2017-05-23 – Blankenburg

2017-05-23 – Blankenburg

°descriptio°:

1. Tag

05.00 Uhr

Los geht’s …

Aufgestanden und wach geworden.

Bewölkung lässt kein Sonnenaufgangserlebnis zu.

Wettervorhersage lässt zu wünschen übrig. Demnach soll‘s wohl am Ziel auch mal regnen.

 

12.00 Uhr

Ankunft im Hotel

Die A2 fahren wir wohl nicht mehr lang. Bei Hannover standen wir wegen künstlicher Verkehrsberuhigung fast 2 Stunden im Stau und fuhren zumeist nur annähernd Schritttempo.

Auch in SA sind Autobahnbaustellen. Mit dem Unterschied, dass NIEMAND dort gebaut hat oder vielleicht jemals dort bauen wird. Die Trasse wurde auf einem Streckenabschnitt von gefühlten 10 km einfach nur mit Baken verengt. Man könnte auch sagen, die Trasse wurde  mit den Baken nett dekoriert. Da soll man keinen dicken Hals bekommen dürfen…

Im Hotel angekommen die Anweisungen des Personals und diverse Dokumente entgegengenommen und das Zimmer bezogen.

 

13.00 Uhr

Mittagspause

Erstmal was buttern. Im Grossvater. Wie immer bitte: 2 Schnitzel, 2 Alster.

Lecker. Aber teuer.

 

14.00 Uhr

Grossvaterfelsen

Nebenan befindet sich auch der entsprechende Pendant: der Grossmutterfelsen. Gut zu wissen.

Aber nach der Besteigung des Opas verspürte ich wetterbedingt keine gesteigerten Ambitionen, auch noch auf die Oma zu klettern.

Die Aussicht vom OppaFelsen wäre bei klarem Wetter sicher toppi gewesen. War sie aber nicht.

Nach dem Abstieg haben wir dann einen Weg genommen, der uns auch keine weiteren Motive anbot. Und die Bewölkung zog sich zudem erlebniserschwerend zu und bot kein ausreichendes Restlicht für kleine Motive. Die grossen Dinger hatte ich schon mit grenzwertigen Einstellungen belichtet. Aber Kleinkram ging gar nicht mehr. Auch nicht mit Hilfslicht.

Wir wurden uns der Hoffnungslosigkeit unserer Bemühungen bewusst. Und nahmen uns vor, Kurs auf die Rübelander Tropfsteinhöhlen zu nehmen.

 

16.30 Uhr

Rast (-> nein, kein Schreibfehler …)

Aber vorher trieb uns der Durst zurück ins Grossvater-Lokal. 2 Alster bitte.

Ich hatte die Wirtin dann nach den Öffnungszeiten unseres Ziels gefragt.

Sie ging von bis 18.00 Uhr aus. Weil es dort in der Gegend ja so üblich sei.

 

Die Ossis und ihre Arbeitseinstellung haben sich auch fast 30 Jahre nach der Wende nicht wirklich geändert, so dachte ich bei mir …

Das kann nur an der von Ossis gestellten Regierungsmehrheit liegen. Die tolerieren und forcieren die Bedürfnisse ihrer Landsleute. Sollnse machen. Die haben ja während ihres DDR-Aufenthaltes angeblich genug Entbehrungen gelitten. Bananen gab’s nur aus’m Westen und auf ihre Plastikbomber (Trabbi) mussten die 30 Jahre warten. Wenn’s so gewesen wäre, wo haben denn dann diejenigen, die Trabbi gefahren haben, die Karre hergehabt ?

Denn die Straßen waren auch im Osten nicht leergefegt. Abends vielleicht… Aber das war vor mehr als 30 Jahren hier im Westen auch der Fall. Da gab’s noch den „Tatort“ und „Wetten, dass ?“. Sendungen, die die Straßen ab  20:00 Uhr frei gemacht haben. Schön war’s …

 

17.30 Uhr

Aus der gezielten Fahrt wurde ein etwa 2stündiger

Rundflug.

In dem Wissen, dass uns bei den Höhlen keiner mehr erwarten wird, nahmen wir uns die Zeit, die Entdeckungen am Wegesrand näher zu erkunden.

Eine abrissreife Ruine hat uns zuerst zutiefst beeindruckt. Nicht deshalb, weil die Hütte offenstand. Sondern weil der unglaubliche Charme des Hauses trotz seines Todes immer noch ausstrahlt. Im und am Gebäude hatten sich offensichtlich bereits mehrfach irgendwelche Leute mit Reparaturen versucht um dann doch hoffnungslos aufgeben zu müssen. Es machte auf mich den Eindruck, als dass das Haus nur seine Erbauer und deren rechtmäßige Nachfahren respektieren würde. Die Wiederbelebungsversuche von Fremden wird es nicht zulassen.

Tropfsteinhöhlen

Wie erwartet war keiner mehr da. Aber wir wissen, wo wir sie finden.

Von dort aus sind wir dann zum

Staudamm

gefahren. Über die Staumauer hinweg. Und als ich die Hängebrücke erblickte, die fast parallel zum Damm über den Talgrund gespannt wurde, fing ich wie früher an zu quietschen: da muss ich unbedingt drüberlaufen.

Angefixt vom Brückenerlebnis verspürte ich auf dem Rückweg nicht nur einmal das dringende Bedürfnis, die Kutsche zu verlassen um in die atemberaubende Schönheit der Natur einzutauchen.

 

20.00 Uhr

Blankenburg hat uns wieder.

Ich konnte mir nicht verkneifen, Bilder von für mich aus meiner Sicht architektonischen Besonderheiten zu machen.

Auffällig war mir, dass die offensichtlich schon vor der „Wende“ stark angeschlagene Bausubstanz in weiten Teilen bzw. bei vielen Gebäuden nur noch abrissreif wäre. Wenn denn die Ossikönigin nicht weiterhin mit dem SoliOst und anderem Geldsegen aus von Wessis gepressten Steuereinnahmen dafür sorgen würde, dass die alten Kabachel zusammen mit der Infrastruktur wieder frisch gemacht werden. Außer mit Tourismus soll da wohl nicht viel passieren, was unnötig Dreck machen könnte.

 

20.30 Uhr

Bettruhe.

Für TheUte. Die wollte nur eben nochmal die Beine hochlegen. Und das war‘s dann auch für heute.

 

22.00 Uhr

Duschen.

Ich kann heute mal drin stehen !!


°ego sententiam°

Das war heute alles ziemlich beeindruckend. Vor allem die Eindrücke, die man gewinnen konnte, ohne es manchmal selbst zu wollen. Dabei haben sich bei mir aber auch viele Fragen beantwortet, die mir in den letzten 30 Jahren unter den Nägeln brannten.

Und eins ist sicher: der Osten Deutschlands ist sehr schön. Was kein Kunststück ist, weil dort in der Vergangenheit nicht viel kaputtgesiedelt wurde. Und das wird so bleiben. Da wird die Ossiregierung schon schön für Sorgen.

Als Rentner wird man da sicher gut zurechtkommen, weil’s da wesentlich ruhiger, beschaulicher und gemütlicher ist. Auch in den etwas größeren Siedlungen.


°illustrationen°:


°navigation auxilium°

… man könnte auch Navigationshilfe drauf sagen. Ab hier geht’s irgendwie weiter …