage, ob die Besitzerin das Foto haben möchte, kam die mit offensichtlicher Begeisterung geschwängerte Gegenfrage, ob ich das mit Watsab oder so senden könnte.
Klares NEIN. Aber Emil geht.
Nur nicht bei ihr (was schon merkwürdig ist, weil wenn man so’n Bimmeldings ans Netz brigen will, ist ja erstmal Google als verlässlicher Dienst- und Datensammelleister für den unbedarften Mobilbimmelfreund das Maß der Dinge, um überhaupt so’n Ding mit ’nem Google Nutzerkonto und der dafür adäquaten googlemail-Adresse aus Sicht von Google zumindest halbwegs sinnvoll benutzen zu können …).
Statt dessen nahm sie kurzerhand ihre Bimmelknipse und wollte damit den Kameramonitor abfotografieren.
Au-weija. Hoffnungsloser geht nicht …
Als sich die Wege dann immer noch freundlich trennten, konnte ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass ich ’n 1.000 EUR Foto habe … 😆
°loco°
°ego sententiam°
Eine Katze für 1.000 EUR. Das ist stramm, bei den Akalazen aber anscheinend auch nicht ungewöhnlich.
Der Nachbar, der seinerzeit mit den Kindern der Rottweiler-Uschi wirklich auffallend liebevoll hier rumgehampelt hat und nach der Trennung in ein tiefes dunkles Loch gefallen ist, hat sich – oder besser: seine Söhne haben sich – auch so’n Luxuskätzchen gegönnt.
Bei guter Pflege soll so’n Ding ja knapp 18 Jahre halten, so lestete ich bei Wikipedia im Artikel „Hauskatze“ …
Bei mir würde sowas nicht lange in der Kühlung liegen. Ich halte das da eher mit Alf, der die auch gerne möglichst frisch mit Senf genommen hat …
°supplementum°
Kein Nachtrag geplant.
°illustrationen°:
Tipp für die Ansicht in der Galerie:
drücke Taste F11 und blende im Textfeld mit dem Icon „X“ das Textfeld aus, dann siehst Du nicht nur winziges Internetzimpressionsgeschnipsel.
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …






































