°descriptio°:
2. Tag
Irgendwann in der Nacht
Wach geworden und am Fenster die Morgenröte bewundert. Und mich nicht überwinden können, die Schuhe scharf zu machen und nach draussen zu gehen. Statt dessen:
06.30 Uhr
Zweites Erwachen. Morgentoilette.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
07.00 Uhr
Nikotinfrühstück
im sonnigen Barockgarten. Ohne Pferdedecke wäre es allerdings doch zu frisch gewesen.
08.00 Uhr
Frühstück im Saal
Die Qualität der gebotenen Speisen und Getränke war reichlich und sehr gut. Ich konnte mit gesteigertem Genuss verzehren. Wobei mir die Hotel-Übung fehlt und ich zwecks Materialbeschaffung mehr unterwegs und am Trog als am Tisch war. Auf’m Bau wäre mir das nicht passiert.
09.00 Uhr
Wieder auf Station
Erstmal Platz fürs Mittachessen schaffen. Wir haben Rabattmarken bekommen, die wir vielleicht auch im Schnitzelhaus einlösen können.
Wetterlage: leicht bewölkt, windig und auffallend kühl. Was widerum nicht ganz verkehrt ist. Denn zu warm wäre für uns nur kreislaufbelastend.
Gut nur, dass ich beim Buttern nicht zu üppig reingehau’n hab. Aber ich merke am Allgemeinbefinden schon, dass ich schon lange kein vernünftiges Frühstück zu mir nehme.
09.30 Uhr
Rappbodetalsperre
Der Sehgang über die parallel neben der Talsperre installierte Hängebrücke war schon allein wegen des Wetters ein Genuss. Allerdings hätte ich mir weniger Pöbel gewünscht, der die Konstruktion auffällig zum Schwanken brachte. Ob die Bilder (diesmal deshalb) verwackelt sind, wird sich zeigen…
11.00 Uhr
Naturspaziergang
quer durch die Botanik auf einem ziemlich hoch gelegenen Höhenweg. Von dort aus Blick auf den Brocken und was das Herz des Naturliebhabers sonst noch so höher schlagen lässt. Den Lichtbildartisten hat es weniger befriedigen können. Weil sich zwischenzeitlich durch windigen Wind getroben die Wolken vor die Sonne schoben. Und mangels natürlicher Beleuchtung keine ausreichende Belichtung möglich war.
Somit schlussendlich die Entscheidung reifte, die ansonsten so erbauliche Gegend wieder zu räumen und sich an anderer Stelle belustigen zu lassen.
15.30 Uhr
Herrmannshöhle
An der Kasse 2 Tickets und einen Dinosaurier im Ei erworben und die Startzeit erfragt. Ich nutzte den Aufenthalt und hab mich vorher in einem Info-Häuschen über die Geschichte der Höhle schlau gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass auch hier der Pöbel in Massen aufläuft und eine Führung durch die Katakomben dann auch nur zu eines solchen werden wird. 5 Minuten vor Beginn saßen wir aber immer noch alleine im Vorraum auf der Bank.
Die höhlenkundige Höhlenführerin bemerkte unsere deutlich übersichtliche Teilnehmerzahl mit der keine Wünsche mehr offenlassenden Bemerkung: dann machen wir heute mal ne Privatführung.
Und so war es dann auch. Besser hätte es in den darauf folgenden 1½ Stunden nicht werden können. Die reguläre Dauer einer „normalen“ Führung beträgt offiziell etwa 45 Minuten und man legt dabei etwa 800 touristisch erschlossene Meter zurück und steigt knapp 300 Stufen rauf und runter. Dabei sieht man den Angaben der Führerin zufolge auch nur vielleicht ein Drittel des derzeit begehbaren Ausmasses der Höhle. Ich hatte mir vorher ja schon im Info-Haus die Lagepläne mal angesehen und war sowohl über das Alter (vorsichtig geschätzte 365 Millionen Jahre) als auch über die derzeit bekannte Grösse und die tatsächlich stattfindenden Veränderungen der Kellerräume erstaunt. Und weil die Höhle immer noch erforscht wird ist es durchaus denkbar, dass auch noch nicht alle Hohlräume bekannt sind. Erst 2006 wurde wieder ein weiteres Tunnelsystem entdeckt. Man darf gespannt sein, was die tapferen Höhlenforscher in Zukunft noch alles so ausfindig machen.
Höhlenforscher sind übrigens keine amtlich bestellten Akademiker sondern ehrenamtliche freiwillig Interessierte, die ein ganz spezielles (und nicht gerade ungefährliches) Hobby haben und für ihre wissenschaftlich fruchtbare Leidenschaft schon mal gar nicht und von niemandem honoriert werden. Deswegen werden neue Entdeckungen auch nicht von höhreren Stellen aufgrund gesteigerten Interesses forciert sondern von den nur gelegentlich aktiven Höhlenforschern mehr zufällig gemacht. Was durchaus verständlich ist, weil kein Mensch einen materiellen Nutzen daraus ziehen kann. Und das ist wiederum ein grosses Glück für die Höhle und ihre derzeitigen Bewohner. Allerdings, so wurde uns während der Führung erklärt, wird das nachtschwarze Dunkel der Höhle während der Führungen von der künstlichen Beleuchtung ersetzt. Und Licht regt die Photosynthese der mit dem Sickerwasser mitgeschwemmten Moosorganismen zum Wachstum und Verbreitung an. Begünstigend für das Mooswachstum sei auch die zumeist im Sommer durch Besuchermassen erzeugte Wärme. Es ist durchaus vorstellbar, dass bis zu 1000 Menschen am Tag da durch laufen. Und die erzeugen Wärme. Die Höhle ist allerdings wohlweislich auf konstante 8 Grad Celsius mit entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit geeicht. Das wusste auch der Höhlenbär, der sich zu Eiszeitzeiten darin verkroch als es draussen viel zu lange viel zu kalt war. Allerdings ist er auch in der Höhle gestorben. Was nichts mit der Temperatur in der Höhle zu tun haben konnte. Wärmere Temperaturen hingegen sind ausserdem nur gut für Moose und andere parasitär wirkende Lebensformen. Man kann den Befall bereits deutlich erkennen. Und mit den Eintrittsgeldern wird die Besetigung der „Erkrankung“ auch nicht erwirkt. Wenn das alles pausenlos so weitergeht, dann wird wohl auch bald die Höhle am ungehemmten Treiben des Menschen zwar nicht gleich sterben, aber auch nie wieder so werden, wie sie vor Millionen von Jahren einst war.
17.30 Uhr
Schnitzelhaus
Wir waren wohl die einzigen Gäste. Erstmal. War ja auch noch früh. Und wir wurden freundlich empfangen. Wie immer.
Nach dem Essen hatte ich vergessen, das Essen aufzuschreiben. Deshalb steht hier auch nix weiter …
°ego sententiam°
Wenn ich’s nicht aufschreibe, dann vergesse ich’s. Aber wenn ich’s vergesse aufzuschreiben, dann is‘ voll Scheiße. Ich hab’s mir doch so fest vorgenommen. Und es doch nicht getan. Bin ich ein Trottel …
°illustrationen°:
°navigation auxilium°
… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …










































































































